Rezension: Cosmic Princess Kaguya!

Oberschülerin Iroha findet in Cosmic Princess Kaguya! unfreiwillig eine Mitbewohnerin vom Mond.
Iroha genießt ihre Zeit in der virtuellen Welt Tsukuyomi. Dort kann sie sich ausleben und entspannen. In ihrem sonstigen Alltag folgt die Siebzehnjährige einem strikten Plan. Schule, Lernen und Arbeiten bestimmen ihre Tage und lassen ihr kaum Zeit zum Schlafen. Als sie eines Tages übermüdet auf dem Heimweg ist, sieht sie direkt vor dem Haus, in dem sich ihre Wohnung befindet, einen geheimnisvoll leuchtenden Strommast. Als sich dieser plötzlich öffnet, liegt darin ein kleines Baby. Widerwillig nimmt Iroha das Mädchen mit und erlebt schon bald eine große Überraschung, da das Findelkind enorm schnell wächst. Bereits nach kurzer Zeit sieht sie sich mit einer Gleichaltrigen konfrontiert. Da Irohas neue, von ihr eher widerwillig aufgenommene Mitbewohnerin scheinbar vom Mond stammt, nennt Iroha sie kurzerhand Kaguya. Aber Kaguya will auf keinen Fall ein so trauriges Ende wie in der alten Sage. Stattdessen will sie ein Happy End für sich und Iroha schaffen. Dafür beschließt sie, gemeinsam mit Iroha in Tsukuyomi ein Streamer-Idol zu werden und beim Wettkampf um ein gemeinsames Konzert mit KI-Superstar Yachiyo, die von Iroha verehrt wird, veranstalten zu dürfen. Doch Iroha kann nicht ewig auf der Erde bleiben.
Ungewollte Mitbewohnerin
Der mit rund hundertvierzig Minuten relativ lange Anime-Film Cosmic Princess Kaguya! von Regisseur und Drehbuchautor Shingo Yamashita greift die bekannte japanische Legende von Prinzessin Kaguya und dem Bambussammler auf. Allerdings wird die Geschichte nicht nacherzählt, sondern gleichermaßen fortgesetzt wie neu interpretiert. Der bunte Genre-Mix aus Slice of Life, Comedy, Science-Fiction, Musik und Action folgt der siebzehnjährigen Oberschülerin Iroha, die alleine lebt und sich neben ihren großen Bemühungen für die Schule auch in ihre Arbeit stürzt. Schließlich muss sie ihren Lebensunterhalt irgendwie alleine stemmen. Entspannung findet die oft ernst wirkende, aber weitaus sanftere und verträumtere Iroha in der virtuellen Welt Tsukuyomi. Dort kann sie sich Videospielen widmen oder ihren Star, die KI Yachiyo, anhimmeln.
Aber natürlich bleibt nicht alles, wie es ist, und relativ bald findet Iroha auf dem Heimweg in einem leuchtenden Strommast ein Baby, das überraschend schnell heranwächst. Damit wird die zweite Hauptfigur, von Iroha aufgrund ihrer Herkunft vom Mond Kaguya genannt, in die Handlung eingebunden. Spätestens mit diesem Moment unterhält Cosmic Princess Kaguya! mit liebenswerten Protagonistinnen, herrlichem Humor und einer vielschichtigen wie interessanten Geschichte. Es ist wirklich spaßig Iroha und Kaguya in ihrem neuen Alltag zu begleiten und mitzuerleben, wie sie sich miteinander arrangieren und immer besser anfreunden. Natürlich nimmt die virtuelle Welt Tsukuyomi, in der Kaguya unbedingt mit Iroha ein Streamer-Idol werden will, eine zentrale Rolle in der Handlung ein.
Gewünschtes Happy End
Allgemein spielt Cosmic Princess Kaguya! recht viel mit dem Zusammenspiel der echten und der virtuellen Welt und überschreitet dabei manchmal die Grenzen der Wissenschaft, was für eine noch interessantere Welt sorgt. Gleichzeitig bleibt die Geschichte angenehm charmant, kurzweilig, humorvoll und abwechslungsreich. Gerade Kaguyas Versuche, ein Streamer-Idol zu werden und Irohas Umgang damit sowie mit ihrer Mitbewohnerin allgemein, sind nicht nur herrlich, sondern auch maßgeblich für die Geschichte. Schließlich nimmt die Beziehung der beiden Protagonistinnen eine zentrale Rolle ein.
Auffällig ist jedoch, dass sich die Geschichte manchmal etwas zieht, während andere Szenen, die etwas ausführlicher hätten ausfallen dürfen, viel zu schnell abgehandelt werden. Das gilt besonders für einen entscheidenden Höhepunkt sowie eine wichtige Enthüllung. Leider ist das nicht die einzige Schwäche von Cosmic Princess Kaguya!. Ist der wunderschön gezeichnete und flüssig animierte Anime-Film für etwa zwei Drittel wirklich spaßig und mitreißend, fällt das letzte Drittel merklich ab. Die Geschichte konzentriert sich auf unnötige Wendungen und gipfelt schließlich in einem zwar zeitweise durchaus amüsanten, insgesamt aber seltsamen und teilweise etwas wirr erzählten Finale inklusive unbefriedigendem Ende. Das ist angesichts der Qualität, die über weite Strecken des Films gezeigt wird, bedauerlich. Angesichts der ersten beiden Drittel lohnt sich für Fans eigenständiger, charmanter und magischer Anime-Filme ein Blick.
Fazit
Cosmic Princess Kaguya! stand seit der Veröffentlichung im Januar 2026 lange auf meiner Liste. Geschichte, Charaktere und Setting haben mich sofort angesprochen und gerade die erste Hälfte hat mich auch nicht enttäuscht. Vielmehr wurde ich für rund zwei Drittel sehr gut unterhalten. Leider zeigt die Geschichte im letzten Drittel einige seltsame Wendungen, die zwar konsequent durchgezogen werden, aber trotzdem nicht unbedingt gut sind. Gerade das Ende ist fast ein wenig enttäuschend und hat mich unzufrieden zurückgelassen. Das bedeutet allerdings nicht, dass Cosmic Princess Kaguya! grundsätzlich schlecht ist. Schließlich überzeugt der Anime-Film in den ersten beiden Dritteln und zeigt, welches Potential vorhanden ist. Umso bedauerlicher ist es für mich, dass Finale und Ende misslungen sind. Trotzdem können Genre-Fans einen Blick wagen.
Kurzfazit: Anfangs magischer, lustiger und kurzweiliger Science-Fiction-Sice-of-Life-Anime-Film, der trotz Schwächen im letzten Drittel ordentliche Genre-Unterhaltung bietet.
Details
Titel: Cosmic Princess Kaguya!
Originaltitel: Chō Kaguya-hime!
Genre: Slice of Life, Comedy, Musik, Science-Fiction, Action
Regie: Shingo Yamashita
Studio: Studio Chromato Co., Ltd., Studio Colorido Co., Ltd.
Produktionsjahr: 2026
Laufzeit: ca. 140 Minuten
Sprachen: Deutsch, Japanisch, Englisch u.a.
Untertitel: Deutsch u.a.
Herkunftsland: Japan
Altersfreigabe: ab 12
Erscheinungstermin: 22. Januar 2026
Streaming: Cosmic Princess Kaguya! bei Netflix
©コロリド・ツインエンジンパートナーズ / Netflix







