Rezension: Splatoon Raiders (Switch 2)

Gestrandet auf den legendären Spiralit-Inseln, begibt sich das Surimi Syndicate und eine Mechanikerin in Splatoon Raiders auf Schatzsuche.
Nach drei vorwiegend auf Mehrspieler-Action ausgelegten Teilen, erhält die Splatoon-Reihe mit Splatoon Raiders erstmals einen Singleplayer-fokussierten Ableger. Einzelspieler-Kampagnen sind dabei nicht neu. Bereits Splatoon 2 und Splatoon 3 haben abseits der Mehrspieler-Gefechte verschiedene Story- und Einzelspieler-Modi enthalten. Allerdings verzichtet Splatoon Raiders komplett auf die gewohnten Schlachten von zwei Teams gegeneinander, die die Reihe auszeichnen. Stattdessen geht ihr als Mechanikerin nach einer Bruchlandung auf den legendären Spiralit-Inseln gemeinsam mit dem aus Splatoon 3 bekannten Surimi Syndicate auf Schatzsuche. Zwar verfügt Splatoon Raiders auch über eine Mehrspieler-Option, diese ist jedoch eher ein Zusatz, während die abenteuerliche und actionreiche Erkundung der Insel-Level im Vordergrund steht.
Schatzsuche mit Tinten-Waffe
Die Ausgangslage der Geschichte von Splatoon Raiders ist schnell zusammengefasst. Mako, Muri und Mantaro, die als Surimi Syndicate bekannt sind, haben eine Spur der legendären Spiralit-Inseln entdeckt. Allerdings gerät der Hubschrauber, in dem sie dorthin unterwegs sind, in einen Sturm und sie stürzen ab. Gemeinsam mit ihrer Pilotin, die auch eine begnadete Mechanikerin ist, basteln sich die drei ein behelfsmäßiges Schiff. Von diesem Basiskutter aus geht es auf die umliegenden Inseln, um einen Weg nach Hause zu finden, Schätze zu bergen und Geheimnisse zu lüften. Zwischensequenzen und Dialoge zwischen dem Surimi Syndicate bringen die Geschichte stets voran. Die Mechanikerin, in deren Haut wir schlüpfen, bleibt wiederum stumm. Wobei auf eine Sprachausgabe gänzlich verzichtet wurde. Die mitunter witzigen Dialoge werden lediglich in Textboxen wiedergegeben.
Beim Gameplay nutzt Splatoon Raiders die Grundlagen der drei Vorgänger. Entsprechend vertraut fühlt sich das Third-Person-Shooter-Konzept an. Statt Arenen einzufärben und gegnerische Spieler zu besiegen, heißt es, auf den Spiralit-Inseln gegen die ebenfalls aus den Vorgängern bekannten Salmoniden anzutreten. Diese tauchen überall auf und greifen sofort an, wenn sie euch sehen. Zum Glück finden sich im Laufe der Zeit zahlreiche Waffen aus elf verschiedenen Waffentypen. Welche ihr wählt, beeinflusst spürbar das Gameplay und hat somit Auswirkung auf euren Spielstil. Natürlich färbt ihr mit der verschossenen Tinte weiterhin den Boden ein und könnt in eurer Tintenfisch-Form in diese eintauchen. Das ist auch notwendig, um euren Tintentank und somit die Munition für eure Waffen aufzuladen.
Verbesserungen und Ausrüstung
Ebenfalls großen Einfluss auf das Gameplay hat der ausgerüstete Tank, da von diesem auch die verfügbaren Gimmicks abhängen. Bei Gimmicks handelt es sich um zusätzliche Fähigkeiten, die euch etwa alternative Angriffe oder Ausweichsprünge ermöglichen. Entsprechend gut überlegt sollte sein, ob ihr euch für den Power-, den Tempo- oder den Tricktank entscheidet. Zumal diese mit den von den Salmoniden erhaltenen Fischeiern langsam aufleveln, wodurch schließlich eine stärkere Variante freigeschaltet wird. Das ist aber noch nicht alles. Die ausgerüsteten, vom gewählten Tank abhängigen Gimmicks könnt ihr mit Mods verstärken und anpassen. Jede Mod verbraucht dabei unterschiedlich viel des begrenzten Platzes. Mit der Zeit könnt ihr die Tanks verbessern und neben zusätzlicher Lebensenergie oder erhöhtem Waffen- und Gimmickschaden auch mehr Mod-Plätze freischalten. Zudem lassen sich auch die gefundenen Waffen verbessern.
Natürlich benötigt ihr dafür die bei euren Schatzsuchen gesammelten Spiralit-Splitter, verschiedene Materialien, die sich ebenfalls auf den Inseln finden lassen und Fähigkeitspunkte. Letztere erhaltet ihr bei einem Levelaufstieg oder beim Absolvieren eines Kostprobe-Dungeons. Diese bieten verschiedene Herausforderungen mit vorgegebener Ausrüstung. So müsst ihr etwa Geschicklichkeitspassagen absolvieren oder alle Kämpfe in einem engen Level abschließen. Auch zeitbegrenzte Kämpfe, zu denen auch die spannenden Boss-Level und -Kämpfe gehören, bringen zusätzliche Abwechslung. Einige der Tiefenruinen genannten Boss-Konfrontationen hinterlassen je nach verwendetem Tank unterschiedliche Belohnungen. Es lohnt sich also nicht immer nur auf einen Tank zu setzen. Zum Glück könnt ihr jedes Level jederzeit wiederholen.
Flüssig und motivierend
Da einige Funktionen wie die Werkstatt für die Verbesserungen von Waffen oder die Gimmick-Schmiede, in der ihr neue Gimmicks herstellen könnt, erst freigeschaltet werden müssen, ist es umso wichtiger mit den Ressourcen geplant umzugehen. Zumal sich der Basiskutter ebenfalls verbessern lässt. Zusätzlich lassen sich kleine Zusätze wie Übungsziele oder ein Arcadeautomat mit Minispielen aktivieren. Das Gameplay wird wiederum von den gefundenen Relikten noch weiter beeinflusst. So schalten Relikte etwa einen Doppelsprung oder einen reduzierten Tintenverbrauch frei. Die Plätze sind allerdings begrenzt und stehen nicht direkt zu Beginn zur Verfügung. Einige der Relikte sind zudem vom Tank abhängig, den ihr nutzt. Zu guter Letzt dürft ihr auf euren Schatzsuchen auf die Hilfe eines Mitglieds des Surimi Syndicates setzen. Mako, Muri oder Mantaro nutzen dafür einen Roboter, den ihr früh im Spiel findet und der euch im Kampf gegen Salmoniden unterstützt. Dabei verfügt jeder von ihnen über einen eigenen Spezial-Angriff, das sogenannte Surimi-Solo, das ihr einsetzen könnt, wenn die entsprechende Leiste voll ist.
Dank des Aufbaus aus kleinen, schnell gespielten Leveln, ist Splatoon Raiders überaus kurzweilig und eignet sich perfekt für eine Runde zwischendurch. Umso besser ist es, dass das Action-Spiel sowohl am Fernseher als auch im Handheld-Modus durchweg flüssig läuft. Optisch bleibt der bekannte Stil der Reihe erhalten und es ist offensichtlich, dass Splatoon Raiders bei der Grafik auf den Grundlagen von Splatoon 3 aufbaut. Dadurch sehen gerade die Charaktere gewohnt individuell und detailreich aus. Die Umgebungen überzeugen zudem mit unterschiedlichen Biomen wie tropischen Stränden oder von Lava überzogenen Regionen. Im Chaos der Kämpfe kann zwar manchmal die Übersicht etwas schwer werden, negativ auf den Spielspaß wirkt sich das aber nicht aus. Bei Sound und Musik überzeugt Splatoon Raiders mit einer stimmigen Umsetzung, während wie gesagt auf eine verständliche Sprachausgabe verzichtet wurde. Stattdessen geben die Figuren die bekannte Fantasiesprache von sich. Dafür sind die Texte gut geschrieben und oft witzig. Damit ist Splatoon Raiders ein spaßiger Ableger der Reihe, der das Potential der Einzelspieler-Modi endlich nutzt.
Fazit
Obwohl ich mit den Splatoon-Spielen immer viel Spaß hatte, habe ich mir gewünscht, dass der Einzelspieler-Part größer und besser wäre. Weder in Splatoon 2 noch in Splatoon 3 konnten mich die Kampagnen dauerhaft fesseln. Splatoon Raiders ist grundsätzlich auf eine Einzelspieler-Erfahrung ausgelegt und das ist dem Action-Spiel deutlich anzumerken. Dabei bleibt das Kern-Gameplay erhalten, wird sinnvoll erweitert und bekommt dadurch mehr Tiefe. Gleichzeitig wird eine witzige und ausreichend interessante Geschichte mit sympathischen Charakteren erzählt. Die Level sind zudem so kurzweilig, dass sich Splatoon Raiders perfekt für kleine Runden zwischendurch eignet. Und wer möchte, kann im Koop-Modus Online oder lokal trotzdem noch zusammen auf Schatzsuche gehen. Ein großartiges Action-Spiel, das beweist, zu was die Splatoon-Reihe fähig ist. Weder Fans der Vorgänger noch von Action- und Shooter-Spielen sollten sich Splatoon Raiders entgehen lassen.
Kurzfazit: Spaßiges Action-Spiel, das das bekannte Splatoon-Gameplay in eine interessante Singleplayer-Erfahrung packt, sinnvoll erweitert und mit kurzweiligen Leveln sowie viel Charme motiviert.
Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Splatoon Raiders!
Details
Titel: Splatoon Raiders
Genre: Action
Publisher: Nintendo
Entwickler: Nintendo
Spieler: 1-4
Syteme: Switch 2 (getestet)
Altersfreigabe: ab 12
Erscheinungsdatum: 23. Juli 2026
© Nintendo
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