Rezension: Hellsing – Gesamtausgabe (Blu-ray)

Polizistin Seras Viktoria wird in Hellsing zum Vampir und kämpft an der Seite ihres Meisters Alucard für die Hellsing Organisation gegen Untote.

Die Hellsing Organisation, geleitet von Lady Integra Wingats Hellsing, Nachfahrin der Hellsing-Familie, beschützt im Namen der Königin von England als Heiliger Ritterorden untote Bedrohungen. Als Geheimwaffe dient Lady Hellsing der mächtige Vampir Alucard. Bei einer Mission, bei der eine Spezialeinheit der Polizei vernichtet und in Ghule verwandelt wurde, begegnet Alucard der jungen Polizistin Seras, die als einzige überlebt hat. Allerdings gerät Seras in die Fänge des Vampirs, der für das Blutbad verantwortlich ist. Als sie die Wahl hat zu sterben oder durch Alucard zum Vampir zu werden, wählt sie, das ihr neue, unbekannte Untote-Dasein. Fortan kämpft Seras ebenfalls für die Hellsing Organisation, die zusehends mit einer Bedrohung falscher Vampire, sogenannter Freaks und gefährlicher Ghule konfrontiert wird.

Organisierte Vampirjagd

Hellsing ist als erste Anime-Adaption der gleichnamigen Manga-Reihe von Kouta Hirano erstmals 2001 und 2002 in Japan beziehungsweise 2003 in Deutschland erschienen. Der Vampir-Anime-Klassiker erzählt vom Kampf der titelgebenden Hellsing Organisation gegen eine vampirische Bedrohung. Allgemein setzt Hellsing auf ein düsteres und okkultes Mystery-Setting und verknüpft das mit gut inszenierter Action sowie schwarzem Humor und tiefgründigen Charakteren. Herausstechend ist dabei Alucard als finsterer und mächtiger Vampir, der bei der Erstveröffentlichung schnell zu den beliebtesten Anime-Charaktere gehört hat. Doch auch Lady Hellsing mit ihrer kühlen Art und Polizistin Seras, die mit ihrem neuen Dasein als Vampirin hadert, überzeugen. Ähnliches gilt für einige wichtige Nebenfiguren. Lediglich die Antagonisten bleiben teilweise etwas zu eindimensional, was jedoch auch der nicht immer konsistent verfolgten Geschichte geschuldet ist.

So konzentriert sich Hellsing zeitweise sehr präsent auf den Kampf der Hellsing Organisation mit einem unbekannten Feind, der mittels Mikrochips künstliche Vampire erschafft. Obwohl diese nicht die Fähigkeiten der Originale haben, stellen sie eine tödliche Gefahr dar, was in einigen blutigen Szenen und Vorfällen eindrucksvoll hervorgehoben wird. Allgemein geizt Hellsing sehr passend, nicht mit Blut. Leider verliert sich die Mystery-Action-Serie jedoch nach einiger Zeit in zu vielen aufgebauten Handlungssträngen. Zwar hängt alles irgendwie zusammen, doch aufgrund der Etablierung verschiedener Figuren mit eigenen Zielen sowie zahlreichen Geheimnissen geht der rote Faden der Geschichte manchmal verloren. Das ist bedauerlich, zumal Hellsing trotzdem viel Potential zeigt, dieses nutzt und für die dreizehn Episoden durchgehend fesselt.

Holprig, aber spannend

Allerdings wird der vermutete Haupthandlungsstrang nicht konsequent verfolgt. Zwar hängen die Ereignisse des letzten Drittels direkt mit dem vorherigen Aufbau der Geschichte zusammen, trotzdem erscheinen manche Handlungsfäden zu plötzlich zu verschwinden. Zumal die Geschichte mit den Rätseln um den Feind der Hellsing Organisation, Seras Kampf mit ihrem Vampirdasein sowie den Mysterien von Alucard reichlich zu bieten hat, was nicht immer voll ausgebaut wird. Doch diese Kritik sollte nicht falsch verstanden werden. Hellsing ist trotz der vorhandenen Schwächen eine überaus spannende Mystery-Action-Serie, die immer fesselt und unterhält. Selbst die Mängel bei der Erzählweise ändern nichts daran, dass die Geschichte auf ihre Weise fasziniert und bis zum etwas zu offenen Ende nicht mehr loslässt. Zu verdanken ist das neben der grundsätzlich packenden Handlung auch der dichten Atmosphäre und den großartigen Hauptfiguren.

Zudem trägt der eigenständige, düstere und stimmungsvolle Zeichenstil sowie die flüssigen Animationen viel zur Wirkung von Hellsing bei. Ob nun blutige Action, nachdenkliche Gespräche, ruhige Momente oder bedrohliche Szenen, stets überzeugt die vom Studio Gonzo umgesetzte Mystery-Action-Anime-Serie mit einer erstklassigen visuellen Darstellung. Dazu gehören auch die sehr eigenständigen Charakterdesigns mit enorm hohem Wiedererkennnungswert. Diese erhalten durch die stimmigen Animationen sehr viel Leben, was wunderbar von der hochwertigen deutschen Vertonung unterstützt wird. Der sehr abwechslungsreiche Soundtrack wandelt zwischen rockigen, jazzigen und orchestralen Klängen und unterstreicht jede Szene nahezu perfekt.

Fazit

Hellsing ist zu Recht ein Anime-Klassiker. Obwohl die Geschichte teilweise unter einer nicht ganz konsistenten Erzählweise leidet, schadet das weder dem Unterhaltungswert noch der Spannung. Die dreizehn Episoden haben mich wieder einmal durchgehend gefesselt. Dabei weiß die Mischung aus blutiger Action, rätselhafter Mystery, düsterer Atmosphäre, schwarzem Humor und großartigen Charakteren durchweg zu begeistern. Unterstützt wird die packende Wirkung von Hellsing von den flüssigen sowie stimmungsvollen Zeichnungen und Animationen sowie dem abwechslungsreichen Soundtrack. Trotz des Alters von mittlerweile über zwanzig Jahren hat Hellsing nichts von seiner Faszination verloren!

Kurzfazit: Hochspannende Vampir-Mystery-Action-Anime-Serie, die trotz kleinen Schwächen mit stimmungsvoller Geschichte und großartigen Charakteren fesselt und zu Recht als ein Genre-Klassiker gilt.

Vielen Dank an Hardball Films für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Hellsing – Gesamtausgabe!

Details
Titel: Hellsing – Gesamtausgabe
Originaltitel: Hellsing
Genre: Mystery, Horror, Action, Fantasy
Regie: Yasunori Urata
Studio: Gonzo K.K.
Produktionsjahr: 2001/2002
Laufzeit: ca. 299 Minuten
Sprachen: Deutsch, Japanisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Art Booklet, Art Card, Sticker
Herkunftsland: Japan
Altersfreigabe: ab 16
Erscheinungstermin: 03. Juli 2026
Herstellerseite: Hellsing – Gesamtausgabe (Blu-ray) bei Hardball Films

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