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Mai 02 2016

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Rezension: No Game No Life – Vol. 2 (Blu-ray)

no-game-no-life-vol-2-coverDie Spiele gehen weiter mit No Game No Life Vol. 2 und vier neuen Episoden in denen Sora und Shiro weiter ihren Plan verfolgen.

Die Geschwister Sora und Shiro sind spielsüchtig und kommunikationsgestört. Unter dem Pseudonym Blank agieren sie mit vier Charakteren in verschiedensten Videospielen und gehören ungeschlagen zu den besten der Welt. Eines Tages holt sie der Gott Teto in seine Welt, in der alles – selbst die Herrschaft über ein Land oder Kriege – durch Spiele entschieden wird. Geregelt wird alles durch die von Teto aufgestellten zehn Gebote. Schnell finden sich der 18jährige Sora und die 11jährige Shiro in ihrer neuen Umgebung zurecht und fühlen sich wohler als jemals zuvor. Mittlerweile haben sie gemeinsam den Thron des Menschenreichs Elkia bestiegen. Auf der Rangliste der 16 intelligenten Völker der Welt belegen die magieunbegabten und bei allen anderen Völkern als minderwertig betrachteten Imanity – wie die Menschen genannt werden – den letzten Platz. Trotzdem haben Sora und Shiro große Pläne und wollen das Potenzial der Menschheit nutzen. Doch statt sich um die Regierungsgeschäfte zu kümmern, laden sie all ihre Aufgaben bei der Enkelin des letzten Königs, Stephanie „Steph“ Dora, und den Ministern ab, während sie selbst nur Bücher lesen und zocken. Als die Geschwister durch einen Zufall erfahren wie die Werebeasts aussehen, wollen sie sofort das Reich der sexy Kemomimi-Mädchen erobern. Bei der Suche nach dem nötigen Wissen treffen sie auf eine Vertreterin des Flügel genannten engelsgleichen Volkes.

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Bekanntes Spiel

No Game No Life geht in Volume zwei so weiter wie man es nach den ersten vier Episoden erwartet hat. Besonders die lockere, leichte Atmosphäre bleibt der Serie erhalten und sorgt erneut für ein überaus angenehmes Gefühl beim Ansehen des zweiten Drittels. Dabei stehen die neuen Folgen den bisherigen in nichts nach. Weder in Sachen Humor noch bei den erzählten Geschichten zeigen sich maßgebliche Schwächen. Das verdankt die Serie auch weiterhin den sympathischen Charakteren und der überaus interessanten Welt. Durch ihre Thronbesteigung haben Sora und Shiro ein gänzlich neues Leben in Elkia für sich entdeckt. Doch statt wie erwartet zu regieren und die hochwertigen Gemächer des alten Königs zu nutzen, ziehen sie sich in einen abgedunkelten Kellerraum zurück und beschäftigen sich ausschließlich mit Zocken und Lesen.

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Hier setzt Episode fünf an und leitet direkt das zentrale Thema des Auftaktes von Volume zwei ein. Steph zeigt sich höchst unzufrieden mit dem Verhalten der Geschwister und fordert sie kurzer Hand zu einem Spiel heraus. Der dabei auf dem Spiel stehende Wetteinsatz verleitet Sora dazu, verlieren zu wollen, was aber gegen die Ehre von Blank, dem Duo das er und seine Schwester bilden, wäre. Erneut zeigt sich wie talentiert und intelligent Sora und Shiro, die man beide aufgrund ihres Verhaltens gerne etwas unterschätzt, sind. Doch auch Steph offenbart durch die ihr überlassenen Regierungsgeschäfte neue Seiten und überrascht damit die Geschwister über alle Maßen. Damit zeigt sich schnell wieder eine der Stärken von No Game No Life: Die Charaktere sind häufig mehr, als es auf den ersten Blick erscheint.

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Steph mag durch ihre übereifrige, etwas naive Art schnell als Dummchen abgestempelt werden und wenn man einige ihrer Handlungen betrachtet, scheint das auch zu stimmen, doch dann zeigt sie Talente, die ein völlig anderes Licht auf sie werfen. Die Reaktion von Sora und Shiro auf diese Erkenntnis, ist wie so oft in der Serie, herrlich dargestellt und steht als perfektes Beispiel für den gelungenen Humor von No Game No Life. Allerdings offenbart Volume zwei noch stärker als das erste Drittel der Serie die erotischen und sexuellen Anspielungen, die immer wieder eingestreut werden. So muss Steph beispielsweise nach einem verlorenen Spiel einen Tag den Schoßhund für die Geschwister spielen, inklusive Hundeohren und Schwanz. Dazu kommt noch, dass sie durch weitere Spiele Teile ihrer Kleidung einbüßt. Zugleich erfahren Sora und Shiro, dass einige der Werebeasts sexy Kemomimi-Mädchen sind. Also schöne Mädchen und Frauen mit Tierohren und Schwänzen. Sofort ist Sora Feuer und Flamme für den Plan, das Reich der Werebeasts anzugreifen.

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Wissen ist Macht

Bevor es zum ersten Auftritt der Werebeasts in Episode acht kommt, müssen Informationen über das Volk auf dem vierzehnten Platz der Exceed-Rangliste eingeholt werden. Dafür gilt es für Sora und Shiro die Bibliothek von Elkia zurückzugewinnen, da der alte König diese an eine Vertreterin der engelsgleichen Flügel verloren hat. Alleine der erste Auftritt von Jibril ist fantastisch und überrascht nicht nur, sondern sorgt schnell dafür, dass kein Auge trocken bleibt. Ihre Art ist überaus amüsant und besonders die Darstellung ihrer Faszination im Hinblick auf neues Wissen ist einfach nur herrlich. Dazu kommt die leichte Arroganz eines Volkes, das weit über den Menschen steht. Jibirl ist die wohl beste, lustigste und ungewöhnlichste Darstellung eines Engels seit langem. Damit reiht sie sich perfekt in die bereits bestehende Charakterriege ein. Zugleich wächst sie einem schnell ans Herz. Das gilt im Übrigen auch für Chlammy Zell und ihre Elfenfreundin Fiel Nilvalen, die am Rande der Handlung kleinere Auftritte haben und im weiteren Verlauf der Serie noch wichtigere Rollen spielen dürften. Ähnliches gilt auch für die Werebeasts, die mit ihrer östlich geprägten Architektur und hochentwickelter Technologie daherkommen. Als überaus amüsant sticht hierbei das Aufeinandertreffen von Sora und Shiro mit der noch recht jungen und niedlichen Botschafterin Izuna Hatsuse heraus.

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Beim zentralen Thema von No Game No Life, den alles entscheidenden Spielen, hält sich Volume zwei jedoch etwas zurück. Das stört aber nicht, da die Konzentration so etwas mehr auf die Charakteren und die Entwicklung der Handlung gelegt werden kann. Nichts desto trotz wird nicht gänzlich auf das Spielen an sich verzichtet. So tritt Steph in Episode fünf immer wieder aufs Neue gegen Sora und Shiro an, um diese dadurch dazu zu bringen endlich ernsthaft die Regierungsgeschäfte zu führen. Gleichzeitig nutzen die beiden die Gelegenheit Steph in eine immer peinlichere Situation zu bringen. Auch hierbei werden wieder die erotischen Anspielungen eingebaut, die in Episode sechs noch deutlicher werden.

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Dominiert wird diese von dem einzigen großen Spiel von Volume zwei. Sora und Shiro treten gegen Jibril in einem recht einfachen, aber durch besondere Regeln abgedrehten Spiel an. Die sich dabei bietenden Möglichkeiten werden bis auf die Spitze zu einem furiosen Finale getrieben und bringen allerlei Skurriles mit sich. Darunter auch nicht unter FSK-18-fallende Erotik und Nacktszenen. An sich lässt sich die Art wie diese vermittelt werden schon als satirisch in Blick auf andere Serien betrachten. Besonders da Shiro und Sora immer wieder darauf bedacht sind, dass die Alterseinstufung eingehalten wird. Doch No Game No Life setzt neben dem satirischen Humor und der bekannten Situationskomik, die häufig zu Lasten einzelner Charaktere (Steph) geht, auch Verweise auf bekannte Animes und Videospiele ein. So finden sich beispielsweise Anspielungen auf Detektiv Conan, den Ghibli-Klassiker Das Schloss im Himmel oder das Rollenspiel The Elder Scrolls V: Skyrim.

Als Bonus finden sich wie bei Volume eins eine Soundtrack-CD und ein Booklet mit Zusatzinformationen in der Hülle. Auf der Disc selbst sind zwei unterhaltsame OVA-Kurzepisoden, zwei Charakter-Audiokommentare, Opening und Ending, TV-Spots, Promotion Videos, Trailer und eine Bildergalerie zu finden.

Fazit

No Game No Life kann mit den vier neuen Episoden von Volume zwei erneut absolut überzeugen. Die Stärken der Serie bleiben erhalten und sorgen weiterhin für eine verspielte, leichtgängige Atmosphäre, die das Ansehen der Blu-ray zu einem wahren Vergnügen macht. Besondere Stärken bleiben die Charakterdarstellung, die etwas abgedrehte, aber spannende Geschichte und die lebendige, interessante Fantasy-Welt. Dabei können alle wichtigen Figuren erneut durch neue Facetten überzeugen und beweisen, dass sich mehr hinter ihnen verbirgt, als man anfangs annimmt. Ein Highlight von Volume zwei ist der Auftritt von Jibril, die mit ihrer Art schon jetzt zu meinen Lieblingscharakteren der Serie gehört. Besonders ihre Reaktion, wenn sie mit etwas Neuem konfrontiert wird, sorgt immer wieder für amüsante Momente und lädt zum Schmunzeln ein. Doch auch der Auftritt der Werebeasts – allen voran der Botschafterin Izuna Hatsuse – ist überaus unterhaltsam und sorgt gemeinsam mit dem spannenden Cliffhanger dafür, dass man am liebsten sofort die abschließenden vier Episoden sehen möchte.

Kurzfazit: Unterhaltsame Fortsetzung, die sich weiterhin durch den spielerischen Ansatz und den Artstil abhebt und den gelungenen Mix aus Charakterdarstellung, Storyentwicklung und Comedy-Elementen beibehält.

Lesetipp: No Game No Life – Vol. 1 (Blu-ray)

Details
Titel: No Game No Life – Vol. 2
Genre: Fantasy
Regie: Atsuko Ishizuka
Studio: Madhouse
Produktionsjahr: 2014
Laufzeit: ca. 96 Minuten
Sprachen: Deutsch (DTS-HD MA 5.1) , Japanisch (DTS-HD Master 2.0)
Untertitel: Deutsch
Herkunftsland: Japan
Altersfreigabe: ab 16
Erscheinungstermin: 18. April 2016
Herstellerseite: No Game No Life – Vol. 2 bei KSM Anime

Bilder Copyright Madhouse / KSM Anime

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