Rezension: Mario Tennis Fever (Switch 2)

Mario, Luigi und Co kehren in Mario Tennis Fever zurück auf den Tennis-Court und müssen sich bei Turnieren, Matches und einem Abenteuer beweisen.
Als erstes Mario-Sportspiel für die Nintendo Switch 2, ist seit Mitte Februar 2026 Mario Tennis Fever erhältlich. Der Nachfolger des 2018 veröffentlichten Mario Tennis Aces stammt erneut von Camelot, die zuletzt 2021 Mario Golf Rush veröffentlicht haben. Schnell fällt auf, dass Mario Tennis Fever in vielen Teilen auf dem Vorgänger basiert, aber auch mit neuen Elementen, kleinen Verbesserungen und vor allem einem großen Umfang überzeugt. Dafür zeigen sich genauso neue Schwächen. So kann leider nicht jeder Modus vollständig überzeugen und gerade die große neue Fever-Gameplay-Mechanik enttäuscht eher.
Tennis-Matches mit Chaosfaktor
Wie schon erwähnt, basiert das grundlegende Gameplay von Mario Tennis Fever auf Mario Tennis Aces. Entsprechend setzt ihr auf dem Platz weiterhin Topspins, Slices, gerade Schläge, Loops und dergleichen ein, um eure Gegner zu bezwingen. Die Steuerung setzt dabei auf gehaltene Schlagknöpfe, doppeltes oder frühes Drücken und einige etwas komplexere Eingaben. Dadurch spielen sich die Duelle anfangs zwar etwas gewöhnungsbedürftig, nach einiger Zeit ist die Steuerung aber ausreichend verinnerlicht, um erfolgreich zu sein. Die neuen Fever-Schläger ersetzen die Sonderschläge des Vorgängers. Zu Beginn eines Matches dürft ihr einen der besonderen Tennisschäger auswählen. Jeder davon hat eine besondere Kraft. So erscheint bei Erfolg eine Eisfläche auf der Seite des Gegners oder ein Blitz schrumpft euren Kontrahenten. Auch Feuer oder ein Tornado sorgen für Durcheinander.
Das ist das richtige Stichwort, denn die Fever-Fähigkeiten sind zu stark und sorgen eher für Chaos als zusätzlichen Spielspaß. Immerhin lassen sich die mächtigen Angriffe kontern, was zu einem Schlagabtausch um die Auslösung des Effekts führen kann. Das ist durchaus spannend, aber das manchmal störende Ergebnis bleibt trotzdem. Umso bedauerlicher ist es, dass die Tennis-Matches ohne die Fever-Schläger und deren Effekte relativ langsam wirken – gerade im Vergleich mit dem Vorgänger. Das bedeutet aber nicht, dass Mario Tennis Fever keinen Spaß macht. Im Gegenteil. Die Tennis-Matches sind meist angenehm kurzweilig, können gerade auf höheren Schwierigkeitsgraden herausfordernd sein und bringen oft genau das richtige Maß an Spannung mit sich.
Schwächelndes Abenteuer, abwechslungsreicher Umfang
Zu verdanken ist der grundlegende Spielspaß den sehr unterschiedlichen Modi und dem großen Umfang. Achtunddreißig Charaktere, über zwanzig Schläger und vierzehn Plätze lassen sich freischalten. Dadurch motiviert Mario Tennis Fever mit immer neuen Entdeckung, zumal sich die Charaktere unterschiedlich spielen. Das liegt nicht nur an ihrer Einstufung in verschiedene Klassen, sondern auch Animationen und Gestaltung der Figuren können Einfluss auf das Spielgefühl haben. Zudem ist es im Gegensatz zum Vorgänger möglich im freien Spiel vollständige Tennis-Matches mit unterschiedlicher Länge zu spielen. Dazu gesellt sich der kurzweilige Turnier-Modus mit Einzel- und Doppelturnieren. Für das gewisse Maß an Skurrilität sorgt der Spezialmix-Modus, in dem ihr euch einigen ungewöhnlichen Spielvarianten stellen könnt. Die Missionstürme wiederum bieten kurze und motivierende Herausforderungen und stellen die vielleicht stärkste Spielvariante dar.
Weniger überzeugend fällt der Abenteuer-Modus aus. War nach der Ankündigung von Mario Tennis Fever noch die Hoffnung, dass die Reihe endlich wieder eine umfangreiche Rollenspiel-Kampagne erhält, stellt sich der Einzelspieler-Story-Modus als recht dröge heraus. Die Geschichte, in der Mario, Luigi, Peach, Wario und Waluigi in Babys verwandelt werden, ist eher mau. Doch auch spielerisch kann der Abenteuer-Modus nur bedingt überzeugen. Zwar funktionieren die Tennis-Matches wie in den anderen Modi, doch alles drum herum enttäuscht oder langweilt. Bevor ihr wirklich loslegen könnt, gilt es ein schleppendes Tutorial mit überraschend schwachen Übungen zu absolvieren. Anschließend warten vorwiegend Minispiele und Bosskämpfe, die ebenfalls nur bedingt überzeugen, auf euch. Ärgerlich ist zudem, dass ihr häufig Tennis-Matches, auch gegen Bosse, mit einem CPU-Partner im Doppel bestreiten müsst. Leider ist dieser nicht immer hilfreich, sondern kann genauso hinderlich sein. Eine Möglichkeit, diese Momente des Abenteuer-Modus zu Zweit zu spielen, ist leider nicht vorhanden. Schade.
Charmante Präsentation
Ebenfalls nur wenig überzeugen kann der Realmodus. In diesem nutzt ihr die Bewegungssteuerung der Joy-Con-2-Controller, um euren Tennisschläger zu schwingen. Das mag eine gute Idee sein, lässt aber Tiefgang vermissen. Ebenso unverständlich ist, dass der Split-Screen-Zwang bei lokalen Mehrspieler-Runden beibehalten wurde. Immerhin lassen sich abgesehen vom Abenteuer-Modus alle anderen Modi mindestens zu zweit spielen. Freies Spiel, Spezialmix und Realmodus steht sogar für vier Spieler zur Verfügung. Zusätzlich dürft ihr euch Online mit anderen Spielern messen. Das bringt zusätzlichen Spielspaß und zeigt, wie gut Mario Tennis Fever mit Familie und Freunden ist. Weitere Motivation garantieren neben den freischaltbaren Inhalte fünf Medaillen, die für den Abschluss verschiedener Ziele oder Modi erlangt werden können.
Dass Mario Tennis Fever trotz einiger Schwächen unterhaltsam ist, verdankt das Mario-Sportspiel neben der grundsätzlich guten Spielbarkeit und einigen spaßigen Modi auch der gelungenen Präsentation. Die bunte, Mario-typische Grafik weiß zu gefallen und läuft auf der Switch 2 sowohl im Handheld-Modus als auch am Fernseher absolut flüssig. Zudem überzeugen die Effekte der Fever-Schläge und bringen einige optische Highlights in die Tennis-Matches. Ähnliches gilt für die sehr abwechslungsreich gestalteten Tennisplätze, auf denen das Ballverhalten unterschiedlich ist. Untermalt wird das Tennis-Spiel von einem durchaus gelungenen Soundtrack sowie einer gelungenen Soundkulisse. Die deutsche Vertonung der Plauderblume, die unter anderem als Kommentator dient, ist wie schon in Super Mario Bros. Wonder witzig und hochwertig und kann wieder genauso charmant-nervig sein. Gerade dank des Umfangs, aber auch aufgrund der guten Technik und der Spielbarkeit, ist Mario Tennis Fever trotz der Schwächen besser als der Switch-Vorgänger.
Fazit
Bei der Ankündigung von Mario Tennis Fever war ich hoffnungsvoll, dass ein Mario-Sport- und besonders ein Mario-Tennis-Spiel endlich wieder einen guten und hoffentlich umfangreichen Abenteuer-Modus erhält. Leider kann ausgerechnet dieser dann am wenigsten überzeugen. Eine eher langweilige Geschichte, ein dröges Tutorial und eher schleppender Fortschritt kratzen spürbar an der Motivation – und das bei einer Spielzeit von nur wenigen Stunden. Weitaus überzeugender ist Mario Tennis Fever in den anderen Modi. Hier kann das Mario-Sport-Spiel mit dem grundsätzlich guten, wenn auch nicht perfekten Gameplay auftrumpfen. Für noch mehr Spielspaß sorgen die abwechslungsreichen Modi. Ob ich mich im freien Spiel verschiedene Tennis-Matches stelle, ein Turnier bestreite, Herausforderungen in den Missionstürmen bestreite oder skurrile Aufgaben im Spezialmix erfülle, Mario Tennis Fever ist stets kurzweilig und unterhaltsam. Lediglich die zentrale neue Spielmechanik, die Fever-Schläger, wissen nicht gänzlich zu überzeugen, sind zu mächtig und bringen zu viel Chaos mit sich. Das kann aber am grundlegenden Spielspaß nur wenig ändern. Besonders mit Freunden oder Familie kann Mario Tennis Fever sein volles Potential entfalten. Dennoch ist das Switch-2-Sport-Debüt von Mario nicht der beste Teil der Reihe oder auch nur das beste Sportspiel im Pilzkönigreich. Zumindest kurzweiligen Spielspaß werden Fans aber trotzdem finden.
Kurzfazit: Trotz einiger spürbarer Schwächen, kann Mario Tennis Fever dank großem Umfang, guter Spielbarkeit und abwechslungsreichen Modi kurzweiligen Spielspaß bieten.
Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Mario Tennis Fever!
Details
Titel: Mario Tennis Fever
Genre: Sport
Publisher: Nintendo
Entwickler: Camelot Software Planning
Spieler: 1-4
Syteme: Switch 2 (getestet)
Altersfreigabe: ab 6
Erscheinungsdatum: 12. Februar 2026
© Nintendo / CAMELOT









