Rezension: 2ZKB, Feder & Wecker – Band 1 (Manga)

Eine pflichtbewusste Angestellte und chaotische angehende Mangaka leben im Girls-Love-Manga 2ZKB, Feder & Wecker Band 1 in einer WG zusammen.

Nanami Kazuki ist fünfundzwanzig und erfüllt ihre Arbeit als Angestellte pflichtbewusst, ordnungsgemäß und begeistert ihre Kollegen mit ihrem Fleiß. Ähnlich gut organisiert ist ihr Haushalt und ihre Fernbeziehung zu ihrem Freund, mit dem sie regelmäßig telefoniert. Kaede Fujimura, ihre siebenundzwanzigjährige Mitbewohnerin, ist hingegen unordentlich, unorganisiert und verlässt sich voll und ganz darauf, dass Nanami sich um alles kümmert, während sie auf ihr Ziel eine Mangaka zu werden hinarbeitet. Obwohl die beiden Frauen so unterschiedlich sind, schaffen sie es irgendwie, dass ihr WG-Leben funktioniert. Für Nanami ändert sich dann jedoch etwas, als ihr Freund mit der Aussage, dass sie eigentlich lesbisch sei, sich von ihr trennt.

Ungleiche Mitbewohnerinnen

Mit 2ZKB, Feder & Wecker Band 1 nimmt altraverse einen weiteren Girls-Love-Titel ins Programm auf und gleichzeitig das erste Werk von Mangaka Yayoi Ohsawa. Die ruhige Slice-of-Life-Comedy präsentiert sich im ersten Band weitaus mehr als Alltags-Geschichte rund um die beiden, im Gegensatz zu anderen Genre-Vertretern wie Ein tropischer Fisch sehnt sich nach Schnee oder Ich will dich weinen sehen, erwachsenen Hauptfiguren. Statt sich auf eine romantische Beziehung zu konzentrieren, ist die Bindung zwischen Nanami und Kaede rein freundschaftlich. Lediglich kleinere Andeutungen lassen bereits zartere Bande zwischen den beiden erahnen. Dafür punktet 2ZKB, Feder & Wecker mit dem witzigen Zusammenleben der grundverschiedenen Hauptfiguren. Während Nanami fest im Leben steht und pflichtbewusst und fleißig ihrer Arbeit nachgeht und den Haushalt verwaltet, ist die etwa zwei Jahre ältere Kaede noch dabei sich an ihrem Debüt als Mangaka zu versuchen. Gleichzeitig wirkt sie weitaus kindlicher als ihre Mitbewohnerin und verhält sich auch entsprechend. Zeitweise wirkt es sogar so, als würde Nanami Kaede bemuttern. Genau darauf baut die Beziehung der beiden teilweise auf und gerade in solchen Momenten wird offensichtlich, wie gut die beiden so verschiedenen jungen Frauen miteinander harmonieren.

Dabei ergänzen sie sich zudem in einigen Situationen wunderbar, unterstützen sich ganz selbstverständlich und sind trotz gelegentlicher Streitigkeiten überaus eng miteinander verbunden. Im Laufe des Mangas wird deutlich, wie gut sich Nanami und Kaede ergänzen und gleichzeitig wie liebevoll sie füreinander da sind. Angereichert wird das von einigen amüsanten Eigenheiten wie Nanamis Dialekt, der wunderbar ins deutsche übertragen wurde, oder Kaedes fast schon an Kaufsucht erinnernde Art mit Geld um sich zu werfen, wenn sie welches hat. Kaede bringt außerdem einen Nerd-Faktor in die Geschichte ein. Wenn sie Nanami freudestrahlend eine neue Figur oder die Komplettbox einer Serie präsentiert, hat das etwas liebenswertes, das zugleich an die ebenfalls bei altraverse erscheinende Romantik-Comedy-Reihe Keine Cheats für die Liebe erinnert. Damit eignet sich 2ZKB, Feder & Wecker nicht nur für Anhänger des Girls-Love-Genres, sondern könnte auch Fans von Slice of Life und Romantik-Komödien ansprechen.

Bei den Zeichnungen fallen gerade die Hintergründe oft eher zweckmäßig aus und stechen nur selten wirklich hervor. Mangaka Yayoi Ohsawa legt den Fokus eindeutig auf die schön gestalteten und sowohl optisch als auch charakterlich oft vielschichtigen Figuren. Neben Nanami und Kaede sind das vor allem Nanamis Kollegin Yuko Tanihara und die ebenfalls angehende Mangaka Koyuki Shiroyama. Beide haben zwar vorerst nur kleinere Auftritte, könnten aber im Laufe der achtbändigen Reihe noch größere Rollen einnehmen.

Fazit

Nanami und Kaede sind ein großartiges Duo, das mich früh im ersten Band von 2ZKB, Feder & Wecker mit ihren Eigenheiten und der Art wie sie miteinander agieren, unterhalten haben. Der weitaus mehr als Slice-of-Life-Comedy mit Romantik-Elementen erinnernde Auftakt-Manga schafft es hervorragend die beiden Hauptfiguren vorzustellen und ein Gefühl für ihre WG und ihre jeweilige Arbeit zu vermitteln. Dabei hilft vor allem der starke Fokus auf Nanami und Kaede sowie ihre Zeit in der gemeinsamen Wohnung. Die verschiedenen Sicht- und Verhaltensweisen sorgen für einige witzige Szenen, die wunderbar mit Details wie Nanamis Akzent oder Kaedes kindischer Art unterstrichen werden. Die leichten Nerd-Einflüsse haben mich zeitweise an Keine Cheats für die Liebe erinnert und zusätzliche Sympathie für die Reihe bei mir geweckt. Erste Andeutungen, dass die Beziehung zwischen Nanami und Kaede über Freundschaft hinaus gehen könnte, sind bereits vorhanden, bleiben aber oberflächlich. Das ist gut so, da das dem Aufbau der Charaktere zu Gute kommt. Gerne möchte ich wissen wie es mit dem ungleichen Duo weitergeht und freue mich bereits entsprechend auf den zweiten Band. Girls-Love-Fans sollten 2ZKB, Feder & Wecker Band 1 unbedingt lesen. Anhänger von Slice-of-Life- und Romantik-Komödien machen ebenfalls wenig falsch.

Kurzfazit: Ruhig und liebenswert erzählt 2ZKB, Feder & Wecker Band 1 vom wunderbaren Duo Nanami und Kaede und ihrem chaotischen, unterhaltsamen WG-Leben und vereint Girls Love mit Slice of Life und Romantik-Comedy.

Vielen Dank an altraverse für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von 2ZKB, Feder & Wecker – Band 1!

Details
Titel: 2ZKB, Feder & Wecker – Band 1
Originaltitel: 2DK, Gpen, Mezamashi Dokei
Genre: Girls Love, Slice of Life
Verlag: altraverse
Text/Zeichnungen: Yayoi Ohsawa
Seiten: 172
Preis: 10,00 €
ISBN: 978-3-96358-320-9
Verlagsseite: 2ZKB, Feder & Wecker – Band 1 bei altraverse
Erscheinungsdatum: 11. Juli 2019

© Yayoi Ohsawa / Ichijinsha / altraverse