Rezension: Laysara: Königreich der Berge (PC)

An den Hängen von Bergen gilt es in Laysara: Königreich der Berge effiziente Städte zu errichten, um einem menschenfeindlichen Nebel zu entgehen.

Ob auf tropischen Inseln, in antiken Zeitaltern oder gar auf düsteren Kultinseln, das Aufbaustrategie-Genre hat schon verschiedene Settings hervorgebracht und unterschiedlichste Städte errichten lassen. Laysara: Königreich der Berge verfrachtet den Bau von Siedlungen in eine asiatisch angehauchte Bergwelt. An den Hängen der Berge sollen Städte errichtet werden. Dafür benötigen die drei verschiedenen Einwohnergruppen nicht nur jeweils eigene Wohnhäuser, sondern auch ihre Bedürfnisse an Nahrung, Gütern und Spiritualität müssen erfüllt sein. Allerdings ist Bauland begrenzt und Schneefall sowie Lawinen bergen große Gefahren. Zudem sollte auf die Finanzen geachtet werden, denn ein Bankrott bedeutet das Scheitern der Mission – zumindest in der zwanzig Berge umfassenden Kampagne.

Bergiges Stadterrichtung

Die Geschichte von Laysara: Königreich der Berge erzählt von einem plötzlich aufgetauchten menschenfeindlichen Nebel, der das titelgebende Land befallen hat. Deshalb sind die Menschen gezwungen sich auf Berge zurückzuziehen, um dem Nebel zu entgehen. Allerdings ist das nur die grobe Grundlage, denn das eigentliche Ziel des Aufbaustrategiespiels ist es, verschiedene Siedlungen, die sich untereinander unterstützen zu errichten, um schließlich auf dem höchsten Gipfel einen Tempel zur Anbetung der Götter zu bauen. Schließlich könnten diese etwas gegen den Nebel unternehmen. Wirklich spannend ist die in unvertonten Textboxen mit comichaften Charakterbildern erzählte Geschichte nicht. Als netter Zusatz zu den Kampagnenmissionen dient die Erzählung aber allemal.

Spielerisch ist es eure Aufgabe, an den Hängen von fünfzehn verschiedenen Bergen möglichst effiziente Siedlungen zu errichten. Und ja, Effizienz ist enorm wichtig. Wer gerne schöne Städte wie in der Anno-Reihe baut, dürfte mit dem fast schon puzzle-artigen Laysara wenig anfangen können. So werdet ihr im Verlauf einer Mission immer wieder umplanen müssen, damit neue Gebäude in die Struktur der Stadt passen. Die Berge selbst sind dabei in drei Höhenebenen eingeteilt. Während das Tiefland fruchtbar ist, beherbergt die gemäßigte Zone Ressourcen wie Kupfer oder Salz. Im schneebedeckten Hochland fühlen sich wiederum die Mönche, die unter anderem für die Gewinnung von neuem Wissen wichtig sind, am wohlsten. Zudem erwirtschaften manche Produktionsstätten je nach Ebene mehr Erträge. Honig ist beispielsweise in der gemäßigten Zone am besten.

Effizientes Bauen

Das ist aber nicht alles, was bedacht werden muss. Schließlich wollen eure Bewohner, die den Gruppen Tieflandbewohner, Handwerker und Mönche angehören, auch Essen und andere Bedürfnisse erfüllt bekommen. Dafür müssen die entsprechenden Waren zu zuständigen Verteilgebäuden gebracht werden. Diese haben jedoch eine begrenzte Reichweite – so wie auch alle anderen Bauwerke mit Effekt. Umso wichtiger ist es, dass ihr Wohnhäuser möglichst nah an eurem Lebensmittelmarkt platziert und auch das Gebäude für Güter nicht zu weit entfernt steht. Wollt ihr zusätzliche Einnahmen benötigt ihr einen Spendentempel, der ebenfalls gut in die Struktur der Stadt eingebunden sein sollte. Das ist noch wichtiger, weil selbst Wege Unterhalt kosten und Geld knapp ist.

Habt ihr nicht genug Bewohner der richtigen Bevölkerungsgruppe für den Betrieb eines Gebäudes, wird das ebenfalls teuer. Selbiges gilt für Yaks, die etwa zum Transport oder zur Gewinnung von Milch und Wolle gebraucht werden. Lange Transportwege mit speziellen Gebäuden kosten wiederum mehr Personal und Yaks. Der stark begrenzte Bauplatz führt zusätzlich dazu, dass ihr eure Siedlungen, die mit Brücken und Aufgängen verbunden auf mehrere Hänge aufgeteilt sind, gut planen müsst. Umso ärgerlicher ist es, wenn ihr eine gut funktionierende Stadt habt und am Ende der Mission ein neues, für den Abschluss eurer Aufgaben erforderliches Gebäude dazu kommt. Dieses in die Struktur eurer Siedlung einzubinden, ohne dass ihr zu große Effizienzverluste habt und im schlimmsten Fall Geldprobleme bekommt, kann eine Herausforderung sein. Sogar Frust ist hier möglich, da langes neu platzieren von Gebäuden notwendig sein kann. Das ist zwar jederzeit und kostenlos möglich, wirkt dann aber nur noch wie lästige Arbeit. Noch ärgerlicher ist es, wenn ihr aufgrund dieser nicht vorhersehbaren Problematik scheitert und eine Mission neu starten müsst. Zwar motiviert Laysara trotzdem mit dem grundlegenden Gameplay, hier leistet sich das Aufbaustrategiespiel aber einen großen Fehler. Beachtet auch, dass die Schwierigkeitsgrade sehr hart ausfallen. Spätestens auf der „Für Profis“ genannten dritten Stufe steigt der Anspruch nach der Hälfte der Kampagne enorm.

Puzzleartige Siedlungen

Zusätzlich gilt es darauf zu achten, dass ihr eine gute Abwehr gegen Lawinen, die großen Schaden anrichten können, habt. Das kostet weiteren Bauplatz und zeigt einmal mehr auf, wie wichtig effizientes bauen ist. Manchmal erinnert Laysara mehr an ein Puzzle-Spiel bei dem das korrekte Platzieren der Gebäude ausgeknobelt werden muss. Zumal sich Bauwerke leider nicht drehen lassen. Das erschwert die Planung gerade zu Beginn, ist aber nach einiger Zeit verinnerlicht. Mit fünfzehn Missionen und rund zwanzig Stunden Spielzeit, fällt die Kampagne umfangreich aus. Abseits davon dürft ihr euch im Sandkastenmodus frei austoben, Szenarien und Herausforderungen stellen und im freien Bauen ohne jegliche Einschränkung Siedlungen errichten.

Dank der recht präzisen Steuerung mit Maus und Tastatur, spielt sich Laysara am PC wirklich gut. Doch auch die Umsetzung für den Controller ist gut gelungen. Optisch weiß das Aufbaustrategiespiel mit einer schönen Grafik zu überzeugen. Besonders die Bauwerke strotzen nur so vor Details und lassen sich dank hoher Individualität leicht erkennen. Zudem wuseln die Bewohner ausreichend herum. Auch die Berglandschaft ist schick gestaltet. Lediglich das Fehlen von Leben in der Natur trübt den positiven Eindruck. Tiere sucht ihr Vergebens, was ein wenig an der sonst sehr guten Atmosphäre kratzt. Sound und Musik passen zum Szenario. Auf eine Sprachausgabe wurde leider verzichtet. Dafür sind die deutschen Texte teilweise charmante und lustig geschrieben. Größere Bugs oder sonstige Probleme sind in der Testphase nicht aufgefallen.

Fazit

Laysara: Königreich der Berge hatte ich bereits vor einiger Zeit mit einer Demoversion angespielt. Bereits damals hat mich das ungewöhnliche Szenario des Aufbaustrategiespiels angesprochen. Dennoch habe ich die Early-Access-Phase ausgelassen und mir Laysara erst wieder mit dem Vollversion angesehen. Die umfangreiche Kampagne bildet dabei ein wenig das Herzstück. Schließlich führen mich die fünfzehn Missionen über alle Berge und geben mir eine Richtung vor, wie ich die Städte errichte. Zudem werden die wichtigsten Grundlagen des Gameplays vermittelt. Das ist durchaus wichtig, da einige Feinheiten beachtet werden müssen. Kaum hatte ich diese verinnerlicht, habe ich mich auch den anderen Modi gestellt. Bedauerlich ist allerdings, dass ich zu oft an einer Kampagnenmission scheitere, weil ich zum Ende ein benötigtes Gebäude nicht mehr effizient in meine Siedlung einbinden kann. Das kann durchaus frustrieren und am Spielspaß kratzen. Die eher seichte Geschichte reicht da auch nicht aus, um mich zu motivieren. Trotzdem habe ich mich immer wieder aufs Neue der Herausforderung gestellt und versucht einen Berg erfolgreich abzuschließen. Schönbauer unter den Aufbaustrategie-Fans werden allerdings höchstens mit dem Freien-Bauen-Modus wirklich Spaß haben. Wer auf Effizient Wert legt und fast schon puzzleartig eine Stadt errichten möchte, sollte sich Laysara auf jeden Fall anschauen.

Kurzfazit: Charmantes Aufbaustrategiespiel in individuellem Setting, das trotz kleinerer Gameplay-Macken motiviert.

Vielen Dank an Future Friends Games & Quite OK Games für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Laysara: Königreich der Berge!

Details
Titel: Laysara: Königreich der Berge
Genre: Aufbaustrategie
Publisher: Future Friends Games, Quite OK Games
Entwickler: Quite OK Games
Spieler: 1
Syteme: PC (getestet)
Altersfreigabe: ab 0
Erscheinungsdatum: 27. Februar 2026