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Okt 24 2018

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Rezension: Danmachi: Sword Oratoria – Vol. 1 (Blu-ray)

Danmachi: Sword Oratoria Volume 1 erzählt den Anfang der Geschichte von Aiz Wallenstein, Lefiya Viridis und der Loki-Familia.

In den Tiefen des Dungeons der Stadt Orario trotzen Abenteurer Gefahren, bekämpfen Monster, suchen Schätze und gehen an ihre Grenzen. Zu den bekanntesten und stärksten Abenteurern zählen jene der Loki-Familia. Diese Menschen, Zwerge, Elfen und Angehörigen anderer Völker haben sich der Familie der Göttin Loki angeschlossen und im Gegenzug den Falna genannten Segen erhalten. Aber auch bekannte Helden und Abenteurer haben ihre Probleme. Die Elfin Lefiya versagt immer dann, wenn es ernst wird mit ihren Zaubern und fühlt sich deshalb als Belastung für die anderen Mitglieder der Loki-Familia. Insbesondere Aiz Wallenstein, die von Lefiya bewunderte legendäre Prinzessin der Klingen, rettet die Magierin regelmäßig. Aber auch Aiz lastet etwas auf der Seele und ihr aggressiver Kampfstil und eiserner Willen voranzukommen, bereitet einigen in der Familia Sorgen. Zusätzlich fühlt sich Aiz schuldig, weil ein Abenteurer durch einen Fehler ihrerseits fast gestorben wäre. Noch ahnt niemand, das in den Tiefen des Dungeon eine neue Gefahr droht, die nicht nur die Loki-Familia betrifft.

Parallele Abenteuer

Danmachi: Sword Oratoria ist keine zweite Staffel oder Fortsetzung von Danmachi, auch bekannt als Is It Wrong to Try to Pick Up Girls in a Dungeon?, sondern erzählt die Geschichte von Aiz Wallenstein, Lefiya Viridis und der Loki-Familia. Angesiedelt ist die Serie parallel zur ersten Anime-Umsetzung auf Basis der Light-Novel-Vorlage von Fujino Oomori. Vorkenntnisse sind trotz der Verbindung jedoch nicht erforderlich, da Danmachi: Sword Oratoria seine Geschichte eigenständig erzählt und zum Serien-Auftakt lediglich einige Momente aus einem neuen Blickwinkel zeigt. In wie weit die Stories der beiden Serien noch verflochten werden, bleibt abzuwarten. Volume eins umfasst die ersten drei von zwölf Episoden und beginnt mit einer Expedition der Loki-Familia in den Tiefen des Dungeons. Als Hauptfigur fungiert die elfische Magierin Lefiya Viridis, die zwar hochbegabt, aber etwas tollpatschig und ängstlich ist und deshalb Probleme hat ihre Zauber im Ernstfall einzusetzen. Sehr früh wird ihre Bewunderung für Aiz Wallenstein hervorgehoben. Im Laufe des ersten Volumes wirkt es teilweise sogar so, dass Lefiya nicht rein freundschaftliche oder kameradschaftliche, sondern fast schon romantische Gefühle für die Prinzessin der Klingen hegt. Das verstärkt zusätzlich zu ihrer Angst im Angesicht von Monstern und ihrer Unsicherheit ein wenig an Bell, der in Danmachi ebenfalls danach strebt würdig zu sein an Aiz Seite zu stehen. Allerdings ist Lefiya individuell genug, um nicht als bloßer Ersatz des Danmachi-Protagonisten herhalten zu müssen.

Allgemein rückt Danmachi: Sword Oratoria die Figuren in den Mittelpunkt des Geschehens. Besonders Lefiya und Aiz, die beide mit Problemen, die sie belasten, zu kämpfen haben, erhalten viel Zeit. Das sorgt dafür, dass beide Protagonistinnen sehr gut vorgestellt und charaterisiert werden. Doch auch die restliche Loki-Familia, allen voran die Schwestern Tiona und Tione, die neben Lefiya und Aiz die größten Rollen in den ersten drei Episoden haben, wird hervorragend eingeführt und schnell entwickelt sich ein Verständnis für die verschiedenen Persönlichkeiten der wichtigsten Mitglieder von Lokis Familie. Gleichzeitig erzählt Danmachi: Sword Oratoria eine spannende Geschichte, die zeitweise sanfte und ruhige Töne anspricht. Gut inszenierte Kämpfe gegen gefährliche, abwechslungsreich designte Monster dürfen natürlich genauso wie der auflockernde, stets gut eingebundene Humor, nicht fehlen. Lefiya, Aiz und die anderen müssen sich regelmäßig den Gefahren des Dungeons stellen. Zudem wird bereits in den ersten drei Episoden eine interessante und potenziell fesselnde Geschichte rund um die Intrigen der Götter aufgebaut. Ganz Danmachi eben, schließlich spielen auch in der Haupt-Serie die Machenschaften einer Göttin eine wichtige Rolle. Dabei nutzt die Serie hervorragend das Fantasy-Setting mit starkem Rollenspielbezug und flechtet Statusupdates, Erfahrungspunkte, Skills und dergleichen gekonnt in die Handlung mit ein. Das sorgt für eine großartige Atmosphäre, die besonders Genre- und Danmachi-Fans gefallen dürfte.

Bei den Animationen zeigt sich Danmachi: Sword Oratoria von einer sehr guten Seite. Flüssige Bewegungen, schöne Bilder, individuelle Charakter- und Monsterdesigns, detailreiche Hintergründe und schicke Effekten unterstützten die Atmosphäre und tragen visuell zum hohen Unterhaltungswert der Serie bei. Ähnliches gilt auch für den stets gut eingebundenen Soundtrack. Leider zeigen sich einige Schwächen bei der deutschen Synchronisation. Im Vergleich zu Danmachi wurden für Sword Oratoria einige Rollen, darunter mit Aiz Wallenstein, Bell Cranel und Hestia drei der im Gesamtfranchise präsentesten Figuren, neu besetzt. Zwar fallen die neuen Sprecher wahrscheinlich nur auf, wenn beide Serien zeitnah zueinander angesehen werden, bedauerlich ist das trotzdem. Doch auch abseits davon zeigen sich Mängel bei der Betonung mancher Dialoge sowie im Klang einiger Stimmen. Glücklicherweise fällt das nicht so sehr ins Gewicht, so dass der Sehspaß nur teilweise getrübt wird. Insgesamt ist die deutsche Synchronisation von Danmachi: Sword Oratoria trotz der Schwächen ordentlich.

Fazit

Endlich steht die Rückkehr nach Orario an. Danmachi gehört genauso wie die Manga-Reihe Is It Wrong to Try to Pick Up Girls in a Dungeon? auf Basis der Light Novels zu meinen absoluten Favoriten. Um so mehr habe ich mich auf Danmachi: Sword Oratoria gefreut. Dass es sich dabei nur um ein Spin-off und keine Fortsetzung handelt, stört mich nicht. Mit großem Interesse und Spaß habe ich den Beginn der Geschichte rund um Lefiya, Aiz und die Loki-Familia verfolgt. Dass mit der Elfen-Magierin eine neue Hauptfigur an der Seite der Prinzessin der Klingen eingeführt wird, ist sinnvoll, da so eine etwas unerfahrenere und unsicherere Abenteurerin als Identifikationsfigur genutzt werden kann. Lefiya ist zwar eher simpel gestrickt, ist mir aber schnell ans Herz gewachsen. Gefreut hat mich außerdem, dass neben der Elfe und Aiz die Schwestern Tiona und Tione eine größere Rolle spielen. Das Duo ist herrlich und sorgt gemeinsam mit anderen Figuren für einigen Humor, kann aber auch in Kämpfen überzeugen. Allgemein hat der Blick in die Strukturen und Abenteuer der Loki-Familia mein Interesse geweckt und zeigt zudem, dass Danmachi als größeres Franchise auch abseits von Bell und Hestia sehr gut funktioniert. Die Geschichte ist zudem spannend und hat meine Neugier geweckt, weshalb ich mich bereits auf die nachfolgenden Volumes freue. Dass einige Sprecher ausgetauscht wurden, stört mich persönlich weniger als die etwas durchwachsene Leistung mancher Sprecher. Den Spaß, den ich mit Danmachi: Sword Oratoria Volume 1 hatte, trübt das jedoch kaum. Fans der ersten Serie sowie des Fantasy-Genres, sollten definitiv einen Blick wagen.

Kurzfazit: Spannender Fantasy-Serien-Auftakt, der mit einer packenden Geschichte, sympathischen Figuren, gut inszenierten Kämpfen, einer ordentlichen Portion Humor und der faszinierenden Welt hervorragend unterhält.

Vielen Dank an Anime House für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Danmachi: Sword Oratoria – Vol. 1!

Details
Titel: Danmachi: Sword Oratoria – Vol. 1
Originaltitel: Dungeon ni Deai o Motomeru no wa Machigatte Iru Darou ka Gaiden: Sword Oratoria
Genre: Fantasy, Comedy
Regie: Yohei Suzuki
Studio: J.C. Staff
Produktionsjahr: 2017
Laufzeit: ca. 90 Minuten
Sprachen: Deutsch, Japanisch (DTS HD MA 2.0)
Untertitel: Deutsch
Extras: Karaoke-Intro, Previews, Trailer, Booklet, Wendecover
Extras (Limited Collector’s Edition): Lesezeichen, Magnetbutton, Untersetzer
Herkunftsland: Japan
Altersfreigabe: ab 12
Erscheinungstermin: 26. Oktober 2018
Herstellerseite: Anime House

© Fujino Omori, SB Creative Corp. / Sword Oratoria Project / Anime House

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