Rezension: Arifureta Zero – Band 1 (Manga)

Die Begegnung mit Miledi sorgt in Arifureta Zero Band 1 für Chaos im einfachen Leben von Oscar Orkus.
Von Meister Orkus aufgenommen, arbeitet der Waise Oscar als Synergist in der Werkstatt seines Ziehvaters. Allerdings zeigt er sein angeblich großes Talent nicht und widmet sich ausschließlich der Herstellung alltäglicher Gegenstände für die Arbeiter der Stadt. Das bringt Oscar unter den anderen Angestellten der Werkstatt und außerhalb der Arbeiter- und Elendsviertel einen Ruf als Verlierer und Heuchler ein. Doch Oscar hat seine eigenen Gründe, weshalb er sein außergewöhnliches Talent nicht einsetzen will. Als er eines Tages wie üblich das Waisenhaus, in dem er aufgewachsen ist, besucht, trifft er dort auf die eigenwillige Miledi. Die junge Frau ist lebhaft und fröhlich, weckt jedoch Oscars Misstrauen. Miledi ist entschlossen, Oscar für ihre Sache zu gewinnen und sucht ihn deshalb fast täglich auf. Aber was hat sie wirklich vor?
Ursprungsgeschichte
In acht Bänden adaptiert Arifureta Zero die gleichnamige, sechsteilige Light-Novel-Spin-off-Reihe von Arifureta. Originalautor Ryo Shirakome erzählt die Geschichte von Oscar Orkus, einem der Erbauer der Großen Labyrinthe und eine zentrale Figur in der Vergangenheit der Hauptreihe. Schließlich hat das Schaffen von Oscar und seinen Freunden die Abenteuer von Hajime, Yue und den anderen überhaupt erst ermöglicht. Wie Oscar zu jener Person wurde, die Fans zumindest durch seine Bedeutung kennen, soll Arifureta Zero nun offenbaren. Der erste Band weist zu Beginn zwar kurz auf den Erfolg von Hajime, ansonsten verzichtet die Geschichte auf Verweise auf die lange Zeit später angesiedelte Geschichte der Hauptreihe. Stattdessen konzentriert sich Arifureta Zero Band 1 auf Oscar und seine erste Begegnung mit Miledi. Dadurch kann der Fantasy-Manga auch ohne Arifureta-Vorwissen problemlos gelesen werden.
Zu Beginn von Arifureta Zero Band 1 ist Oscar bereits Schüler und Adoptivkind des großen Orkus. Dieser betreibt in Velnika, der Hauptstadt des Königreichs Velka, eine berühmte Werkstatt. Orscar ist dafür bekannt, dass er aufgrund seiner einzigartigen Talente als Synergist von Orkus aufgenommen und angestellt wurde. Allerdings zeigt Oscar davon wenig und widmet sich der Herstellung alltäglicher Dinge. Deshalb wird er von vielen als Loser bezeichnet. Besonders Viscount-Sohn Pingu Wales hat eine Abneigung gegen Oscar, was genutzt wird, um den Protagonisten und seine Position in der Gesellschaft grob vorzustellen. Ähnliches gilt für Orkus, der Oscar anders betrachtet und behandelt. Hier zeigt sich, dass Oscar mehr ist als der zurückhaltende und die negativen Äußeren über sich ignorierenden, ruhige junge Mann. Allgemein gelingt es Arifureta Zero Band 1 ziemlich gut, Oscar vorzustellen und ihm ausreichend Profil zu verleihen.
Ähnliches gilt für Miledi, die bald als zweite Hauptfigur auftritt und Oscar fortan das Leben schwer macht. Schon ihr erster Auftritt ist gerade aufgrund der überzeichneten Klischees witzig. Es fällt leicht, Miledi mit ihrer aufgeweckten, fröhlichen und lebhaften Art ins Herz zu schließen. Doch besonders die Enthüllung ihrer Vergangenheit in der zweiten Hälfte des Mangas trägt dazu bei, dass Miledi viel Tiefe erhält und sich zum bisher stärksten Charakter mausert. Hier zeigt Arifureta Zero Band 1 dann auch, dass der Auftakt des Spin-offs auf harte und konsequente Wendungen sowie Szenen setzt. Gerade der Kontrast zwischen der ersten und zweiten Hälfte des Mangas unterstreicht, wie abwechslungsreich die Reihe werden könnte. Das hochspannende Cliffhanger-Ende ist trotz vorhersehbarer Auflösung eine gelungene Überleitung zum Nachfolger und weckt den Wunsch, möglichst bald weiterlesen zu können. Optisch setzt Arifureta Zero Band 1 auf genretypische, aber durchaus schicke Zeichnungen, die gerade bei den Figuren und einigen besonderen Szenen überzeugen.
Fazit
Da ich besonders die Arifureta-Anime-Serie, aber auch die Manga-Adaption der Light-Novel-Reihe, sehr mag, war ich gespannt, was mich bei der Vorgeschichte erwartet. Zumal die Hauptreihe bereits verrät, was aus Oscar Orkus und seinen Freunden wird. Das muss aber nicht negativ sein, wie Arifureta Zero Band 1 zum Auftakt der achtteiligen Spin-off-Manga-Reihe zeigt. Vielmehr gelingt es der Umsetzung der gleichnamigen Light-Novel-Reihe, einen abwechslungsreichen, spannenden und vielversprechenden ersten Band abzuliefern. Ist Arifureta Zero Band 1 anfangs noch bewusst, seicht und ruhig, zieht die Geschichte spätestens mit Miledis frühem Auftauchen an. Schnell habe ich die lebhafte, fröhliche junge Frau ins Herz geschlossen und auch Oscar ist ein sympathischer Protagonist. Besonders gefesselt hat mich Arifureta Zero Band 1 aber mit der zweiten Hälfte. Die Vergangenheit von Miledi verleiht ihr zusätzliche Tiefe und sorgt dafür, dass sie vorerst für mich der beste Charakter der Fantasy-Reihe ist. Angesichts der erzählten Handlung ist das aber logisch. Schließlich hängen alle harten Szenen und Wendungen mit ihr zusammen. Hier beweist Arifureta Zero Band 1, dass die Geschichte nicht nur friedlich ist, sondern auch auf eine düstere Atmosphäre genauso wie packende Ereignisse setzt. Bis zum hochspannenden Cliffhanger-Ende hat mich der Fantasy-Manga nicht mehr losgelassen. Die Auflösung des offenen Endes ist zwar teilweise vorhersehbar, trotzdem bin ich gespannt, wie die Geschichte weitergeht. Arifureta- und Fantasy-Fans sollten unbedingt einen Blick wagen.
Kurzfazit: Spannender und abwechslungsreicher Fantasy-Manga, der zum Reihenauftakt mit sympathischen Hauptfiguren, einer ausreichend fesselnden Geschichte und harten wie konsequenten Wendungen überzeugt.
Vielen Dank an altraverse für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Arifureta Zero – Band 1!
Details
Titel: Arifureta Zero – Band 1
Originaltitel: Arifureta Shokugyō de Sekai Saikyō Zero
Genre: Fantasy, Action, Abenteuer, Drama
Verlag: altraverse
Story: Ryo Shirakome
Zeichnungen: Ataru Kamichi
Seiten: 168
Preis: 8,00 €
ISBN: 978-3-7539-3700-7
Verlagsseite: Arifureta Zero – Band 1 bei altraverse
Erscheinungsdatum: 15. Dezember 2025
© Ataru Kamichi / Ryo Shirakome / OVERLAP, Inc.
© Altraverse GmbH
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