Rezension: Love Live! Nijigasaki High School Idol Club

Yuu und Ayumu schließen sich in Love Live! Nijigasaki High School Idol Club dem mit einer Krise kämpfenden School-Idol-Klub ihrer Schule an.

Zufällig sehen die Freundinnen Yuu und Ayumu einen Auftritt des School Idols Setsuna Yuki. Sofort sind die beiden Schülerinnen Feuer und Flamme für die ihnen bisher unbekannte Welt der Schulidole. Zu ihrer Überraschung gehört Setsuna zum School-Idol-Klub der Nijigasaki-Oberschule, der Schule, die Yuu und Ayumu besuchen. Am nächsten Tag sind sie entschlossen, sich dem Klub anzuschließen, allerdings wurde dieser aufgelöst. Kurz darauf lernen sie die ein Jahr jüngere Kasumi kennen, die als Mitglied den School-Idol-Klub noch nicht aufgegeben hat. Schon bald steht die Neugründung mit alten wie neuen Mitgliedern an. Doch die Klubmitglieder sind nicht nur Freundinnen, sondern auch Rivalinnen, da sie alle eigene Vorstellungen haben und somit als Solo-Idols auftreten.

Klub der Solo-Idols

Als dritte Serie Anime-Serie des 2013 gestarteten Love-Live!-Franchise konzentriert sich Love Live! Nijigasaki High School Idol Club wie schon die beiden vorherigen Serien auf eine neue Schule und einen neuen Idol-Klub. Allerdings setzt die Geschichte nicht auf die bekannten Grundlagen eines neu gegründeten Klubs, der anstrebt, den renommierten School-Idol-Wettbewerb Love Live! zu gewinnen, um die eigene Schule zu retten. War das noch ein zentrales Thema von Love Live! School Idol Project und Love Live! Sunshine!!, ignoriert die Serie um den Nijigasaki-School-Idol-Klub diesen Handlungsaspekt vollständig. Die Oberschule steckt nicht in finanziellen Schwierigkeiten und das Love Live! dient nicht als zentrales Ziel der zehn Hauptfiguren, von denen neun als Idols auftreten. Auch die Zahl der Charaktere und dass Yuu selbst nur als Unterstützerin tätig ist, verleiht der Serie viel Eigenständigkeit. Allgemein setzt sich Love Live! Nijigasaki High School Idol Club stark von den anderen Vertretern des Franchises ab.

Gleichzeitig ist die Slice-of-Life-Musik-Serie einer der besten Genrevertreter der letzten Jahre. Das zeigt sich schon in den ersten Episoden, die sich mit den Problemen des kürzlich aufgelösten School-Idol-Klubs befassen. Dabei werden die wichtigsten Charaktere gekonnt vorgestellt und dürfen bereits ihre später noch weiter ausgebauten Eigenheiten zeigen. Allerdings sind es nicht Yuu und Ayumu als Neulinge, die alles wieder zusammenbringen, sondern vielmehr eine Verkettung verschiedener Ereignisse und Taten. Das wirkt sehr natürlich und nachvollziehbar, was viel zur Glaubwürdigkeit der Geschichte beiträgt. Natürlich wird auf wirklich ernste Probleme oder Konflikte weitgehend verzichtet. Schließlich bleibt auch die dritte Love-Live!-Serie vor allem ein sehr positiver und strahlender Idol-Anime. Das ist allerdings im besten Sinne gemeint, denn es ist wirklich spaßig, die Mitglieder des Idol-Klubs auf ihrem Weg zu begleiten.

Charmante School Idols

Yuu, Ayumu, Setsuna mit ihrer geheimen Identität, Kasumi, Shizuku, Kanata, Emma, Rina, Ai und Karin wachsen schnell ans Herz und beweisen, dass selbst ein großes Ensemble an Hauptfiguren hervorragend funktionieren kann. Jede von ihnen erhält viel Aufmerksamkeit inklusive einer stark auf sie zugeschnittenen Episode. Dennoch sind stets alle Figuren irgendwie eingebunden und zum Finale zieht die Serie mit einer für das Franchise kreativen Idee, die neue Möglichkeiten bringt, noch einmal an. Hier zeigen sich dann auch wichtige Konflikte bei denen besonders Yuu und Ayumu als anfängliche Protagonistinnen im Mittelpunkt stehen. Zwar wird die Geschichte dabei auch etwas ernster, das passt aber sehr gut und bringt genau das richtige Maß an Abwechslung. Allgemein versteht es Love Live! Nijigasaki High School Idol Club die Schwierigkeiten und Sorgen der Charaktere sehr gut zu nutzen, um die Geschichte vielschichtig zu erzählen. Das unterstreicht, dass die Serie über den Nijigasaki-School-Idol-Klub der bisher tiefgründigste Ableger des Franchises ist.

Überzeugen kann Love Live! Nijigasaki High School Idol Club ebenso auf der optischen Seite. Die bunten, manchmal fast schon strahlenden Zeichnungen sind erstklassig animiert. Gerade die Idol-Auftritte der Charaktere fallen oft aufwändig, detailreich und atemberaubend aus. Dazu trägt auch die erneut speziell für die Serie komponierte und von den japanischen Synchronsprecherinnen gesungenen Lieder bei. Hier zeigt die Serie einmal mehr, wie gut der Soundtrack der Love-Live!-Serien teilweise sein kann. Das gilt natürlich auch für Intro und Ending. Eine deutsche Vertonung liegt bisher allerdings nicht vor. Dafür weiß die japanische Originalsynchronisation zu überzeugen und die Sprecherinnen hauchen den Figuren glaubhaft Leben ein. Die deutschen Untertitel sind ebenfalls sehr gut. Bis zum Ende wird somit beste Love-Live!- sowie Musik-Idol-Anime-Unterhaltung geboten. Mit einer zweiten Staffel, einer OVA, einer zwei Staffeln umfassenden Kurz-Anime-Serie und finalen Filmen hat die Serie bereits einige Fortsetzungen erhalten.

Fazit

Love Live! Nijigasaki High School Idol Club war eines meiner Highlights der Herbst-Season 2020. Als Fan der beiden vorherigen Love-Live!-Serien, habe ich mich damals sehr über die Fortsetzung des Franchises gefreut und die neue Ausrichtung hat für genau das richtige Maß an Abwechslung gesorgt. Statt erneut das Grundkonzept einer finanziell in Schwierigkeit steckenden Schule und des angestrebten Sieges beim Love-Live!-Wettbewerb, konzentriert sich Love Live! Nijigasaki High School Idol Club auf eine eigenständige Geschichte mit gut geschriebenen Charakteren. Dadurch erreicht die Musik-Idol-Anime-Serie mehr Tiefe als die Vorgänger und präsentiert sich als einer der vielschichtigsten Genrevertreter, die ich kenne. Gerade die starken Charaktere und ihre Entwicklung tragen viel dazu bei. Zudem gelingt der Serie in den dreizehn Episoden perfekt der Spagat zwischen strahlender Leichtgängigkeit und ernstem, aber nie zu bedrückendem Drama. Eine durchgehend spaßige wie großartige Musik-Idol-Anime-Serie, die sich kein Genre-Fan entgehen lassen sollte – unabhängig davon, ob ihr das Love-Live!-Franchise mögt oder nicht.

Kurzfazit: Vielschichtige und charmante Musik-Idol-Serie, die dem Love-Live!-Franchise eine neue Richtung verleiht und mit einer abwechslungsreichen Geschichte, gut geschriebenen wie liebenswerten Charakteren und großartiger Erzählweise sowie tollem Soundtrack beste Genre-Unterhaltung garantiert.

Details
Titel: Love Live! Nijigasaki High School Idol Club
Originaltitel: Love Live! Nijigasaki Gakuen School Idol Dōkō-kai
Genre: Musik, Idol, Slice of Life
Regie: Tomoyuki Kawamura
Studio: SUNRISE Inc.
Produktionsjahr: 2026
Laufzeit: ca. 312 Minuten
Sprachen: Japanisch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch und weitere
Herkunftsland: Japan
Altersfreigabe: 12+
Erscheinungstermin: 03. Oktober 2020 bis 26. Dezember 2020
Streaming: Love Live! Nijigasaki High School Idol Club bei Crunchyroll

©2020 PROJECT Lovelive! Nijigasaki High School Idol Club
© Crunchyroll LLC.

Lesetipp: Rezension: Yohane the Parhelion: Sunshine in the Mirror – Vol. 2 (Blu-ray)
Lesetipp: Rezension: Yohane the Parhelion: Sunshine in the Mirror – Vol. 1 (Blu-ray)
Lesetipp:
Rezension: Yohane the Parhelion: Numazu in the Mirage (Switch)
Lesetipp: Rezension: Love Live! Sunshine!! – Vol. 3 (Blu-ray)
Lesetipp: Rezension: Love Live! Sunshine!! – Vol. 2 (Blu-ray)
Lesetipp: Rezension: Love Live! Sunshine!! – Vol. 1 (Blu-ray)