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Mrz 05 2018

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Rezension: Shirobako – Vol. 4 (Blu-ray)

Die zweite Hälfte von Shirobako beginnt in Volume 4 mit einer neuen Produktion, Stress und unerwarteten Problemen für Aoi und ihre Kollegen von Musashino Animation.

Trotz einiger Schwierigkeiten, Verzögerungen und enormem Zeitdruck, hat das Team bei Musashino Animation die Anime-Serie Exodus erfolgreich zu einem Abschluss gebracht. Im neuen Jahr steht für Aoi und ihre Kollegen ein neues Projekt an. Die Produktionsfirma hat den Auftrag für die Anime-Adaption der Manga-Reihe „Mädelfliegerstaffel Nr. 3“ erhalten. Nachdem Honda Musashino verlassen hat, wird für die Serie ein neuer Produktionsmanager benötigt. Kurzerhand wird Aoi von Watanabe auf diesen Posten befördert. Fortan ist es an ihr die Produktion zu planen und zu leiten. Neue Aufgaben und ungeahnter Stress kommen auf Aoi zu. Aber auch für ihre Freundinnen läuft es recht gut. Misaki darf Recherche-Arbeiten verrichten und Shizuka besucht ein wichtiges Vorsprechen. Alles scheint gut zu laufen, als plötzlich ein unerwartetes Problem die gesamte Produktion in Gefahr bringt.

Alles auf Anfang

Nach knapp vier Monaten geht es endlich weiter mit Shirobako. Da die 24-teilige Serie sich mit zwei Produktionen bei Musashino Animation beschäftigt, beginnt mit der zweiten Hälfte in Episode 13 ein neuer Handlungsstrang. Die Serie knüpft an das Ende der ersten zwölf Folgen an und greift die bereits zum Ende hin stattfindenden Verhandlungen über ein neues Projekt auf. Wie zu erwarten war, haben Watanabe und Katsuragi erfolgreich die Anime-Serien-Umsetzung von „Mädelfliegerstaffel Nr. 3“ an Land gezogen. Im Gegensatz zur ersten Hälfte von Shirobako, die bereits mit einer fortgeschrittenen Produktion in der heißen Phase begonnen hat, dürfen nun die Anfänge und Grundlagen begleitet werden. Durch Aois neue Position als Produktionsmanagerin wird ein neuer Blickwinkel geboten, der es ermöglicht direkt mit der Hauptfigur die Planung eines Anime-Projektes zu erleben. Gleichzeitig wird auf die große Riege an Nebenfiguren gesetzt, um ein möglichst vollständiges Bild der umfangreichen und stressigen Arbeiten zu zeigen. Besonders Episode 15 fällt hierbei auf, da viele Besprechungen anstehen. Diese werden zum Großteil nicht in voller Länge gezeigt, bieten aber durch kurze Erklärungskommentare, die gut eingebunden sind, eine gute Möglichkeit zu verstehen, wie viel Arbeit die Vorbereitung und Planung in der Anfangsphase ausmacht.

Natürlich bleibt sich Shirobako dabei stets treu und verbindet den stressigen und interessanten Alltag in der Anime-Produktion mit Slice-of-Life-Elementen, die sich vorwiegend auf das Leben der fünf Hauptfiguren konzentriert. Im Mittelpunkt steht wie schon zuvor Aoi in ihrer neuen Rolle als Produktionsmanagerin. Allerdings dürfen auch ihre Freundinnen und einige Nebencharaktere wichtige Funktionen einnehmen, die den Alltags-Aspekt der Serie erhalten. Dass dabei die Arbeit bei Musashino im Mittelpunkt steht, war bereits zuvor so und passt zu Shirobako und sorgt dafür, dass der Auftakt der zweiten Hälfte sehr gut an die ersten zwölf Episoden anknüpft.

Besonders interessant ist es, zu erleben wie intensiv und Diskussionsreich die Entscheidung über die Synchronsprecherinnen der Hauptrollen ist. Hierbei kommen genauso wie beim Verlag des Manga-Autors leicht überzeichnete Figuren zum Einsatz, die jedoch sehr deutlich machen, welche Aspekte bei der Arbeit an einer Anime-Serie eine Rolle spielen können. Weiterhin soll ein weitgehend glaubhafter, wenn auch mit etwas Fröhlichkeit unterlegter, Einblick in die Produktion einer Anime-Serie geboten werden. Und das gelingt wie schon bei den ersten drei Volumes wieder hervorragend. Unweigerlich fiebert man mit Aoi und den anderen mit. Dabei bleibt Shirobako stets bodenständig, so dass die Glaubwürdigkeit erhalten bleibt und wirklich das Gefühl entsteht, man würde den Alltag einer Anime-Produktionsfirma erleben. Genau das hat Shirobako bereits in der ersten Serien-Hälfte geboten und bleibt diesem Weg glücklicherweise treu.

Fazit

Endlich geht es weiter. Nach den ersten drei Volumes habe ich mich auf die Fortsetzung von Shirobako gefreut. Zwar wurde die Geschichte der Produktion von Exodus beendet, aber es war offensichtlich, welcher Serie sich Musashino Animation in den Episoden 13 bis 24 widmet. Zwar sind viele Entwicklungen vorhersehbar gewesen, aber das passt zur Serie und stört den guten Slice-of-Life-Effekt sowie den gelungenen Einblick in die Anime-Produktion nicht. Besonders interessant finde ich, dass dieses Mal nicht mit einem bereits fortgeschrittenen Projekt begonnen wird. Stattdessen dürfen die Anfänge samt Planung, Casting, Besprechungen und allerlei anderen Details begleitet werden. Das ermöglicht einen zusätzlichen Blick hinter die Kulissen und fügt sich gut an die bereits bekannten Elemente der ersten Serien-Hälfte an. Dazu gesellen sich die neuen Funktionen bekannter Charaktere sowie neue Figuren, woraus sich ein lebendiger Fluss innerhalb der Firma, aber auch im Leben der Protagonistinnen zeigt. Erste Probleme und Andeutungen bezüglich kommender Entwicklungen sorgen dafür, dass Shirobako interessant bleibt und ich den Wunsch habe Aoi und die anderen weiterhin zu begleiten. Deshalb freue ich mich auf Volume 5 und kann allen Genre- und Anime-Fans Shirobako nur empfehlen. Besonders, wenn ihr Interesse an der Produktion von Anime-Serien habt.

Kurzfazit: Neue Storyline, bekannter Weg: Shirobako Volume 4 präsentiert erneut einen glaubwürdigen Blick in die Anime-Industrie und verknüpft diesen mit sympathischen, starken Charakteren, die maßgeblich Anteil an der gelungenen Geschichte haben.

Vielen Dank an KSM Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Shirobako – Vol. 4!

Details
Titel: Shirobako – Vol. 4
Genre: Slice of Life
Regie: Tsutomu Mizushima
Studio: P.A. Works Co., Ltd.
Produktionsjahr: 2014
Laufzeit: ca. 99 Minuten
Sprachen: Deutsch (DTS-HD MA 2.0), Japanisch (DTS-HD MA 2.0)
Untertitel: Deutsch
Extras: Trailer, Bildergalerie
Herkunftsland: Japan
Altersfreigabe: ab 6
Erscheinungstermin: 13. November 2017
Herstellerseite: Shirobako – Vol. 4 bei KSM Anime

Bilder Copyright P.A. Works / KSM Anime

Lesetipp: Rezension zu Shirobako – Vol. 3 (Blu-ray)
Lesetipp: Rezension zu Shirobako – Vol. 2 (Blu-ray)
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