Rezension: Once Upon a Witch’s Death

Um ihren Tod abzuwenden und sich von einem Fluch zu befreien, muss Hexen-Lehrling Meg Rapsberry in Once Upon a Witch’s Death Freudentränen sammeln.
Als Hexen-Lehrling und Adoptivtochter der Hexenmeisterin Faust, die zu den sieben mächtigsten Hexen der Welt gehört, lernt Meg Rapsberry seit ihrer frühen Kindheit die Geschicke der Magie. An ihrem siebzehnten Geburtstag offenbart ihr ihre Meisterin, dass sie in einem Jahr aufgrund eines angeborenen Fluchs sterben wird. Nur wenn es Meg gelingt, den Samen des Lebens zu erschaffen, kann die Jugendliche ihren eigenen Tod abwenden. Aber dafür benötigt sie Freudentränen von eintausend Menschen. Eine fast unmöglich erscheinende Aufgabe, der sich Meg trotzdem annimmt.
Bevorstehender Tod
Basierend auf der Light-Novel-Reihe Aru Majo ga Shinu made: Owari no Kotoba to Hajimari no Namida die gemeinsam mit der Manga-Adaption ab Juni bei Tokyopop auf deutsch erscheinen soll, ist Once Upon a Witch’s Death in der Frühjahr-Season 2025 erstmals ausgestrahlt worden. Die Fantasy-Slice-of-Life-Drama-Serie erzählt von Meg Rapsberry, die seit früher Kindheit als Hexenlehrling Magie bei Faust, einer der Sieben Weisen, erlernt hat. An ihrem siebzehnten Geburtstag erfährt Meg von ihrer Meisterin, dass sie aufgrund eines angeborenen Fluchs in etwa einem Jahr sterben wird. Kein schönes Geburtagsgeschenkt für die lebensfrohe, optimistische Siebzehnjährige. Allerdings gibt es eine Möglichkeit zu überleben: Meg muss den Samen des Lebens erschaffen und Unsterblichkeit erlangen. Dafür benötigt sie allerdings wahre Freudentränen von tausend Menschen. Um diese zu erlangen, muss sie ihren Freunden und Bekannten sowie Fremden aus Überzeugung helfen.
Bereits mit der Handlung etabliert Once Upon a Witch’s Death eine melancholische Grundstimmung. Allerdings setzt die Fantasy-Slice-of-Life-Drama-Serie nicht ausschließlich auf das ernste Schicksal der Protagonistin. Vielmehr werden fröhliche Alltagsereignisse mit gut platziertem Humor, liebenswerten Charakteren, reichlich Magie und Folklore und eben ernstem und traurigem Drama verknüpft. Das funktioniert in den zwölf Episoden hervorragend und beweist schon zum Auftakt ein Händchen für eine melancholische und fröhliche, traurige und freudige Atmosphäre.
Schicksal einer Hexe
Es ist nicht nur Megs bevorstehendes Schicksal, das die Serie auszeichnet, es sind auch die kleinen Geschichten der einzelnen Episoden. So hilft die Nachwuchs-Hexe einem kleinen Mädchen dabei Blumen für das Grab ihrer Mutter zu finden und zugleich die Trauerbewältigung bei ihr und ihrem Vater anzuregen. Mit ähnlichen Problemen, die mal ernst, mal witzig, mal traurig, mal zauberhaft sind, befasst sich Meg durchgehend. Ob sie nun andere Hexen, vor allem die Sieben Weisen zu denen auch ihre Meisterin gehört, kennenlernt oder versucht ihrer besten Freundin Fine zu helfen, Meg hat immer viel zu tun. Dabei präsentiert sie sich überaus optimistisch und sehr lebensfroh, zeigt aber unter dieser Schale einen unsicheren, verletzlichen und aufgrund ihres bevorstehenden Schicksals auch ängstlichen Kern. Meg kann manchmal nervig sein, doch das gehört zu ihrer Persönlichkeit und unterstreicht, wie vielschichtig die Protagonistin – und alle anderen Charaktere – geschrieben ist.
Neben Meg sind es Figuren wie Faust, Sophie, Inori, Fine und einige mehr, die die Serie gemeinsam mit den schön erzählten, abwechslungsreichen und stimmungsvollen Geschichten tragen. Dabei zeigt die Serie regelmäßig viel Tiefe und baut die Welt immer weiter aus. Das Verständnis von Magie, deren Bedeutung in einer modernen Gesellschaft sowie der Einfluss von Zaubern auf die Natur sind zentrale Themen von Once Upon a Witch’s Death und hervorragend in die Geschichte eingeflochten. Zusätzlich lebt die Serie von den wunderschönen, flüssigen, oft aufwändigen und effektreichen Animationen, den lebhaften und individuellen Charakterdesigns sowie der hochwertigen japanischen Vertonung. Eine deutsche Synchronisation liegt bisher nicht vor, dafür wissen die Untertitel zu überzeugen. Ein kleiner Wermutstropfen ist das offene Ende der Fantasy-Slice-of-Life-Drama-Serie. Dieses ist zwar ein sehr guter Staffelabschluss, eine Fortsetzung wäre aber wünschenswert. Unabhängig davon sollten Fans tiefgründiger, melancholischer und zugleich leichtgängiger und witziger Anime-Serien Once Upon a Witch’s Death unbedingt eine Chance geben. Außerdem bieten die schon bald erscheinende Light-Novel-Vorlage und Manga-Adaption eine gute Möglichkeit, um Megas Geschichte abseits der Anime-Serie zu erleben.
Fazit
Once Upon a Witch’s Death gehört für mich zu den besten Anime-Serien des Jahres 2025. Die Mischung aus melancholischem Drama, fröhlichem Alltag, auflockerndem Humor und magischer Folklore funktioniert hervorragend und verleiht der Geschichte von Meg Rapsberry etwas Besonders. Schon die erste Episode hat mich mit einem Wechselbad der Gefühle konfrontiert. Mal lache ich, mal entspanne ich, mal fiebere ich mit und dann wird mir sogar noch eine Träne entlockt – erstklassig. Das gelingt Once Upon a Witch’s Death regelmäßig. Zudem überzeugt die Serie mit einer herausragenden Weiterentwicklung von Geschichte und Charakteren. Besonders Meg wandelt sich im Laufe der zwölf Episoden spürbar und bleibt sich trotzdem im Kern treu. Damit trägt sie die Serie genauso wie die abwechslungsreichen Geschichten und die liebenswerten und interessanten weiteren Charaktere. Once Upon a Witch’s Death ist enorm vielschichtig und hat mich bis zum Ende immer wieder aufs Neue überrascht und begeistert. Genre-Fans sollten sich die Fantasy-Slice-of-Life-Drama-Serie auf keinen Fall entgehen lassen. Bedauerlich ist lediglich, dass bisher keine zweite Staffel erschienen ist. Immerhin kann ich bald Megs Geschichte als Light Novel und Manga erleben – und dann hoffentlich vollständig.
Kurzfazit: Vielschichtige und tiefgründige Fantasy-Slice-of-Life-Drama-Serie, die mit gut geschriebener Protagonistin und überzeugenden Nebenfiguren eine abwechslungsreiche, gleichermaßen melancholische wie fröhliche Geschichte voller Magie erzählt und beste Genre-Unterhaltung garantiert.
Details
Titel: Once Upon a Witch’s Death
Originaltitel: Aru Majo ga Shinu made
Genre: Fantasy, Drama, Slice of Life, Comedy
Regie: Atsushi Nigorikawa
Studio: EMT Squared
Produktionsjahr: 2025
Laufzeit: ca. 288 Minuten
Sprachen: Japanisch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch und weitere
Herkunftsland: Japan
Altersfreigabe: 12+
Erscheinungstermin: 01. April 2025 bis 17. Juni 2025
Streaming: Once Upon a Witch’s Death bei Crunchyroll
©Saka/KADOKAWA/Once Upon a Witch’s Death Project
© Crunchyroll LLC.







