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Mrz 13 2016

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Rezension: Danmachi – Vol. 1 (Blu-ray)

danmachi-vol-1-coverAm 24. März veröffentlicht Anime House die Fantasy-Comedy-Serie Danmachi und bringt damit ein Anime-Highlight nach Deutschland.

Der volle Titel der Fantasy-Comedy-Serie lautet Danmachi: Is It Wrong to Try to Pick Up Girls in a Dungeon? Damit beschreibt der Untertitel gut Bells eigentliches Ziel im Dungeon. Versuchen andere Abenteurer Ruhm und Reichtum zu erlangen, möchte Bell unbedingt ein Mädchen kennenlernen. Eine andere Abenteurerin, die er aus größer Not retten kann. Dass es am Ende ausgerechnet er ist, der von Aiz, einer der erfahrensten und besten Abenteurerinnen, gerettet wird, passt natürlich nicht zu seinen Plänen. Dennoch verliebt er sich unsterblich in die sogenannte Prinzessin der Klingen. Sehr zum Missfallen seiner Göttin Hestia.

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Rollenspiel-like

Doch was hat es nun eigentlich mit den Gottheiten, Abenteurern und dem Dungeon auf sich? In Danmachi sind die Götter auf die irdische Welt herabgestiegen. Der Grund dafür: Sie haben sich gelangweilt. Fortan möchten sie gemeinsam mit ihren Kindern, den Bewohnern der Welt, leben. Unter ihnen, um die Welt auf die gleiche Weise wie sie zu sehen und sie zu schützen. Dafür haben die Götter ihre als Arcanum bekannte göttliche Macht aufgegeben. Ausschließlich die Fähigkeit einen göttlichen Segen auszusprechen ist ihnen geblieben. Damit können sie den Mitgliedern ihrer Familia Kraft verleihen, wodurch diese ihrem Handeln entsprechend stärker werden. Danmachi erinnert dadurch an Rollenspiele. So ist es die Aufgabe der Götter den Status ihrer Familia-Mitglieder regelmäßig zu erhöhen. Die Werte steigen dadurch, dass die Charaktere an ihre Grenzen gehen. Bell erlangt beispielsweise zu Beginn der ersten Episode eine hohe Steigerung seiner Agility, also Beweglichkeit, weil er vor dem Minotaurus geflohen ist. Gleichzeitig können Abenteurer über individuelle, angeborene Skills, die durch den göttlichen Segen aktiviert werden, verfügen. Diese verleihen ihnen besondere Fähigkeiten. Interessant ist, dass die Statuswerte sogar HP, also Lebenspunkte umfassen, die ansteigen, wenn ein Abenteurer verletzt wird. Damit ist Danmachi eine perfekte Serie für Fantasy- und Rollenspiel-Fans.

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Die ersten drei Episoden schaffen es exzellent Charaktere und Welt vorzustellen. Nie kommt es zu Verständnis- oder Übersichtsproblemen wegen zu vieler Informationen oder neuer Eindrücke. Damit schafft es Danmachi auf lockere Art des einfachen Erzählens der Geschichte zahlreiche Details unter zu bringen. So wird zum Beispiel kurz gezeigt, wofür die magischen Steine unter anderem genutzt werden. Gleichzeitig gelingt es, eine relativ große Zahl an Figuren einzuführen, ohne dass der Überblick verloren geht oder alles überladen wirkt. Das liegt an der gelungenen Weise wie neue Charaktere vorgestellt werden. Schon kurze Szenen sorgen dafür, dass sie im Gedächtnis haften bleiben, wodurch Danmachi bereits in Episode eins mit einigen wichtigen Figuren hantieren kann. Zum Teil verdankt die Serie das dem guten und individuellen Charakterdesign. Egal ob Bell, Hestia, Aiz, Eina oder die ebenfalls weiblichen Gottheiten Loki und Hephaistos, jede vorgestellte Figur verfügt über einen hohen Wiedererkennungswert und wirkt durchdacht. Das gilt sogar für die Angestellten der Taverne, die sich trotz identischer Kleidung durch ihre Gesichter und Frisuren deutlich voneinander unterscheiden. Erwähnt werden muss auch Ganesha, der Ausrichter des Banketts der Götter und der Monsterphilia. Die Art wie der indische Gott dargestellt wird ist absolut köstlich. Immer wieder fragt man sich, ob nun sein Ego oder sein Herz für das einfache Volk größer ist. Dass es gleichzeitig gelingt ihn nicht zur lächerlichen Witzfigur verkommen zu lassen ist einmalig.

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Ensemblestärke

Es endet jedoch nicht beim bloßen Design der Charaktere. Die Persönlichkeiten der wichtigsten Figuren werden so gut und schnell vermittelt, dass sie charakterlich sofort einzuordnen sind. Besonders Hestia ragt durch ihre immer fröhliche, aufgedrehte und aufbrausende Art deutlich hervor. Spätestens, wenn sie ihren ersten Auftritt hat, wird verständlich, weshalb Danmachi als „Anime mit Hestia“ bekannt ist. Die kleine Göttin ist einfach großartig und auf so herzerwärmende Weise liebenswürdig, dass man sich ihrer Familia sofort anschließen möchte. Doch auch Bell ist ein absolut sympathischer Charakter. Ein bisschen stereotypisch mag er ausfallen, das stört aber nicht, da es perfekt zu seiner Persönlichkeit passt. Der junge Abenteurer ist einfach ein freundlicher, loyaler und lieber Kerl. Auf seine Weise etwas naiv, aber gerade das sorgt dafür, dass man ihn noch mehr mag.

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Damit verfügt Danmachi über ein Protagonisten-Duo, das man sofort ins Herz schließt und mit dem man mitfiebert. Das Zusammenspiel von Bell und Hestia ist zu jeder Zeit ein herrlicher Anblick. Die etwas naive Art Bells, der nicht versteht wie sehr ihm seine Göttin eigentlich verfallen ist, gepaart mit der frohnatur Hestia, die leicht eifersüchtig auf Bells Verliebtheit in Aiz reagiert. Es ist einfach großartig den Abenteuer und die Göttin zusammen zu erleben. Ähnliches gilt für andere Kombinationen. Egal ob Hestia und Loki, Hestia und Hephaistos, Bell und Eina oder Bell und Syr. Jede Charakterkombination verfügt über eigene Stärken und sorgt für große Unterhaltung. Man muss einfach schmunzeln, wenn sich Hestia und Loki beim Bankett der Götter wegen ihrer körperlichen Eigenschaften streiten. Allgemein ist die Darstellung der Gottheiten hervorragend gelungen. Charaktere wie Loki oder Hephaistos fallen gänzlich anders aus, als man es erwartet. Damit überrascht die Serie und sorgt zugleich für ein erstklassiges Ensemble, das über mehr charakterliche Tiefe verfügt, als anfangs erwartet.

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Glaubhaft und abwechslungsreich

Danmachi kann allerdings neben der grundlegenden Welt und den Charakteren auch mit einer interessanten, abwechslungsreichen Geschichte überzeugen. Es ist spannend zu beobachten wie Bell im Dungeon agiert oder wie sich Hestia auf dem Bankett der Götter verhält. Dabei ist jegliches Ereignis perfekt eingebunden und es ergibt sich ein großes Ganzes. Zeitweise entsteht sogar das Gefühl, man habe es ein wenig mit einer Slice-of-Life-Serie zu sehen, die einen Einblick in das Leben von Bell und Hestia bietet. Natürlich bleibt das Ziel von Bell, immer stärker zu werden, um am Ende Aiz Wallenstein von sich überzeugen zu können, als roter Faden erhalten. Für beide Protagonisten der Serie ist es das klare Ziel, dem jungen Abenteuer zu Erfolgen und schnellen Status-Verbesserungen zu verhelfen. In Episode drei zeichnet sich dann allerdings eine größere Handlung ab und ein potenzieller Gegenspieler für Hestia und Bell tritt auf den Plan. Es ist zwar schnell klar, um wen es sich dabei handelt, dennoch werden genügend Mysterien erhalten, um Spannung und Neugier zu erzeugen. Viel zu schnell sind die drei Episoden von Danmachi Volume eins vorbei und am liebsten möchte man sofort die restliche Serie sehen, um zu erfahren wie es mit Bell und Hestia weitergeht.

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Wie bereits erwähnt ist das Design der Serie ausgezeichnet. Sowohl die Charaktere als auch die Fantasy-Welt und die Monster wissen zu gefallen und alles fügt sich gut und glaubhaft zusammen. Kleine Details, wie die mit magischen Steinen betriebenen Straßenlaternen oder die vielerorts zusehende Runenschrift, sorgen für einen noch lebendigeren Eindruck der Welt. In Sachen Animationen gehört Danmachi ins bessere Mittelfeld. Es gibt Animes die in dieser Disziplin besser abschneiden, dennoch kann die Serie überzeugen und selbst in den Kämpfen kann man dem Geschehen immer folgen. Mehr ist gar nicht nötig, um das allgemeine Sehvergnügen gut zu unterstützen. Erwähnt werden sollten die manchmal etwas starren und leeren Hintergründe, die jedoch kaum negativ ins Gewicht fallen und den Unterhaltungswert auf keine Weise beeinflussen.

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Unterstützt wird die gute Fantasy-Atmosphäre von der stets passenden Musik-Untermalung und den Soundeffekten. Sie erklingen immer in den richtigen Momenten und vermitteln jede Szene genau so, wie es sein muss. Ein kleines Highlight ist das Opening mit hohem Wiedererkennungswert. Der Titelsong brennt sich schnell ins Gedächtnis ein und kaum erklingt er, kommen Erinnerungen an die Serie auf. Gleichzeitig unterstreichen die Bilder das Lied optimal und sorgen für einen unterhaltsamen Einstieg in die Serie. Lob muss man Anime House für die Synchronisation aussprechen. Die Stimmen passen perfekt zu den Charakteren. Außerdem leisten die Sprecher ausgezeichnete Arbeit bei der Betonung der Dialoge und setzen sogar Szenen in denen Charaktere mit vollem Mund sprechen glaubhaft um. Wirklich hervorragende Arbeit!

Fazit

Die ersten drei Episoden von Danmachi haben absolut überzeugt und konnten ausgezeichnet unterhalten. Dabei stimmt die Mischung der Genres. Die Fantasy-Welt ist hervorragend und glaubhaft, während die Geschichte mit einiger Abwechslung daherkommt. Klare Höhepunkte sind aber die charakterlich und im Design herausstechenden Charaktere, insbesondere Hestia. Genauso gelingt es Bell sympathisch darzustellen und den Wunsch zu wecken, mit ihm gemeinsam den Dungeon zu erkunden. Doch nicht nur die beiden Protagonisten sind eine klasse für sich. Das gesamte Ensemble von Danmachi hat mich in den ersten drei Episoden überzeugt. Besonders Lob muss dafür ausgesprochen werden, dass trotz einer recht großen Charakterdichte bereits zum Auftakt der Serie niemals Unübersichtlichkeit aufkommt. Danmachi schafft es also, abgesehen von den nicht immer perfekten Animationen, auf ganzer Linie zu überzeugen. Für mich gehört die Fantasy-Comedy-Serie bereits jetzt zu den besten des Jahres und sollte die Qualität weiterhin erhalten bleiben, könnte Danmachi zu einer meiner persönlichen Lieblingsserien werden. Einen großen Kritikpunkt gibt es allerdings: Volume eins beinhaltet nur drei Episoden. Dabei möchte man sofort wissen wie es mit Bell, Hestia und den anderen weitergeht. Die Vorfreude auf Volume zwei und die weiteren Fortsetzungen der Serie sind auf jeden Fall geweckt und damit wandelt sich dieser Kritikpunkt in eine Stärke. Schließlich habe ich höchst selten ein Serien-Volume an zwei Abenden hintereinander angesehen.

Kurzfazit: Durchdachte, liebenswürdige Charakteren, eine interessanten Welt, eine spannende, abwechslungsreiche Geschichte ergänzt durch erstklassigen Witz sorgen für einen herausragenden Auftakt von Danmachi.

Vielen Dank an Anime House für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Danmachi – Vol. 1!

Details
Titel: Danmachi– Vol. 1
Genre: Fantasy, Comedy
Regie: Yoshiki Yamakawa
Studio: J.C. Staff
Produktionsjahr: 2015
Laufzeit: ca. 80 Minuten
Sprachen: Deutsch, Japanisch (DTS HD MA 2.0)
Untertitel: Deutsch, Englisch
Herkunftsland: Japan
Altersfreigabe: ab 12
Erscheinungstermin: 24. März 2016
Herstellerseite: Anime House

Bilder Copyright J.C. Staff / Anime House

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3 Pings

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