Rezension: Delicious in Dungeon – Teil 1

Laios, Marcille und Chilchuck wollen in Delicious in Dungeon Laios’ Schwester Falin aus dem Magen eines roten Drachen retten und müssen im Dungeon Monster essen.

Der Kampf gegen den roten Drachen ist für Laios, Falin, Marcille, Chilchuck, Namari und Shuro anders verlaufen als gedacht. Die Gruppe hat eine schwere Niederlage eingesteckt und nur dank eines Rückkehr-Zaubers von Falin sind sie dem Tod im Dungeon entronnen. Allerdings hat sich Falin dafür geopfert und wurde von dem roten Drachen verschlungen. Überzeugt davon, dass sie trotzdem noch gerettet werden kann, will ihr Bruder Laios in den Dungeon zurückkehren, den Drachen bezwingen und Falin aus dessen Magen befreien. Namari und Shuro verlassen zuvor jedoch die Gruppe, so dass Laios, Marcille und Chilchuck nur zu Dritte aufbrechen, um Falin zu retten. Ihre finanzielle Situation ist angespannt, so dass sie sich kaum Vorräte leisten können. Zum Bedauern und Widerwillen seiner Gefährten hat Laios eine ungewöhnliche Idee: Sie können die getöteten Monster essen. Glücklicherweise treffen sie den schon lange im Dungeon lebenden Zwerg Senshi, der sich mit der Zubereitung von Monstern auskennt.

Gourmet-Reise zur Rettung

Seit Anfang Januar läuft die vom bekannten Studio Trigger umgesetzte gleichnamige Anime-Umsetzung von Ryoko Kuis Fantasy-Abenteuer-Gourmet-Manga-Reihe Delicious in Dungeon bei Netflix. Mittlerweile ist die Hälfte der vierundzwanzig Episoden unter anderem mit deutscher Synchronisation bei dem Streaming-Anbieter erschienen. Eine gute Gelegenheit, einen Blick auf die bisherigen Abenteuer von Laios, Marcille, Chilchuck und Senshi zu werfen. Dabei beginnt Delicious in Dungeon recht ernst. Beim Kampf gegen einen roten Drachen wird Laios’ Schwester Falin von diesem verschlungen. Zuvor kann sie ihren Bruder und die restlichen Gruppenmitglieder jedoch noch aus dem Dungeon teleportieren. Wenig überraschend, will Laios sie unter allen Umständen retten, selbst nachdem sich mit Namari und Shuro zwei ihrer Gefährten von der Gruppe losgesagt haben. Der ernste Ton wandelt sich recht bald und erste komödiantische Elemente treten auf. Dazu tragen vor allem die herrlichen Interaktionen der kleinen Abenteurer-Gruppe bei. Laios, Marcille, Chilchuck und später auch Senshi ergänzen sich ausgezeichnet und entwickeln früh eine Dynamik, die viel zum Unterhaltungswert der Serie beiträgt.

Das liegt natürlich auch an den zahlreichen ungewöhnlichen Speisen, die die Hauptfiguren auf ihrem Weg in die Tiefen des Dungeons zu sich nehmen. Mangels nötiger finanzieller Mittel, sind Laios, Marcille, Chilchuk und Senshi gezwungen die Monster des Dungeons zu essen. Damit erklärt sich auch der Titel Delicious in Dungeon. Bereits in der ersten Episode zeigt sich, dass die Fantasy-Abenteuer-Serie auch starke Gourmet-Genre-Elemente hat. So sind nicht nur einige der Folgen nach den gekochten Speisen benannt, sondern es werden immer wieder neue Monster zubereitet. Von Schleimen über Basilisk bis hin zu Kelpie dient fast alles als Zutat für die Kochkünste von Senshi. Besonders Marcilles Reaktionen auf die immer neuen, von Laios mit Begeisterung aufgenommenen, Mahlzeiten, sind überaus herrlich. Allgemein präsentiert sich Marcille als grandioser Charakter, auch wenn ihr die restlichen Figuren in fast nichts nachstehen.

Charmantes Dungeon-Abenteuer

Angesichts der stark auf Essen fokussierten Geschichte mag Delicious in Dungeon gerade in den ersten Episoden etwas seicht, aber dennoch stets unterhaltsam wirken. Mit der Zeit zieht die Handlung jedoch spürbar an, ohne die aufgebaute Identität zu verlieren. So wird nicht nur immer mehr zum Dungeon und den Monstern verraten, auch die gesellschaftliche und politische Lage wird zumindest angerissen. Zudem treten weitere Abenteurer auf und erhalten teilweise viel Aufmerksamkeit. Hier zeigt sich das Potenzial, über das die Serie verfügt. Zumal Delicious in Dungeon gerade im letzten Drittel der ersten zwölf Episoden mit einigen unerwarteten Wendungen und harten Szenen zeigt, wie gnadenlos der Dungeon ist und was es für Abenteurer wirklich bedeutet, diesen zu erkunden. Zugleich gipfelt die erste Hälfte in einem entscheidenden Moment, der Interesse an der Ausrichtung der noch kommenden Episoden weckt.

Delicious in Dungeon versteht es nicht nur inhaltlich großartige Fantasy-Abenteuer-Unterhaltung zu bieten, sondern überzeugt auch optisch restlos. Die Serie ist hervorragend animiert, strotzt vor Details und versteht es jede Szene gekonnt umzusetzen. Egal ob nun ruhige Momente, rasante Kämpfe, effektreiche Magie oder die stets überaus aufwändig und köstlich aussehenden Speisen, Delicious in Dungeon ist ein optischer Hochgenuss. Unterstützt wird das von einer gelungenen, stets passenden Sound- und Musikuntermalung sowie der hochwertigen deutschen Synchronisation. Besonders Magdalena Höfner als Marcille sticht hervor, doch auch alle anderen Charaktere sind hervorragend umgesetzt. Damit werden die ersten zwölf Episoden von Delicious in Dungeon erstklassig abgerundet und die zweite Serienhälfte kann nicht schnell genug erscheinen.

Fazit

Schon die Manga-Vorlage von Delicious in Dungeon hat mich stets hervorragend unterhalten. Entsprechend gespannt war ich auf die Anime-Umsetzung, für die mit Trigger ein erfahrenes Studio mit einigen herausragenden Produktionen wie Little Witch Academia, Kill La Kill, BNA oder Promare zuständig ist. Die ersten zwölf von voraussichtlich vierundzwanzig Episoden haben meine Erwartungen an die Fantasy-Abenteuer-Gourmet-Serie vollkommen erfüllt. Die Suche von Laios, Marcille, Chilchuk und Senshi nach dem roten Drachen, der Falin verspeist hat, ist spannend, witzig, charmant und strotzt vor Köstlichkeiten. Gerade die Darstellung der aus Monstern zubereiteten Speisen macht dem Titel der Serie alle Ehre, denn sie sind wirklich delikat gezeichnet und animiert. Allgemein versteht es Delicious in Dungeon einen optischen Hochgenuss zu bieten. Gleichzeitig versteht es die Serie genau die richtige Mischung aus ruhigen, ernsten und komödiantischen Momenten zu finden und alles perfekt in Einklang zu bringen. Dabei wird Delicious in Dungeon nie zu düster und behält sich stets den großartigen Humor, sodass selbst vermeintlich harte Szenen genau zum richtigen Zeitpunkt aufgelockert werden. Dazu tragen auch die exzellent geschriebenen Charaktere, die ich schnell ins Herz geschlossen habe, bei. Besonders Marcille und Senshi sind auf ihre Weise aberwitzig, doch Laios und Chilchuck stehen ihnen in fast nichts nach. Damit ist die erste Hälfe von Delicious in Dungeon erstklassige Fantasy-Abenteuer-Gourmet-Comedy-Unterhaltung, die sich kein Genre-Fan entgehen lassen sollte.

Kurzfazit: Überaus spaßige Fantasy-Abenteuer-Serie mit starker Gourmet-Komponente, die vor Witz, Charme, Spannung und herrlichen Charakteren nur so strotzt.

Details
Titel: Delicious in Dungeon – Teil 1
Originaltitel: Dungeon Meshi
Genre: Fantasy, Abenteuer, Comedy
Regie: Yoshihiro Miyajima
Studio: Trigger Inc.
Produktionsjahr: 2023/2024
Laufzeit (je Episode): ca. 25 Minuten
Sprachen: Deutsch, Japanisch, Englisch, Französisch, Spanisch (Spanien), Italienisch
Untertitel: Deutsch, Japanisch und weitere
Herkunftsland: Japan
Altersfreigabe: ab 16
Erscheinungstermin (Simulcast-Start): 04. Januar 2024
Streamen: Delicious in Dungeon bei Netflix

© Ryoko Kui / Kadokawa / Productioncommittee „Dungeon Meshi“ / Netflix