Rezension: Star Wars: The Mandalorian and Grogu

Der Mandalorianer Din Djarin und sein Zögling Grogu jagen in Star Wars: The Mandalorian and Grogu für die Neue Republik ehemalige Imperiale.
Über sechs Jahre mussten Star-Wars-Fans nach Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers auf ein neues Kinoabenteuer in einer weit, weit entfernten Galaxis warten. In der Zwischenzeit erschienen Live-Action- und Animationsserien, die in verschiedenen Epochen der Star-Wars-Historie angesiedelt sind. Eine der erfolgreichsten Serien ist The Mandalorian mit vierundzwanzig Episoden in drei Staffeln, die zwischen November 2019 und April 2023 erschienen sind und The Book of Boba Fett als Ableger hervorgebracht hat. Im Mai 2026 wurde die Geschichte des titelgebenden Mandalorianers Din Djarin und seines Ziehkindes Grogu im Kinofilm Star Wars: The Mandalorian and Grogu endlich fortgesetzt. Dabei knüpft die Geschichte an das Ende der dritten Staffel an, weshalb Vorkenntnisse hilfreich und sinnvoll sind. Dennoch haben Regisseur Jon Favreau und sein Mit-Produzent und Co-Autor Dave Filoni darauf geachtet, dass die erste Kinofortsetzung einer Star-Wars-Serie grundsätzlich auch eigenständig funktioniert. Trotzdem sind Spoiler zu den drei Staffeln von The Mandalorian vorhanden und lassen sich auch in dieser Rezension nicht vermeiden. Nach dem Kinostart im Mai, ist Star Wars: The Mandalorian and Grogu seit Anfang September 2026 auf Disney+ im Stream verfügbar.
Rasantes Kopfgeldjäger-Abenteuer
Wie bereits erwähnt, knüpft The Mandalorian and Grogu an das Ende der dritten Staffel von The Mandalorian an. Din Djarin und Grogu haben sich von der Kopfgeldjagd weitgehend zurückgezogen und erfüllen stattdessen gegen Bezahlung Aufträge für die Neue Republik. Dabei gilt ihre Hauptaufgabe der Jagd auf ehemalige Imperiale, die versuchen, die alte Ordnung wiederherzustellen. Die neue Aufgabe des Hauptfiguren-Duos wird zu Beginn des Films eindrucksvoll dargestellt. Din Djarin widmet sich der Jagd auf einen imperialen Warlord, was nicht nur visuell, sondern auch inszenatorisch packend umgesetzt ist. Actionreich, witzig und spannend weiß The Mandalorian and Grogu bereits mit dem Einstieg in den hundertzweiunddreißig Minuten langen Film beste Unterhaltung zu bieten. Zwar sind nicht alle Special Effects astrein, doch das schadet dem optischen Gesamtbild oder gar der mitreißenden Ereignissen zu keiner Zeit. Damit legt der Film in den ersten Minuten eine perfekte Grundlage und zeigt, worauf sich Star-Wars- und The-Mandalorian-Fans in den rund zwei Stunden, die noch folgen, freuen dürfen.
Nach der erfolgreichen Mission stellt sich heraus, dass Din Djarin von dem aus Star Wars: Rebels bekannten Zeb Orrelios, dessen Live-Action-Debüt bereits mit einem Gastauftritt in der Serie erfolgte, unterstützt wird. Zeb ist nicht die einzige bekannte Figur, die Jon Favreau und Dave Filoni in The Mandalorian and Grogu zurückbringen. So dürfen sich Fans auf einige Verbindungen zum gesamten Star-Wars-Universum freuen, setzen dabei aber nicht voraus, dass die anderen Serien oder gar Comics und Romane bekannt sind. Selbst ohne Vorkenntnisse, werden bekannte wie neue Charaktere erstklassig in die Handlung eingebunden. Das gilt für Zeb genauso wie für die von Sigourney Weaver dargestellte, erstmals auftretende Neue-Republik-Kommandantin Ward von der Din Djarin seine Aufträge erhält. Und sein nächster Auftrag für den Mandalorianer und Grogu ausgerechnet nach Nal Hutta, den Heimatplaneten der Hutts, der damit ebenfalls sein Live-Action-Debüt feiert. Dort soll er Informationen über einen bisher unbekannten Imperialen erhalten, sofern er den Hutts hilft Jabbas Sohn Rotta zurückzuholen.
Atmosphärische Vielfalt
Rotta ist eine weitere Figur, die Fans aus Dave Filonis Animationsserien und -filmen kennen. Erstmals trat der junge Hutte als Baby in Star Wars: The Clone Wars auf. Wie stark er sich seitdem verändert hat, ist ein Highlight, doch auch sonst, überrascht Rotta mit einer weitaus vielschichtigeren Rolle als erwartet. Daran zeigt sich, wie gut einige der Figuren geschrieben sind. Jedenfalls im Rahmen von The Mandalorian and Grogu. Denn sonderlich tiefgründig fällt die Geschichte nicht aus. Aber das ist keineswegs negativ gemeint. Der Star-Wars-Film konzentriert sich stattdessen auf andere Stärken – und dazu gehört in Teilen auch die Geschichte, die viele Szenen erst ermöglicht. So trumpft The Mandalorian and Grogu nicht nur mit einem genialen Protagonisten-Duo auf, sondern überrascht auch mit so manch anderer Figur sowie der Verwendung von diesen oder wie groß manche Rolle ausfällt. Das gilt auch für Grogu, der beweisen darf, wozu er in der Lage ist. Dabei stellt sich der Film gleichermaßen als Buddy-Movie, womit auf der Serie aufgebaut wird, aber auch als Abenteuer- und Action-Film sowie natürlich Science-Fiction-Space-Opera mit genau der richtigen Note Humor heraus. Gelungene Wendungen, einige Überraschungen und genau das richtige Maß an Drama und Epik sorgen dafür, dass niemals Langeweile aufkommt.
Einen großen Anteil an der dichten Atmosphäre und der Wirkung von The Mandalorian and Grogu haben die eindrucksvollen Bilder. Regisseur Jon Favreau hat ein Händchen für visuelle Opulenz und setzt in einigen Szenen bewusst auf atemberaubende Umgebungen und stimmungsvolle Kameraeinstellungen. Allgemein ist The Mandalorian and Grogu ausgezeichnet inszeniert. Dabei wandelt der Film immer wieder zwischen verschiedenen Genreeinflüssen, bindet Western, Japan-Epos und Cyberpunk mit ein. Etwas, das sich auch am vielfältigen Soundtrack widerspiegelt. Komponist Ludwig Göransson beweist einmal mehr, wie groß der Einfluss von Musik auf die Wahrnehmung von Szenen haben kann. So setzt er für The Mandalorian and Grogu nicht nur auf sein mittlerweile legendäre Mandalorian-Thema in verschiedenen Variationen, sondern spielt bewusst mit musikalischen Stilrichtungen. Klassisch orchestrale Klänge wechseln sich ab mit Akustikgitarren, Synthie-Sounds, Fanfaren, Electro-Einlagen mit Rave-Einschüben ab. Dazu gesellen sich Violine und Gitarre, die irgendwo zwischen Gypsy Jazz und Polka wandeln. Einfach fantastisch und eine einmalige Erweiterung der musikalischen Palette von Star Wars. Selbst der Abspann lohnt sich ohne Nach-Abspannszene, um weiteren Liedern lauschen zu können. Eine perfekte Abrundung eines spaßigen Star-Wars-Action-Abenteuer-Films.
Fazit
Als großer Star-Wars-Fan wäre es für mich eigentlich logisch gewesen, Star Wars: The Mandalorian and Grogu im Kino zu sehen. Dennoch habe ich den Film im Mai verpasst und erst jetzt dank der Veröffentlichung auf Disney+ nachgeholt. Natürlich war mir bewusst, dass das neue Abenteuer von Din Djarin und Grogu nicht begeistert aufgenommen wurde und eher als Flop gilt. Verstehen kann ich beides mittlerweile nicht mehr. The Mandalorian and Grogu hat mich großartig unterhalten. Von der ersten bis zur letzten Minute hatte ich großen Spaß mit dem Film, der nicht nur auf Science-Fiction- und Space-Opera, sondern auch auf Elemente aus Western, Japan-Epos und Cyberpunk setzt. Das wird schließlich mit Action, Abenteuer und Humor zu einem mitreißenden wie erstklassig inszenierten Film verbunden. Sicher, die Geschichte mag eher simpel sein, doch das ist keineswegs negativ. Schließlich ist The Mandalorian and Grogu dank der großartigen Charaktere und der erstklassigen Inszenierung ein fesselndes Filmerlebnis. Die visuell großartige Umsetzung, die atemberaubende Inszenierung und der fantastische Soundtrack runden den ersten Star-Wars-Film seit über sechs Jahren ab. Nicht nur Fans der Serie, sollten The Mandalorian and Grogu eine Chance geben – Vorkenntnisse zu The Mandalorian sind zwar nicht erforderlich, aber sicher hilfreich.
Kurzfazit: Spaßiger Star-Wars- und The-Mandalorian-Film, der mit großartigen Charakteren, erstklassiger Inszenierung und audiovisueller Opulenz begeistert.
Vielen Dank an Plaion Pictures für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Star Wars: The Mandalorian and Grogu!
Details
Titel: Star Wars: The Mandalorian and Grogu
Originaltitel: Star Wars: The Mandalorian and Grogu
Genre: Science-Fiction, Abenteuer, Action
Regie: Jon Favreau
Studio: Lucasfilm, Ltd., Fairview Entertainment, Walt Disney Studios Motion Pictures
Produktionsjahr: 202
Laufzeit: ca. 112 Minuten
Sprachen: Deutsch, Englisch und weitere
Untertitel: Deutsch, Englisch und weitere
Herkunftsland: USA
Altersfreigabe: ab 12
Erscheinungstermin (Kino): 20. Mai 2026
Erscheinungstermin (Disney+): 02. September 2026
Erscheinungstermin (Retail): 02. Oktober 2026
Stream: Star Wars: The Mandalorian and Grogu bei Disney+
© Lucasfilm, Ltd. / Disney






