Rezension: Dimension W – Vol. 1 (Blu-ray)

Kopfgeldjäger Kyoma Mabuchi macht in Dimension W Volume 1 Jagd auf illegale Energie-Spulen und trifft auf ein seltsames Mädchen.

Neben den Dimensionen X, Y und Z wurde in der Zukunft noch eine vierte Dimension namens W entdeckt. Diese ermöglicht der Menschheit im Jahr 2072 den Zugriff auf unbegrenzte Energie. Mit Hilfe der von Professor Yurizaki erfundenen Coils, elektromagnetische Spulen, wird diese nutzbar gemacht. Kontrolliert werden die Coils und die sechzig Tower, die den Zugang zur W-Dimension regulieren und über die gesamte Welt verteilt sind, vom Konzern New Tesla Energy. Abseits davon boomt der Handel mit illegalen Coils, die in Waffen und Robotern unkontrollierbare Energie freisetzt und grausige Unfälle verursachen können. Als sogenannter Collector macht der wortkarge Kyoma Mabuchi Jagd auf illegale Coils, lehnt selbst aber die moderne Energieart ab und verzichtet gänzlich auf den Einsatz der Spulen. Als er bei einem Auftrag auf das vom vor zwei Jahren verschwundenen Professor Yurizaki gebaute Robotermädchen Mira trifft, ändert sich für beide alles. Mira, die sich genauso wie ein Mensch verhält, wird Kyomas neue Partnerin.

Energie der Zukunft

Dimension W Volume 1 adaptiert in vier Episoden die ersten drei Bände der gleichnamigen Manga-Reihe von Yuji Iwahara und hält sich dabei weitgehend an die Vorlage. Lediglich ein Handlungsbogen fällt gänzlich weg, dafür hat das Team um Regisseur Kanta Kamei bei den Studios 3Hz und Orange einige kleine Anpassungen vorgenommen. Die spannende Kerngeschichte bleibt aber erhalten und ist sehr gut als Anime umgesetzt worden. Dabei fällt Volume eins trotz klarem roten Faden, der die Story durch alle Episoden zieht und der klar aufeinander aufbauenden Ereignisse, leicht episodisch aus. Grund dafür sind die unterschiedlichen Handlungsbögen, die in den vier Folgen umgesetzt wurden. So widmet sich Dimension W zu Beginn der groben Figurenvorstellung sowie Einführung in die Welt und Schaffung des ungewöhnlichen Collector-Teams aus Kyoma und Mira. Hier werden Kyoma bei einem Auftrag begleitet und gleichzeitig Miras Fähigkeiten und Besonderheiten hervorgehoben. Alleine diese Einführung in die Serie weckt das Interesse an der Geschichte und der facettenreichen, wenn auch vorerst nur in Ansätzen vorgestellten, Science-Fiction-Welt.

Später werden Kyoma und Mira bei einem Auftrag oder in ihrem Alltag, der natürlich auch mit ihrer Arbeit und den vorherigen Geschehnissen in Verbindung steht, begleitet. Dadurch werden beide Hauptfiguren stärker charakterisiert und im Laufe der vier Episoden lernt man sie immer besser kennen. Gerade Mira ist schnell liebenswert und ins Herz geschlossen, während Kyoma als verschwiegener und mürrischer Collector eine Art Gegenpart zu ihr bildet, aber trotzdem Sympathien wecken kann. Immer wieder wird auf seine Vergangenheit verwiesen und es lässt sich erahnen, dass diese im Laufe der Geschichte noch eine größere Rolle einnehmen wird. Auch seine Abneigung gegen Coils und moderne Technologie sowie seine angespannte freundschaftliche Beziehung zu Albert Schuman, dem Kommandanten einer Spezialeingreiftruppe von New Tesla Energy.

Dimension W zeigt immer wieder wie gelungen die Science-Fiction-Serie Handlung, Setting und Figuren miteinander verknüpft und gleichzeitig auf einzigartige Charaktere setzt. Neben den beiden Protagonisten und Albert Schuman stechen besonders der mysteriöse Dieb Loser, Kyomas Auftraggeberin Mary und deren Technik-Spezialist Koorogi hervor. Abgeschlossen wird Volume eins mit der Yasogami-See-Storyline, die klassische Grusel-Elemente aufgreift und Kyoma und Mira mit einem seltsamen Todesfall sowie Geistererscheinungen konfrontiert. Für Spannung sorgt der packende Cliffhanger, der den ersten großen Höhepunkte von Dimension W darstellt und den Wunsch nach der Fortsetzung weckt.

Optisch überzeugt Dimension W mit flüssigen Animationen, schönen Zeichnungen und kräftigen Farben, die vielleicht etwas im Kontrast zum häufig eher düster-dreckigen Genre stehen, aber gut zur Serie passen. Bei den Charakterdesigns hat sich Tokuyuki Matsutake nah an der Manga-Vorlage orientiert und Kyoma, Mira und die anderen gut für Anime-Version adaptiert. Die Figuren haben Wiedererkennungswert, sind individuell und weisen feine, kleine Merkmale auf, die sie auszeichnen und gut zu ihren Eigenschaften passen. Dazu kommt ein stimmiger Soundtrack und eine sehr gute deutsche Synchronisation, die sich keine Fehler leistet. Die Stimmen sind gut gewählt und eingängig, so dass man sich schnell an die Sprecher gewöhnt hat. Das rundet die unterhaltsame Science-Fiction-Serie hervorragend ab.

Fazit

Die Manga-Vorlage von Yuji Iwahara gehört zu meinen aktuellen Science-Fiction-Favoriten, weshalb ich mich sehr auf die Anime-Adaption gefreut habe. Obwohl es mich überrascht hat, dass die ersten vier Episoden drei Manga-Bände umfassen, ist die Umsetzung wirklich gut gelungen. Lediglich einige Abschnitte wurden angepasst oder gestrichen. Großen Einfluss auf die Handlung hat das aber nicht und so funktioniert Dimension W als Anime wunderbar. Die interessante Science-Fiction-Welt macht neugierig auf mehr Details und die Geschichte versteht es Spannung aufzubauen. Dabei wirken sich gerade die leicht episodische Erzählweise sowie der klare rote Faden in Kombination zueinander positiv aus. Es ist zu erahnen, dass die Serie auf etwas Großes zusteuert, gleichzeitig werden aber auch kleine Alltagsereignisse rund um Kyoma und Mira erzählt, die wiederum mit der großen Handlung verbunden sein könnten oder für ein besseres Verständnis der beiden Hauptfiguren beitragen. Einen ersten Höhepunkt erreicht Dimension W schließlich in der vierten Episode, die den Auftakt eines interessanten Falls erzählt und mit einem überaus spannenden Cliffhanger, der das Interesse an der Fortsetzung weckt, aufwartet. Science-Fiction-Fans sollten sich Dimension W definitiv ansehen.

Kurzfazit: Spannender Serien-Auftakt in faszinierendem Science-Fiction-Setting mit einzigartigen, sympathischen und interessanten Figuren.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dimension W – Vol. 1!

Details
Titel: Dimension W – Vol. 1
Originaltitel: Dimension W
Genre: Science-Fiction
Regie: Kanta Kamei
Studio: 3Hz Inc. / Orange Co., Ltd.
Produktionsjahr: 2016
Laufzeit: ca. 100 Minuten + 40 Minuten Extras
Sprachen: Deutsch, Japanisch (DTS HD 2.0)
Untertitel: Deutsch
Extras: Sammelschuber, Produktionstagebuch Teil 1-4, Clear OP/ ED, 16- seitiges Booklet, 2 Artcards, Leseprobe
Herkunftsland: Japan
Altersfreigabe: ab 12
Erscheinungstermin: 16. November 2018
Herstellerseite: Dimension W – Vol. 1 bei Kazé Anime

 © Yuji Iwahara/Sqaure Enix, DW Project

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