Rezension: Atom: The Beginning – Vol. 3 (Blu-ray)

Weniger alltäglich, mehr fortlaufende Handlung und Spannung bietet Atom The Beginning Volume 3 mit den vier finalen Episoden.

Einer Einladung folgend, haben die beiden Wissenschaftler Umataro Tenma und Hiroshi Ochanomizu ihren Roboter A106 beim Roboter-Wrestling angemeldet. Dort wollen sie beweisen, dass eine KI mit Bewusstsein und Herz bisherigen Robotern überlegen ist. Allerdings verwendet A106 unerwartete Kampfmethoden, was besonders Umataro nicht gefällt. Dennoch sind die Taktiken erfolgreich und mit jedem Sieg erhält A106 mehr Anerkennung und die Fans schließen den ungewöhnlichen Roboter ins Herz. Der gefährlichste Gegner wartet aber noch: Mars, der mysteriöse Champion von der geheimnisvollen Dr. Lolo.

Storyfokussiert

Im Gegensatz zur ersten Hälfte von Atom the Beginning, folgt die Serie im dritten Volume noch stärker einer fortlaufenden Geschichte, statt zusammenhängende und aufeinander aufbauende Alltagssituationen zu erzählen. Angedeutet hat sich das bereits im zweiten Volume als A106 seine ersten Kämpfe beim Roboter-Wrestling absolviert hat. Die verbleibenden vier Episoden knüpfen daran an und folgen fast ausschließlich diesem Handlungsbogen. Weitere Kämpfe und deren Folgen stehen im Mittelpunkt der Geschichte, während parallel die Entwicklungen und Beziehungen der Figuren eingeflochten werden. Natürlich ist A106 der Mittelpunkt des Ganzen, aber auch Umataro, Hiroshi, Ran, Motoko und Shunsaku nehmen gewohnt wichtige Rollen ein. Sogar einige Nebencharaktere dürfen kurzzeitig etwas stärker in den Vordergrund rücken. Das unterstützt nicht nur die teilweise etwas abgeschwächte locker-leichte und liebenswerte Grundstimmung der Serie, sondern dient auch der Atmosphäre und Wirkung bei den Kämpfen.

Zu einseitig wird Atom the Beginning Volume 3 aufgrund der starken Fokussierung auf das Roboter-Wrestling glücklicherweise nicht. Obwohl die weiterhin gut umgesetzten Auseinandersetzungen unterhaltsam und spaßig sind, ist es gut, dass die Charaktere weiterhin der Mittelpunkt der Serie sind. Umataro, Hiroshi, A106, Ran, Motoko und Shunsaku müssen sich mit Problemen auseinandersetzen, haben Meinungsverschiedenheiten und reagieren auf die Ereignisse unterschiedlich. Dabei kristallisieren sich wie schon bei den Vorgängern Sympathien, aber auch Abneigungen gegen Eigenschaften der Figuren heraus. Doch trotz allem bleibt das Hauptcharakterfeld liebenswert und man fiebert jederzeit mit ihnen mit. Insbesondere A106 wächst im Laufe der Episoden weiter ans Herz und sorgt für einige der stärksten Szenen.

Leider bleibt die Serie gerade bei dem wichtigen Thema der Menschlichkeit und wann ein Roboter keine bloße Maschine mehr ist, zu vage. Das ist gerade aufgrund der Ausrichtung von A106 Entwicklung und der Grundlage der Serie bedauerlich. Andeutungen in diese Richtung gibt es genug und für die eher seichte Art von Atom the Beginning ist die Nutzung auch in Ordnung, doch gerade zum Finale hin wäre etwas mehr besser gewesen. So fällt auch das durchaus gelungene und interessant umgesetzte Ende etwas unspektakulär aus. Immerhin ist der Serienabschluss weitgehend zufriedenstellend, lässt aber genug Optionen für eine Fortsetzung, die spätestens mit den bereits vorhandenen Franchise-Vertretern rund um Astro Boy gegeben sind. Ein etwas runderes Ende wäre trotzdem schön gewesen.

Fazit

Atom the Beginning Volume 3 ist aufgrund der strikteren Geschichte und damit einhergehenden geringeren Alltagslastigkeit nicht mehr so seicht wie die Vorgänger. Wirklich anspruchsvoll oder tiefgründig wird die Serie aber auch zum Finale nicht. Gerade bei der üblichen Frage nach der Menschlichkeit von Robotern, hätte ich mir jedoch etwas mehr Tiefgang gewünscht. Die Umsetzung ist zwar an sich in Ordnung, bleibt aber zu oberflächlich. Dafür kann die Serie mit gelungenen Charaktermomenten und -entwicklungen, mehr Spannung als zuvor und ordentlich inszenierten Kämpfen unterhalten. Hinsichtlich des Spaßes, den ich mit Atom the Beginning hatte, gibt es bei Volume drei keine Abstriche. Lediglich das Ende ist mir trotz einer interessanten Umsetzung in der letzten Episode etwas zu unspektakulär. Außerdem wäre mir ein runderer Abschluss lieber gewesen. Zwar bleiben kaum wichtige Fragen offen, trotzdem sind noch einige Schnittpunkte vorhanden, die eine Fortsetzung rechtfertigen würden. Zufrieden bin ich trotzdem, da mich Atom the Beginning auch im letzten Seriendrittel mit einer charmanten Art, sympathischen Charakteren und einer durchaus interessanten Geschichte gut unterhalten hat.

Kurzfazit: Storylastigeres, aber noch immer leichtgängiges Finale, das starke Figurenmomente und -entwicklungen zeigt, aber beim Ende etwas zu seicht ist.

Serienfazit: Ohne groß actionreich oder spannend zu sein, überzeugt Atom the Beginning mit einer charmanten Grundstimmung sowie sympathischen Charakteren. Das gleicht auch die etwas seichte Geschichte, die sich gerade in der ersten Hälfte stark auf amüsante Alltagssituationen konzentriert, aus. Anspruchsvoll wird die Serie nie, kann aber trotzdem gute Science-Fiction-Comedy-Unterhaltung bieten.

Vielen Dank an Universum Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Atom: The Beginning – Vol. 3!

Details
Titel: Atom: The Beginning – Vol. 3
Originaltitel: Atom: The Beginning
Genre: Action, Science-Fiction, Comedy, Slice of Life
Regie: Tatsuo Satou, Katsuyuki Motohiro
Studio: Signal MD, Production I.G., OLM
Produktionsjahr: 2017
Laufzeit: ca. 92 Minuten (Blu-ray), ca. 92 Minuten (DVD)
Sprachen: Deutsch, Japanisch
Untertitel: Deutsch
Herkunftsland: Japan
Altersfreigabe: ab 12
Erscheinungstermin: 14. Dezember 2018
Herstellerseite: Atom: The Beginning – Vol. 3 bei Universum Anime

© TEZUKA PRODUCTIONS,Masami Yuuki,Tetsuro Kasahara,HERO’S/ATOM THE BEGINNING Project

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