Rezension: Dimension W – Band 4 (Manga)

Der Horror geht weiter. Kyoma und Mira sehen sich bei ihrem Auftrag mit Mord und Geistern sowie neuen Rätseln konfrontiert.

Kyoma und Mira befinden sich am Yasogami-See, um den mysteriösen Tod des Schritstellers Shijuro Sakaki aufzuklären, der wahrscheinlich in Verbindung mit illegalen Coils steht. Die Geistergeschichten rund um den See und das Hotel werden durch einen weiteren Todesfall bestärkt und schließlich treten nicht nur menschliche Widersacher auf den Plan. Der Nebel erhebt sich über dem Yasogami-See und aus ihm steigen die vor 21 Jahren beim Dammbruch verstorbenen empor, um die Lebenden in die Tiefen zu ziehen und zu ermorden. Kyoma und Al versuchen gemeinsam mit Eli und Misuzu dem Grauen zu entgehen und gleichzeitig das Geheimnis zu lüften. Der Collector ahnt nicht, dass seine Partnerin Mira bereits im Zentrum des Spucks gefangen ist.

Dimensions-Macht

Der Horror-Grusel-Ausflug von Dimension W geht weiter. Die Storyline rund um den Yasogami-See hat im dritten Band gezeigt, dass die Science-Fiction-Reihe auch hervorragend mit anderen Genres spielen kann, ohne die eigene Identität einzubüßen. Band 4 unterstützt diesen Eindruck auf herausragende Weise und sorgt von der ersten bis zur letzten Seite für eine schaurig-spannende und faszinierende Atmosphäre. Im Mittelpunkt stehen weiterhin die mysteriösen Ereignisse am Yasogami-See, sowohl der Gegenwart als auch der Vergangenheit. Mira wurde von den angeblichen Geistern entführt und findet sich in einer Kopie von Yasogami von vor 21 Jahren wieder. Dort begegnet sie auch dem charismartischen Anführer der mordenden Geisterwesen, einer jüngeren Version von Shijuro Sakaki.

Mangaka Yuji Iwahara nutzt den Handlungsbogen, dessen zweite Hälfte den gesamten vierten Band einnimmt und dort zu einem überraschenden, interessanten und passenden Ende geführt wird, um neue und etwas tiefer gehende Informationen zur W-Dimension zu liefern. Durch Rückblicke wird dafür unter anderem auch Shido Yurizaki – Erfinder der Coils, Gründer von New Tesla und „Vater“ von Mira – eingesetzt. Noch bleiben Fragen zu der für die Energiegewinnung genutzten anderen Dimension offen, dennoch werden auch einige Antworten und Erklärungen geliefert, die zumindest teilweise das Verständnis für die Welt der Manga-Reihe verbessern. Allerdings entstehen auch neue Unklarheiten, so dass auch weiterhin eigene Überlegungen zur dominierenden Technologie von Dimension W gegeben sind.

Auch die Aufklärung der Ereignisse am Yasogami-See sorgt für einen leichten Zwiespalt. Grundsätzlich werden alle wichtigen Fakten gelüftet und Yuji Iwahara findet einen runden Abschluss für den Handlungsbogen, liefert zugleich aber auch neue Denkansätze für Fragen und Überlegungen rund um die Macht der Coils, der Numbers und der wahren Ziele von New Tesla oder dem DAB. Das liegt auch daran, dass die Ereignisse zwar für sich stehen, aber sich wie schon beim Vorgängerband hervorragend in die nur unterschwellig vorhandene Haupthandlung einfügen. Es sind Kleinigkeiten wie die Charaktere – insbesondere Mira und Albert – oder eine unerwartete Enthüllung etwa in der Mitte des Mangas, die dafür sorgen, dass die Verbindung zu vorherigen und kommenden Erlebnissen von Kyoma und seiner Assistentin gegeben sind. Trotz des Abschlusses der Yasogami-Storyline, sorgen diese Verbindungen gemeinsam mit den offenen Fragen zu Mira, den Coils, den Numers oder auch Kyomas Vergangenheit für den Erhalt der Spannung innerhalb der Reihe.

Fazit

Die Geschichte rund um den Yasogami-See ist bisher mein persönlicher Höhepunkt in der noch relativ jungen Dimension-W-Reihe. Dank der spannenden Handlung und der Verbindung des eigentlichen Science-Fiction-Settings mit dem Grusel-Horror-Genre wird eine ganz eigene Grundstimmung erzeugt, die im vierten Band noch packender ausfällt als beim bereits sehr guten Vorgänger. Dimension W steigert sich bisher mit jedem Band und schafft es mit Geschichte, Charakteren und Atmosphäre an den Manga zu fesseln. Es ist mir ungemein schwer gefallen den vierten Band beim Lesen auch nur kurzzeitig aus der Hand zu legen, bevor ich nicht wusste, was hinter dem Spuck am Yasogami-See steckt. Genau so muss eine gute Grusel-Geschichte erzählt sein. Die hervorragende Einbindung in die Science-Fiction-Welt ist ein zusätzlicher Pluspunkt, der den Band abseits der grundlegenden Elemente von anderen Genre-Vertretern abhebt. Längst gehört Dimension W zu meinen absoluten Lieblings-Reihen und zu den besten Science-Fiction-Manga, die ich seit langem gelesen habe.

Kurzfazit: Spannender und überraschender Abschluss der bisher besten Storyline der Dimension-W-Reihe, der mit interessanten Informationen und einer packenden Atmosphäre punktet.

Vielen Dank an Kazé Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dimension W – Band 4!

Details
Titel: Dimension W – Band 4
Genre: Science-Fiction/Fantasy
Verlag: Kazé Manga
Text/Zeichnungen: Yuji Iwahara
Seiten: 212
Preis: 6,95 €
ISBN: 978-2-88921-754-0
Verlagsseite: Dimension W – Band 3 bei Kazé Manga
Erscheinungsdatum: 06. Oktober 2016

Bilder Copyright Kazé Manga / Square Enix

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