Rezension: Tomodachi Life: Wo Träume wahr werden (Switch/Switch 2)

Auf einer Insel leben Miis in Tomodachi Life: Wo Träume wahr werden, ihr verrücktes Leben voller Eigenheiten.
Auf Nintendo DS und Nintendo 3DS hat Nintendo bereits 2009 und 2013 Freundschaften unter Miis gefördert. Rund dreizehn Jahre nach dem letzten Spiel der Lebenssimulations-Reihe, kehrt Tomodachi Life als eines der wahrscheinlich letzten Nintendo-Spiele für die erste Switch zurück. Tomodachi Life: Wo Träume wahr werden, schickt euch auf eine Insel, die ihr mit Miis bevölkern und frei gestalten dürft. Klingt ein wenig wie Animal Crossing mit den seit der Wii bekannten Mii-Charakteren, ist aber etwas anderes. So übernehmt ihr nicht die Kontrolle einer Figur, sondern seid ein gottähnliches Wesen, mit dem die Miis interagieren und das auf jeden Aspekt ihres Lebens Einfluss nehmen kann. Als Bewohner für die Insel könnt ihr Miis frei erschaffen. Ob ihr nun Familie, Freunde, Prominente oder fiktive Figuren gestaltet, ist komplett euch überlassen. Aber Vorsicht: Wirkliche Aufgaben gibt es nicht. Stattdessen lebt Tomodachi Life: Wo Träume wahr werden von eurer Kreativität und wie sehr ihr euch beim Gestalten der Miis und der Insel austobt – und dem verrückten, irrwitzigen Humor.
Lebhafte Mii-Insel
In den ersten Stunden nimmt euch die Lebenssimulation ein wenig an die Hand. Als erstes gilt es einen ersten Mii zu erstellen, dessen Haus zu platzieren und grundlegende Inhalte Stück für Stück freizuschalten. Dadurch wächst die Bevölkerung langsam auf sechs Miis an und ihr erhaltet die Möglichkeit euch auf verschiedene Weise auszutoben. So lässt sich bald Kleidung und Nahrung für die Miis kaufen. Oder aber ihr organisiert neue Inneneinrichtungen und gestaltet die Häuser der Miis ein wenig um. Damit ihr all das freischalten könnt, erhaltet ihr für fast alles Erfahrungspunkte und Geld. Letzteres benötigt ihr zum Einkaufen, während Erfahrungspunkte nach einiger Zeit das Insellevel erhöhen. Ist das geschafft, dürft ihr am Wunschbrunnen etwas Neues für eure Insel freischalten. Das können Geschenke, Eigenarten, Inneneinrichtungen und mehr sein.
Steigt wiederum ein Mii aufgrund erfüllter Wünsche und damit erlangter Glücksgefühle im Level auf, dürft ihr ihnen jeweils eine neue Eigenschaft verleihen. Das kann eines der freigeschalteten Geschenke sein oder aber eine Eigenart. Gebt ihr einem Mii beispielsweise einen Fußball, werdet ihr erleben, wie mit diesem gespielt wird. Eine Yoga-DVD führt dazu, dass Miis Yoga-Übungen ausführt. Eigenarten wiederum lassen euch die Miis noch weiter individualisieren. Mit diesen könnt ihr den Miis verschiedene Arten zu grüßen, laufen, stehen und ähnliches verleihen. Das ist meist herrlich und dank der wilden Animationen gut überzeichnet. Ebenfalls witzig sind die komplett selbst festlegbaren Phrasen, die sie in bestimmten Situationen nutzen. Möglich ist das durch die Vertonung der Miis mittels Sprachprogramm, das alle Texte vorliest – natürlich in der Stimme, die ihr dem jeweiligen Mii gegeben habt. Sehr amüsant.
Viel kreative Freiheiten
Noch witziger ist es, dass ihr oft die Möglichkeit habt festzulegen über was die Miis reden oder was sie kennen. So könnt ihr etwa Aktivitäten, Themen oder Personen mittels Eingabe bestimmen. Wenn dann Miis begeistert über den letzten Auftritt von Bowser sprechen oder mit ihren Kenntnisse über das offizielle Regelwerk von Anime prahlen, ist das zum Lachen komisch. Die bereits erwähnten Stimmen der Miis tragen hierzu viel bei, weil eure Miis teilweise sehr seltsam klingen können. Allgemein trumpft Tomodachi Life: Wo Träume wahr werden, enorm mit dem abgedrehten Humor auf. Die Lebenssimulation ist das wahrscheinlich verrückteste Spiel seit sehr langer Zeit.
Das ist aber noch nicht alles. Dank der Werkstatt habt ihr die Möglichkeit wirklich alles selbst zu gestalten. Ob ihr nun Kleidung, Nahrungsmittel, Häuserfassaden oder Bodenplatten für die Insel entwerft, eurer Kreativität ist fast keine Grenze gesetzt. Zumal der Editor wirklich mächtig ist und enorm viele Optionen bietet. Umso bedauerlicher ist es, dass es keine Möglichkeit gibt, eure Werke online zu teilen. Hier dürfte die große Freiheit eine Rolle spielen, da Nintendo euch keine Grenzen vorgibt, weshalb auch Schimpfwörter oder für manche unangemessene Bilder möglich sind. Trotzdem wäre gerade für weniger kreative Menschen eine Download-Funktion von Community-Inhalten praktisch.
Gestaltete Insel
Ebenfalls kreativ werden dürft ihr bei der Gestaltung der Insel. Es ist jederzeit möglich, in den Inselausbau-Modus zu wechseln. Hier könnt ihr eure Insel wirklich komplett frei gestalten. Es ist an euch, Landfläche, Strand, Inseln, Straßen, Wege und mehr anzulegen und Häuser frei zu platzieren. Da ihr die Fassaden und Bodenplatten frei entwerfen könnt, stehen euch hier unendliche Möglichkeiten für eine individuelle Insel offen. Gerade von dieser kreativen Freiheit lebt Tomodachi Life: Wo Träume wahr werden. Wie bereits Eingangs erwähnt, gibt es in der Lebenssimulation keine wirklichen Aufgaben. Demnach müsst ihr Gefallen daran finden, die Insel umzugestalten und eure Miis in ihrem Alltag zu beobachten. Das kann wirklich spaßig und witzig sein, wenn ihr euch darauf einlassen könnt.
Optisch setzt Tomodachi Life: Wenn Träume wahr werden auf einen zu den simplen, aber durchaus vielfältigen Miis passenden Grafikstil. Bunt, abgedreht und eigenwillig hat die Lebenssimulation viel Charme. Dieser ist auch in der verspielten Musik erkennbar. Zudem sind in der Testphase keine technischen Probleme aufgetreten. Weder auf der Switch noch auf der Switch 2, auf der hauptsächlich gespielt wurde, sind Ruckler oder andere Fehler vorgekommen. Sowohl am Fernseher als auch im Handheld-Modus läuft Tomodachi Life absolut flüssig und ohne Abstürze. Damit steht dem spaßigen Mii-Insel-Leben nichts im Weg!
Fazit
Die beiden Vorgänger von Tomodachi Life: Wo Träume wahr werden, habe ich nie gespielt, allerdings bin ich schon seit dem 3DS-Teil, das DS-Spiel ist nur in Japan erschienen, neugierig auf die Reihe. Auf der Switch beziehungsweise Switch 2 habe ich mich nun dem verrückten Leben der Miis gewidmet und hatte enorm viel Spaß. Schon nach kurzer Zeit bin ich in der Lebenssimulation versunken und hatte viel Freude daran mitzuerleben, welche abgedrehten Ereignisse den Miis passieren oder wer in Romanze oder Freundschaft zusammenfindet. Auch das Gestalten immer wieder neuer Miis und die kreativen Möglichkeiten haben mich begeistert. Die mangelnden Aufgaben sind mir zwar aufgefallen, haben mich persönlich aber nicht gestört. Schließlich dauert es wirklich lange, bis ich alles freigeschaltet und die Insel mit 70 (!) Miis bevölkert habe. Wer allerdings einen geordneten Alltag wie in Animal Crossing erwartet, ist bei Tomodachi Life: Wo Träume wahr werden nicht richtig. Lasst ihr euch jedoch auf das einfache Gameplay, den Humor und die kreativen Möglichkeiten ein, werdet ihr viel Spaß haben.
Kurzfazit: Irrwitzige Lebenssimulation, die trotz mangelnder Aufgaben mit kreativer Freiheit, Charme und Humor reichlich Spielspaß bietet.
Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Tomodachi Life: Wo Träume wahr werden!
Details
Titel: Tomodachi Life: Wo Träume wahr werden
Genre: Lebenssimulation
Publisher: Nintendo
Entwickler: Nintendo
Spieler: 1
Syteme: Switch (getestet)
Altersfreigabe: ab 0
Erscheinungsdatum: 16. April 2026
© Nintendo









