Rezension: Black Paradox (Manga)

Der gescheiterte Selbstmordversuch von vier Menschen bringt in Black Paradox Deluxe Edition eine schicksalhafte Entdeckung.
Über eine Webseite haben sich Marseau, Pitan, Tableau und Baratchi verabredet gemeinsam Selbstmord zu begehen. Sie kennen weder die richtigen Namen voneinander noch wissen sie etwas über das Leben ihrer Begleiter in den Tod. Als sie sich auf der Fahrt zu ihrem auserwählten Todesort unterhalten, stellen sie ein paar seltsame Gemeinsamkeiten sowie ungewöhnliche Hintergründe für ihren Wunsch, ihr Leben zu beenden, fest. Doch schon bald kommt es zu mysteriösen Ereignissen, Doppelgänger von allen außer Marseau sind unterwegs und schließlich öffnet sich eine Verbindung in eine andere Welt. Dabei kann es sich nach Überzeugung des Quartetts nur um das Jenseits handeln. Von dort erhalten sie ein bisher unbekanntes Mineral, das nicht nur das Leben von ihnen, sondern das Schicksal der gesamten Menschheit verändern könnte.
Geheimnisvolles Portal, unbekanntes Mineral
Fast siebzehn Jahre nach der Erstveröffentlichung der sechs Kapitel langen Geschichte Black Paradox, ist das Werk von Junji Ito erstmals auf deutsch erschienen. Der Horror-Manga beginnt mit dem Treffen der vier Hauptfiguren, die sich über eine Webseite zum Selbstmord verabredet haben. Auf der Fahrt zu dem Ort, an dem sie sich gemeinsam das Leben nehmen wollen, unterhalten sie sich über ihre Gründe, die bereits offenbaren, dass die Geschichte weitaus unheimlicher und geheimnisvoller ist als es anfangs vielleicht scheint. Statt eines Dramas über den verlorenen Sinn des Lebens erzählt Black Paradox von übernatürlichen Geschehnissen, seltsamen Doppelgängern und einer Verbindung zu einer anderen Welt. Wie von Juji Ito gewohnt, baut sich die Geschichte langsam auf, verknüpft die Ereignisse mit unerwarteten Wendungen, subtilem Grusel und übernatürlichen Vorkommnissen.
So wird bereits die Vorstellung von Marseau, Pitan, Tableau und Baratchi genutzt, um erste unerklärliche Ereignisse in die Geschichte einzubauen. Eng mit den Gründen für ihre Todeswünsche verbunden, hat jeder von ihnen mit einem unnatürlichen, belastenden Phänomen zu kämpfen. Natürlich nutzt Junji Ito diese für einige schaurige Momente sowie leicht abstoßende Szenen. Doch Black Paradox ist zurückhaltender als andere Werke des Horror-Mangaka. Gerade die Inszenierung der Geschichte sowie die zentralen Wendungen sorgen aber trotzdem für eine durchgehend fesselnde Spannungskurve und eine dichte Grusel-Atmosphäre. Immer wieder überrascht der Manga mit unerwarteten Entwicklungen sowie unerklärlichen Vorkommnissen. Dabei nutzt Junji Ito die Figuren recht gut, auch wenn die Charaktere wie so oft etwas mehr Tiefe vertragen könnten. An der Qualität von Black Paradox oder gar dem einzigartigen und faszinierenden Leseerlebnis ändert das aber nichts. So bleibt der Horror-Manga bis zum gelungenen Ende spannend.
Als Bonus umfasst die Deluxe Edition von Black Paradox noch die Geschichten Züngelfrau und Pavillon Bizarre. Züngelfrau erzählt von einer seltsamen Frau, die Menschen anfällt und ableckt, woraufhin diese bald an einer starken Vergiftung sterben. Gewohnt gruseliger Junji-Ito-Horror, ist das Einzelkapitel eine willkommene Ergänzung. Zumal die Geschichte sich stark von Black Paradox abhebt und unterstreicht, wie abwechslungsreich das Schaffen von Junji Ito ist. Ähnliches gilt für das lediglich vier Seiten umfassende Pavillon Bizarre. Wie der Titel bereits andeutet, wird eine äußerst bizarre Geschichte über die Hauptattraktion einer düsteren Expo erzählt. Ganz in Farbe gehalten, setzt sich Pavillon Bizarre noch einmal vom Rest des Mangas ab und verleiht den detaillierten und stimmungsvollen Zeichenstil von Junji Ito eine andere Wirkung. Doch auch die gewohnten schwarz-weiß Bilder von Black Paradox und Züngelfrau tragen viel zur dichten Atmosphäre und zum schaurig-packenden Horror-Lesespaß bei.
Fazit
Wieder einmal hat es Junji Ito geschafft, mich mit einem seiner Werke zu überraschen, zu fesseln und zu faszinieren. Black Paradox ist eine stimmungsvolle, wendungsreiche und eigenwillige Erzählung über die Auswirkungen eines misslungenen Gruppen-Selbstmords. Übernatürliche Elemente, unfassbare Ereignisse und der typisch subtile Horror von Junji Ito werden zu einem einzigartigen wie atmosphärischen Leseerlebnis verknüpft. Dabei setzt der Horror-Mangaka wieder auf eine Mischung aus dicht erzählter Geschichte und abstoßenden Momenten. Ähnlich fesselnd sind die Bonus-Kapitel Züngelfrau und Pavillon Bizarre, die eine eigene Art von Junji Itos Geschichte präsentieren und zusätzliche Abwechslung versprechen. Damit bietet Black Paradox Deluxe Edition wieder ein herausragendes Horror- und Junji-Ito-Leseerlebnis, das sich kein Fan des Horror-Mangaka oder des Genres entgehen lassen sollte.
Kurzfazit: Faszinierend, atmosphärisch und wendungsreich erzählt der Horror-Manga eine mitreißende Geschichte mit subtilem Horror, während zwei Bonus-Kapitel zusätzliche, schaurige Abwechslung garantieren.
Vielen Dank an Carlsen Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Black Paradox!
Details
Titel: Black Paradox
Originaltitel: Black Paradox
Genre: Horror
Verlag: Carlsen Manga
Mangaka: Junji Ito
Seiten: 246
Preis: 18,00 €
ISBN: 978-3-551-80560-7
Verlagsseite: Black Paradox bei Carlsen Manga
Erscheinungsdatum: 27. Januar 2026
© 2009/2026 Junji Ito / JI Inc. / Shogakukan Inc.
© 2026 Carlsen Verlag GmbH
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