Rezension: Junji Ito Collection (Blu-ray)

Pünktlich zum Grusel-Monat Oktober hat KSM Anime die Kurzgeschichten-Horror-Anime-Serie Junji Ito Collection veröffentlicht.

Ein Junge der Menschen verflucht, ein gruseliges Model, tödliche Liebesprophezeihungen, Übergänge in andere Welten, Objekte, die menschliche Begierde wecken, ein Mädchen, das Männer vereinnahmt und allerlei mehr schaurige Geschichte erzählt die Junji Ito Collection. Basierend auf Kurzgeschichten des Horror-Mangaka Junji Ito, erzählt die Anime-Adaption in dreizehn Folgen jeweils zwei Handlungsbögen rund um Übernatürliches, das den Alltag von Menschen auf schaurige Weise verändert.

Schwankende Gruselgeschichtensammlung

Wie erwähnt, adaptiert Studio Deen in der Junji Ito Collection mehrere Kurzgeschichten des bekannten Horror-Mangaka. Dabei fallen die einzelnen Geschichten unterschiedlich lang aus. So haben einige lediglich eine Laufzeit von ein paar Minuten, während andere fast eine gesamte Folge umfassen. Insgesamt sechsundzwanzig Kurzgeschichten von Junji Ito werden in den dreizehn Episoden erzählt. Schweißtreibende Schockeffekte oder allzu blutiger Horror bleiben aus. Viel mehr setzt die Junji Ito Collection, ganz nach der Vorlage, auf subtilen, oft alltäglich angehauchten Grusel mit übernatürlichen Elementen. Nicht selten wird der einfache Alltag der auftretenden Charaktere durch ein simples Ereignis auf den Kopf gestellt und in blanken Horror verwandelt. Dabei ist eine große, aufsehnerregende Wendung gar nicht notwendig. Selbst kleinste Veränderungen und Situationen können spannende Schauermomente mit sich bringen.

Leider gilt das nur für die stärkeren der Kurzgeschichten. Andere wiederum überzeugen mit einer spannenden Handlung oder überzeugen mit interessanten, skurrilen Charakteren. Viel zu oft fallen Episoden oder Teile einer Episode aber auch zäh und fast schon langweilig aus. Mal hakt es an der Umsetzung, mal sind Story- und Charakteraufbau nicht ausreichend und mal sind die Kurzgeschichten selbst schlicht nicht fesselnd oder gruselig genug. Gerade die schwankende Qualität ist eines der größten Probleme der Junji Ito Collection. Maßgeblich trägt dazu auch das Konzept bei, da trotz wiederkehrender Figuren und indirekter Fortsetzungen oft zu wenig Zeit bleibt, um eine Beziehung zu den Charakteren aufzubauen und Interesse für sie zu entwickeln. Hier wäre der Fokus auf weniger Geschichten, die dafür etwas mehr Zeit zur Entwicklung haben, besser gewesen.

Dennoch kann die Junji Ito Colleciton mit einigen Gruselhiglights aufwarten. Gerade in solchen Momenten wird noch deutlicher, was bei einem besseren Handlungs- und Charakteraufbau möglich gewesen wäre. Etwa, wenn wiederholt von Tomie, deren Geschichte in der letzten Episode besonders im Fokus steht, erzählt wird, versteht es die Serie zu faszinieren, fesseln und gruseln gleichzeitig. Schade, dass diese wirklich starken Momente eher selten sind und selbst bessere Geschichten oft unter ihrem Potenzial bleiben. Immerhin wird stets für eine gute Atmosphäre gesorgt, so dass die Grusel-Stimmung niemals komplett verloren geht. Zu verdanken ist das auch dem gelungenen, auf matten, erdigen Farben setzendem Stil, der passenden Musikuntermalung und der meist überzeugenden deutschen Synchronisation. Trotz der schwankenden Qualität, eignet sich die Junji Ito Collection als kurzweiliges Grusel-Erlebnis ohne plakative Schockeffekte des modernen Horror-Genres.

Fazit

Vollkommen überzeugt haben mich die dreizehn Episoden der Junji Ito Collection nicht. Obwohl bei einigen Kurzgeschichten packende Grusel-Unterhaltung geboten wird, fällt die Qualität insgesamt zu schwankend aus. Zu oft haben mich Handlung und Charaktere kalt gelassen. Manchmal waren mir die zugrunde liegenden Ereignisse auch zu eklig, statt wirklich gruselig oder schaurig zu sein. Gleichzeitig blitzt oft aber das Potenzial hervor, dass sich hinter der Junji Ito Collection verbirgt. Etwas besserer Handlungs- und Charakteraufbau hätte bei vielen Kurzgeschichten geholfen. So bleibt eine durchwachsene Grusel-Serie, die vor allem mit subtilem Horror überzeugt. Genre-Fans und Anhänger von Junji Ito können trotz der offensichtlichen Schwächen einen Blick wagen.

Kurzfazit: Atmosphärische Grusel-Kurzgeschichten-Sammlung, die unter schwankender Qualität leidet, in starken Momenten aber schaurig fesseln kann.

Vielen Dank an KSM Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Junji Ito Collection!

Details
Titel: Junji Ito Collection
Originaltitel: Junji Ito Collection
Genre: Horror, Mystery
Regie: Shinobu Tagashira
Studio: Studio Deen
Produktionsjahr: 2018
Laufzeit: ca. 306 Minuten (Blu-ray), ca. 294 Minuten (DVD)
Sprachen: Deutsch, Japanisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Trailer, Bildergalerie
Herkunftsland: Japan
Altersfreigabe: ab 16
Erscheinungstermin: 17. Oktober 2019
Herstellerseite: Junji Ito Collection bei KSM Anime
Partnershop des Herstellers: Junji Ito Collection (Blu-ray) bei Anime Planet / Junji Ito Collection (DVD) bei Anime Planet

© Junji Ito / Asahi Shimbun Publications, The Junji Ito Collection Production Committee / KSM Anime