Rezension: Fatal Frame II: Crimson Butterfly Remake (Switch 2)

Die Zwillingsschwestern Mio und Mayu müssen in Fatal Frame II: Crimson Butterfly Remake einem geheimnisvollen Ort voller Geister entkommen.

Obwohl die Fatal-Frame- beziehungsweise Project-Zero-Reihe fast fünfundzwanzig Jahre alt ist, sind die Horror-Spiele von Koei Tecmo nicht so bekannt wie andere japanische Genrevertreter. Auf einen neuen Serienteil müssen Fans mittlerweile seit rund zwölf Jahren warten. Zuletzt erschien 2014 mit Project Zero: Priesterin des schwarzen Wassers ein neuer Teil, der 2021 bereits ein Remaster erhalten hat. 2023 folgte schließlich noch ein Remaster des vierten Ablegers, Project Zero: Die Maske der Mondfinsternis. Damit nicht genug der Neuauflagen, auch der zweite Teil hat kürzlich eine neue Version erhalten. Bei Fatal Frame II: Crimson Butterfly Remake handelt es sich jedoch wie der Titel bereits erahnen lässt um kein auf neue Systeme angepasstes Spiel, sondern um ein tatsächliches Remake. Dieses geht mit einer Änderung des Reihennamens in Europa einher. Statt Project Zero setzt Koei Tecmo nun auf den in Nordamerika etablierten Titel Fatal Frame. Das kann für Verwirrung sorgen, schließlich ist das Horror-Spiel bereits dreimal als Project Zero II veröffentlicht worden. Erstmals 2004 für die PlayStation 2, ein Jahr später für die Xbox und schließlich 2012 mit einem ersten Remake für die Wii.

Verirrte Zwillinge

Fatal Frame II: Crimson Butterfly Remake folgt den Zwillingsschwestern Mio und Mayu Amakura, die sich verlaufen und in das abgelegene, geheimnisvolle und verfallene Dorf Minakami gelangen. Dieses dürfte eigentlich nicht mehr existieren und scheint in der Zeit gefangen zu sein. Während der Erkundung des gruseligen Ortes treffen die Schwestern bald auf Geister, die ihnen nicht wohlgesonnen sind. Außerdem lüften sie mal alleine, mal gemeinsam unterwegs langsam die Geheimnisse von Minakami. Die Geschichte des unter Fans beliebtesten Serienteils hat Koei Tecmo für das Remake weitgehend beibehalten. Allerdings wurde die Inszenierung modernisiert, einige Ereignisse wurden überarbeitet und im Verlauf der Handlung erfahrt ihr mehr über Minakami. Zudem könnt ihr ein neues Ende für die Geschichte entdecken, was auch Fans, die das Horror-Spiel kennen, einen zusätzlichen Grund liefert, erneut mit den Amakura-Zwillingen nach Minakami aufzubrechen.

Wie schon das Wii-Remake setzt Fatal Frame II: Crimson Butterfly Remake auf eine Third-Person-Verfolger-Perspektive statt die festen Kamerapositionen des Originals. Dadurch fühlt sich das Horror-Spiel sofort modern an und die zwar nicht immer intuitive, aber trotzdem gelungene Steuerung ist schnell verinnerlicht. Besonders das Erkunden von Minakami, den verschiedenen Gebäuden und Gebieten, zu denen auch zwei neue Schauplätze zählen, ist überaus atmosphärisch umgesetzt. Die gut platzierte Kamera und die manchmal etwas schwammige Steuerung tragen ihren Teil dazu bei. Schließlich seid ihr kein erfahrener Soldat, Polizist oder etwas ähnliches. Mio, in deren Rolle ihr die Geschichte erlebt, ist eine verängstigte Jugendliche, die irgendwie versucht die Gefahren zu überstehen und ihre nach einem von Mio verursachten Unfall verletzte Schwester Mayu zu beschützen.

Geisterbekämpfung mit Fotos

Da ihr in Minakami regelmäßig Geistern begegnet, ist es notwendig euch zu wehren. Doch anders als gegen Zombies oder groteske Monster helfen keine Pistolen, Schrotflinten oder Baseballschläger. Stattdessen greift Mio zur sehr früh im Spiel gefundenen Camera Obscura. Damit ist es möglich, Geisterfotos zu schießen und den angreifenden Nachtmahren und anderen Erscheinungen zu schaden. Auf Tastendruck zückt ihr die Kamera und müsst den Gegner in den Fokus bringen. Je besser ihr den Geist einfangt, desto mehr Schaden verursacht ihr. Zusätzlich bietet es sich an zu warten, bis euch euer Angreifer attackiert und der Sucher rot wird. Schießt ihr in diesem letzten Moment ein Foto, sinkt die Lebensenergie der Geister noch schneller.

Ebenfalls Auswirkung auf den verursachten Schaden hat die Wahl des Films. Außerdem bieten Schnappschüsse, Todeszeit und Todesfoto zusätzliche taktische Möglichkeiten. Das gilt auch für die verschiedenen Filter, die euch dabei helfen beim Erkunden Spuren und Geheimnisse zu entdecken, aber auch Einfluss auf den Kampf haben. Allerdings reicht das alles noch nicht aus, um immer erfolgreich zu sein. Dafür dürft ihr mit der Zeit die Camera Obscura aufwerten und etwa den verursachten Schaden erhöhen oder die Nachladezeit von Filmen senken. Das ist hilfreich und hat spürbaren Einfluss auf die Kämpfe. Allerdings fällt schon früh auf, dass sich die Auseinandersetzungen mit Geistern teilweise recht lange ziehen. Gerade auf den höheren Schwierigkeitsgraden seid ihr bereits bei Standardgegnern oft mehrere Minuten beschäftigt. Stärkere Geister und Bosse stellen dann eine noch anstrengendere, manchmal frustrierende und mitunter nervige Herausforderung dar. Immerhin hat Koei Tecmo dieses Problem mit einem Update bereits ein wenig abgeschwächt, komplett beseitigt aber noch nicht. Am grundlegenden Spielspaß ändert das glücklicherweise wenig.

Gruseliges Dorf

Eine der größten Stärken von Fatal Frame II: Crimson Butterfly Remake ist neben der tragisch-traurigen Geschichte die dichte Atmosphäre. Schon die ersten Schritte in Minakami lösen ein gruseliges Schaudern aus, das zu keiner Zeit nachlässt. Die Umgebungen sind schaurig und die Geister übernatürlich, abstoßend und mitleiderregend gestaltet. Zusätzlich lebt das Horror-Spiel von der fantastischen Soundkulisse. So lässt sich beispielsweise hören, wo sich Geister verbergen oder aus welcher Richtung sie angreifen. Zusätzlich lösen die verschiedenen Sounds gemeinsam mit der subtilen, stimmungsvollen Musik ein beklemmendes Gefühl aus.

Daran hat auch die stimmungsvollen Grafik einen großen Anteil. Fatal Frame II: Crimson Butterfly Remake sieht wirklich schön aus und beweist mit der Optik, weshalb ein Remake des Horror-Spiels mehr als berechtigt ist. Detaillierte Umgebungen, schicke Charaktermodelle und die bereits erwähnten gruseligen Geister sowie die Licht- und Schatteneffekten sind einfach fantastisch und tragen ihren Teil zur Atmosphäre bei. Ähnliches gilt für die hochwertige japanische und die sehr gute englische Sprachausgabe. Und dann ist da noch eine charmante wie spielerisch sinnvolle Neuerung, die ebenfalls zur Stimmung beiträgt: Mio und Mayu können sich an der Hand halten. Das ergibt in ihrer Situation Sinn und füllt Mios Lebenspunkte schneller wieder auf.

Fazit

Die Fatal-Frame- beziehungsweise Project-Zero-Reihe hat für mich immer etwas besonderes, weil sie statt auf klaren Horror auf japanischen Grusel und Geister setzt. Damit unterscheiden sich Koei Tecmos Horror-Spiele deutlich von anderen Reihen wie Resident Evil und Silent Hill. Nachdem Capcom und Konami bereits mit Remakes ihrer alten Hits erfolgreich waren, setzt Koei Tecmo nach und spendiert dem beliebtesten Teil ebenfalls eine Neuauflage. Fatal Frame II: Crimson Butterfly Remake braucht sich dabei nicht vor den bekannteren Namen zu verstecken. Das Horror-Spiel brilliert mit einer beklemmenden Atmosphäre, einer traurig-tragischen Geschichte, liebenswerten Protagonistinnen, schaurigen Geistern und einem sehr eigenständigen Kampfsystem. Kleinere Probleme im Gameplay fallen zwar auf, ändern aber wenig am Spielspaß. Die moderne Grafik und die fantastische Soundkulisse tragen ihren Teil zur dichten Stimmung bei. Horror-Fans sollten Fatal Frame II: Crimson Butterfly Remake unbedingt eine Chance geben.

Kurzfazit: Stimmungsvolles Horror-Spiel-Remake, das mit sinnvollen Neuerungen, der traurig-tragischen Geschichte neues Leben einhaucht und atmosphärischen wie fesselnden Genre-Spielspaß garantiert.

Vielen Dank an Koei Tecmo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Fatal Frame II: Crimson Butterfly Remake!

Details
Titel: Fatal Frame II: Crimson Butterfly Remake
Genre: Horror-Adventure
Publisher: Koei Tecmo
Entwickler: Team Ninja
Spieler: 1
Syteme: Switch 2 (getestet), PlayStation 5, Xbox Series X|S, PC
Altersfreigabe: ab 16
Erscheinungsdatum: 12. März 2026

©KOEI TECMO GAMES CO., LTD. All rights reserved.

Lesetipp: Rezension: Project Zero: Priesterin des schwarzen Wassers (PS5)