Rezension: Harukana Receive – Band 1 (Manga)

Nachdem Haruka in Harukana Receive Band 1 nach Okinawa gezogen ist, entdeckt sie dank ihrer Cousine Kanata die Leidenschaft für Beachvolleyball.

Haruka zieht zu Verwandten nach Okinawa und will dort die Oberschule besuchen. Aufgrund ihrer Körpergröße sticht sie überall hervor. Ganz im Gegensatz zu ihrer Cousine Kanata, die deutlich kleiner ist und Haruka am Flughafen abholt. Begeistert vom Strand direkt vor dem Haus ihrer Verwandten, stürzt sich Haruka sofort ins Vergnügen und trifft zufällig auf Ayasa und Narumi, die Beachvolleyball spielen. Kurz darauf kommt es zu einem spontanen Match, bei dem Haruka und Kanata gegen Ayasa und Narumi antreten sollen. Dabei verbindet besonders Kanta und Narumi als ehemalige Beachvolleyball-Team-Kameradinnen eine belastete Vergangenheit. Vom für sie neuen Sport begeistert, will Haruka unbedingt mit ihrer Cousine ein Duo bilden.

Sonnige Beachvolleyball-Leidenschaft

Die zehnteilige Sport-Slice-of-Life-Manga-Reihe Harukana Receive, die im Original Haruka na Receive heißt, ist in Japan zwischen 2015 und 2020 erschienen. Nachdem die zwölf Episoden umfassende Anime-Adaption bereits 2018 eine deutsche Veröffentlichung erhalten hat, spendiert Dokico endlich auch der Manga-Reihe eine Übersetzung. Erzählt wird die Geschichte von Haruka Oozora, die zu Beginn von Harukana Receive Band 1 auf Okinawa ankommt. Dort sticht sie schon am Flughafen aufgrund ihrer Größe heraus. Derweil verwechselt Haruka selbst ihre deutlich kleinere, gleichaltrige Cousine Kanata erst mit einem Kind. Kein guter Start, doch die Beziehung der beiden wird davon kaum belastet. Vielmehr baut Mangaka Nyoijizai damit direkt die jeweiligen Komplexe und Probleme der beiden Protagonistinnen bezüglich ihrer Körpergröße ein. Zudem werden Haruka und Kanata grob vorgestellt.

Allgemein konzentriert sich der erste Band auf die Grundlagen der Geschichte sowie der beiden Hauptfiguren und einiger wichtiger Nebencharaktere. Dabei lässt sich Harukana Receive Band 1 weniger Zeit als vielleicht angemessen wäre. Schon im ersten Kapitel kommt es zu einem ersten Beachvolleyball-Match, bei dem Haruka und Kanata gegen Ayasa und Narumi antreten. Die zufällige Begegnung wird ein wenig von der gemeinsamen Vergangenheit von Kanata und Narumi als ehemalige Team-Kameradinnen getrübt. Immerhin wird der leicht konstruierte Zufall ein wenig erklärt und in logischen Zusammenhang gebracht. Zudem wiegt die Auseinandersetzung der vier Mädchen sowie Harukas Training weitaus schwerer. Schließlich konzentriert sich Harukana Receive Band 1 fast ausschließlich auf die ersten Schritte des Beachvolleyball-Neulings, ihrer wachsenden Verbundenheit mit Kanata und dem Duell mit Ayasa und Narumi.

Charmante Beachvolleyball-Spielerinnen

Dabei werden die vier Figuren mit der Zeit immer greifbarer, zeigen Eigenheiten und ausreichend Tiefe. Es fällt leicht mit ihnen zu fühlen und sie ins Herz zu schließen. Gerade Haruka und Kanata wachsen bereits ein wenig, was essentiell für die weitere Geschichte ist. Allerdings bleibt noch unklar, in welche Richtung sich Harukana Receive entwickeln will. Vorerst erzählt der Manga lediglich von dem Wunsch der beiden Protagonistinnen als Beachvolleyball-Duo anzutreten. Umso besser, dass dafür zum Ende der richtige Rahmen geschaffen wird. Hier werden auch zwei weitere, witzige wie interessante und liebenswerte Charaktere vorgestellt. Somit bietet Harukana Receive Band 1 genau zum richtigen Moment etwas Abwechslung, ohne das Hauptthema zu ignorieren. Das Ende stimmt schließlich ausreichend neugierig, um Interesse am Nachfolger zu wecken.

Überzeugen können ebenfalls die Zeichnungen. Der Fokus liegt dabei oft eindeutig auf den Charakteren, die häufig im Bikini unterwegs sind. Leichte Ecchi-Elemente sind also vorhanden. Da überrascht es nicht, dass darauf auch angespielt wird – inklusive leichter Girls-Love-Andeutungen. Während die Hintergründe teilweise etwas simpel ausfallen, ist die Inszenierung gelungen. Besonders die Beachvolleyball-Matches zeigen ausreichend Wucht, um die Faszination für den Sport zu vermitteln. Ein wichtiger Aspekt, der in den Nachfolgern gerne noch etwas ausgebaut werden kann.

Fazit

Da ich bereits die Anime-Adaption von Harukana Receive gesehen habe, wusste ich ungefähr, was mich beim ersten Band erwartet. Einige Szenen fallen in der Manga-Vorlage zwar anders aus, dennoch hat mich die Geschichte gut unterhalten. Angenehm kurzweilig ist es durchaus spaßig, Haruka und Kanata bei ihren ersten Schritten als Beachvolleyball-Duo zu begleiten. Die gelungene Charakterentwicklung sowie die Einbindung wichtiger Nebenfiguren wie Ayasa und Narumi sorgen dabei für das notwendige Maß an Abwechslung. Zudem ist die Inszenierung gelungen und die Charaktere sind mir alle ans Herz gewachsen. Nur etwas mehr Tiefe könnte der Sport-Slice-of-Life-Reihe nicht schaden. Dafür ist ausreichend Potenzial vorhanden, so dass ich zuversichtlich bin und mich bereits auf den Nachfolger freue. Fans kurzweiliger Sport-Manga, die keine Abneigung gegen leichte Ecchi-Elemente oder Beachvolleyball haben, sollten unbedingt einen Blick wagen.

Kurzfazit: Kurzweiliger Sport-Slice-of-Life-Auftakt-Manga, der eine leichtgängige und interessante Geschichte mit liebenswerten Charakteren, passender Atmosphäre und guter Inszenierung erzählt.

Details
Titel: Harukana Receive – Band 1
Originaltitel: Haruka na Receive
Genre: Sport, Slice of Life
Verlag: Dokico
Mangaka: Nyoijizai
Seiten: 178
Preis: 12,00 €
ISBN: 978-3-98745-304-5
Verlagsseite: Harukana Receive bei Dokico
Erscheinungsdatum: 24. März 2026

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