Rezension: Once Upon a Witch’s Death – Band 1 (Manga)

Hexenlehrling Meg Raspberry, wird in Once Upon a Witch’s Death Band 1 mit der Offenbarung eines tödlichen Fluchs, der auf ihr liegt, konfrontiert.
An ihrem siebzehnten Geburtstag erfährt Hexenlehrling Meg Raspberry von ihrer Meisterin, dass sie an einem tödlichen Fluch leidet. In nur einem Jahr wird Megs innere Uhr verrückt spielen und die junge Hexe wird in kurzer Zeit rapide altern und schließlich sterben. Was Meg anfangs für einen ungewöhnlichen Scherz ihrer Meisterin, der mächtigen Hexe Faust, hält, stellt sich bald als wahr heraus. Um ihren Tod abzuwenden, muss Meg den Samen des Lebens erschaffen und Unsterblichkeit erlangen. Dafür soll sie die Freude der Menschen einfangen. Doch statt ihrer Meisterin richtig zuzuhören, rennt Meg sofort los und muss erst herausfinden, was genau Faust mit ihren Worten gemeint hat. Aber ist es überhaupt möglich, in nur einem Jahr ausreichend Gefühlsfragmente zu sammeln?
Tödlich verfluchte Hexe
Parallel zur Light-Novel-Reihe, veröffentlicht Tokyopop die Manga-Adaption von Once Upon a Witch’s Death auf deutsch. Die jeweils ersten Bände sind gleichzeitig erschienen. Wie die vierteilige Vorlage und die Anime-Umsetzung, erzählt die Manga-Adaption von Hexenlehrling Meg Raspberry, die an ihrem siebzehnten Geburtstag erfährt, dass ein tödlicher Fluch auf ihr liegt. Once Upon a Witch’s Death Band 1 beginnt direkt mit dieser Enthüllung und somit dem wichtigen ersten Gespräch zwischen Meg und ihrer Meisterin. Dabei fallen früh kleinere Abweichungen zur Light-Novel-Vorlage und der Anime-Adaption auf. Diese betreffen zwar manchmal auch die Geschichte selbst, fügen sich aber gut zusammen und ergeben angesichts des Manga-Mediums Sinn. Lediglich ein paar daraus resultierende plötzliche und harte Szenenwechsel können etwas irritieren – zumindest, wenn ihr den ersten Light-Novel-Band oder die Anime-Serie kennt. Wirklich negativ fällt das aber nicht auf.
Ansonsten nutzt Once Upon a Witch’s Death Band 1 die Stärken von Megs Geschichte, die bereits Light Novel und Anime ausgezeichnet haben. So verknüpft der Manga eine leichte Melancholie mit Drama und reichlich Humor sowie einer unerwartet entspannten, wenn auch mitunter ernsten oder gar düsteren Alltagstimmung. Es ist vor allem der eher einfach gestrickten, sehr optimistischen und manchmal leichtsinnigen Meg zu verdanken, dass Once Upon a Witch’s Death Band 1 trotz der Grundthematik und der vorhandenen Melancholie so fröhlich bleibt. Nicht umsonst trägt sie den Spitznamen „optimistisches Monster“. Allerdings verknüpft Once Upon a Witch’s Death Band 1 auch in der Manga-Variante gekonnt die Fröhlichkeit der Protagonistin mit Resignation, Trauer, Sorgen, Ängsten und auch viel Humor. Dazu tragen neben Meg die ebenfalls großartigen weiteren Figuren wie Faust, Megs beste Freundin Fine, das Mädchen Anna oder die Hexe Inori viel bei.
Etwas von Vorlage und Anime-Serie setzt sich die Manga-Adaption bei den Zeichnungen ab. Schon auf der ersten Seite fällt auf, dass die Manga-Version auf einen kindlicheren, stärker an Cartoons erinnernden Zeichenstil setzt als die anderen Varianten der Geschichte. Dadurch unterscheiden sich die Bilder in ihrer Wirkung teilweise deutlich von den Illustrationen der Light Novel, die als Vorlage das ursprüngliche Design von Meg und den anderen darstellen. Die Zeichnungen von Mangaka Kenu Amearare verleihen dem ersten Manga-Band eine etwas leichtgängigere Stimmung. Dank einiger komödiantischer Stilisierungen erinnert Once Upon a Witch’s Death Band 1 gelegentlich fast wie ein Comedy-Manga. Doch das wirkt sich nicht negativ aus. Im Gegenteil. Dadurch erhält die Manga-Umsetzung etwas mehr Eigenständigkeit, ist leichtgängiger und schafft es dennoch die Geschichte von Meg angemessen ernst und nicht albern umzusetzen. Zumal die dichte Atmosphäre gemeinsam mit der abwechslungsreichen, mal spannenden, mal witzigen Geschichte bis zum Ende des Reihenauftakts fesselt.
Fazit
Schon die Anime-Adaption hat mich in die Welt von Meg Raspberry gezogen und mit dem ersten Light-Novel-Band konnte ich die Vorlage ihrer Geschichte lesen. Obwohl ich damit bereits zwei verschiedene Versionen von Once Upon a Witch’s Death kenne, war ich gespannt, wie die Manga-umsetzung ausfällt. Wie erwartet bleibt der Reihenauftakt der Vorlage weitgehend treu, passt die Handlung jedoch manchmal sinnvoll an. So werden Szenen gekürzt oder fallen vollständig weg, um dem Medium gerecht zu werden. Das führt zwar zu manchen plötzliche und harten Szenenwechseln, schadet der Geschichte aber zu keiner Zeit. Zumal Once Upon a Witch’s Death Band 1 gleichermaßen von der Erzählung, den Charakteren und der Atmosphäre lebt. Auffällig ist jedoch, dass die melancholische, manchmal dramatische, manchmal fröhliche und manchmal witzige Geschichte in der Manga-Version etwas leichtgängiger und komödiantischer wirkt. Grund dafür dürften die kindlicheren und etwas an Cartoons erinnernden, sehr schönen Zeichnungen sein. Das verleiht der Manga-Adaption etwas mehr Eigenständigkeit, ohne dass die Identität der Vorlage verloren geht. Fans vielschichtiger Fantasy-Geschichte sollten Once Upon a Witch’s Death Band 1 eine Chance geben. Wer die Light-Novel-Vorlag kennt, muss überlegen, ob die leicht andere Ausrichtung der Geschichte ausreichend ist, um auch die Manga-Adaption zu lesen.
Kurzfazit: Vielschichtiger Fantasy-Manga, der eine gleichermaßen melancholische wie fröhliche Geschichte mit liebenswerten Charakteren erzählt und in Nuancen von der Light-Novel-Vorlage abweicht.
Details
Titel: Once Upon a Witch’s Death – Band 1
Originaltitel: Aru Majo ga Shinu made: Owari no Kotoba to Hajimari no Namida
Genre: Fantasy, Drama, Coming of Age
Verlag: Tokyopop
Zeichnungen: Kenu Amearare
Original: Saka
Charakterdesign: Chorefuji
Seiten: 212
Preis: 7,50 €
ISBN: 978-3-7593-3023-9
Verlagsseite: Once Upon a Witch’s Death – Band 1 bei Tokyopop
Erscheinungsdatum: 10. Juni 2026
© Kenu Amearare / Saka / Kodakawa Corporation
© Tokyopop GmbH
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