Rezension: Yoshi and the Mysterious Book (Switch 2)

Als das sprechende Buch Enzo auf der Yoshi-Insel landet, helfen die Yoshis in Yoshi and the Mysterious Book das Wissen auf seinen Seiten zu erkunden.

Yoshis erstes Switch-2-Abenteuer, das noch vor dem ersten Super-Mario-Spiel für die neue Nintendo-Konsole erschienen ist, ist kein klassischer Platformer wie die letzten beiden Titel mit dem niedlichen Dinosaurier. Zwar springt und rennt ihr wie in Yoshi’s Woolly World und Yoshi’s Crafted World durch verschiedene Level, Yoshi and the Mysterious Book versteht sich aber weitaus mehr als Cozy-Platform-Adventure. Sterben könnt ihr nicht, nicht einmal bei den Bosskämpfen. Dadurch fällt der Schwierigkeitsgrad sehr niedrig aus. Jedem Yoshi-Fan wird das nicht gefallen. Allerdings liegen die Stärken des putzigen Switch-2-Abenteuers woanders.

Gesuchtes Wissen

Bowsers nicht weniger fieser Sprössling Bowser Jr. bemächtigt sich in einer riesigen, lange verlassenen Bibliothek eines alten, offenbar seltenen Buchs. Auf der Suche nach dem Wundervogel, bricht er mit dem Buch auf, stürzt aber über der Yoshi-Insel ab und wird in die Seiten der Enzyklopädie gezogen. Diese stellt sich den herannahenden Yoshis kurzerhand als Enzo vor und bittet um Hilfe bei der Erkundung und Wiederherstellung des Wissens auf seinen Seiten. Dafür nutzen die Yoshis ein magisches Leseglas, um selbst in die Landschaften auf den Seiten einzutauchen und mehr über Flora und Fauna der verschiedenen Welten zu erfahren.

Jede Kreatur stellt dabei ein Level dar und bietet mehrere Geheimnisse, die es zu entdecken gilt. Dabei springt und rennt ihr durch die Level, versucht aber in erster Linie herauszufinden, was es mit den verschiedenen Lebewesen, die ihr anschließend entweder selbst benennt oder einen von Enzo vorgeschlagenen Namen gebt, auf sich hat. Anspruchsvoll ist das beim reinen Schwierigkeitsgrad wie erwähnt nicht. Schaden erleidet ihr bei Treffern nicht und stürzt ihr in einen Abgrund, werdet ihr sofort zurückgesetzt. Das mag seltsam klingen, passt aber zur offensichtlich entspannten Spielerfahrung, die Yoshi and the Mysterious Book bieten soll. Statt euch zu fordern, soll das Yoshi-Abenteuer zum Erkunden und Rätsel lösen einladen. Das funktioniert nach einer kurzen Eingewöhnungszeit überraschend gut.

Erkundetes Wissen

Es ist motivierend, mit Yoshi die Level zu durchstreifen und alles mögliche auszuprobieren, um neue Details zu Flora und Fauna herauszufinden. Für jede Entdeckung erhaltet ihr außerdem ein bis drei Sterne. Diese werden benötigt, um neue Welten freizuschalten. Dabei ist es nicht erforderlich, alles aufzudecken. Nicht einmal alle Level müsst ihr betreten, um Yoshi and the Mysterious Book abzuschließen. Allerdings fällt die Spielzeit dann vergleichsweise kurz aus. Lasst ihr euch auf die Erkundung ein, seid ihr immerhin über zehn Stunden beschäftigt – und entdeckt allerlei niedliche, farbenfrohe und kreative Lebewesen. Das ist auch ohne eine klassische Herausforderung mit Leben, Schaden und der Möglichkeit zu sterben spaßig. Gerade weil Yoshi and the Mysterious Book etwas Neues versucht, sticht es hervor. Doch die Cozy-Ausrichtung wird nicht jedem gefallen.

Über jeden Zweifel erhaben ist dafür die visuelle Gestaltung. Yoshi and the Mysterious Book setzt wieder auf einen neuen, kreativen und bunten Grafikstil. Nach Wolle und Pappe erkunden die Yoshis nun eine handgezeichnete Bilderbuchwelten, die hervorragend zu Geschichte und Ausrichtung des Platform-Adventures passt. Detailreiche Hintergründe, niedliche Lebewesen, lebendige Animationen und reichlich kreative Ideen unterstreichen den Einfallsreichtum des Yoshi-Abenteuers. Zudem läuft Yoshi and the Mysterious Book durchgehend flüssig, während der verspielte Soundtrack die entspannte Atmosphäre perfekt unterstreicht.

Fazit

Es hat ein wenig gedauert, bis ich mit Yoshi and the Mysterious Book warm geworden bin. Gerade die ersten Level haben mich nur bedingt motiviert. Doch nach einiger Zeit habe ich die entspannten Erkundungen verinnerlicht und hatte immer mehr Spaß daran, die Level nach dem Wissen über Flora und Fauna zu durchsuchen. Das ist angenehm kurzweilig und birgt mehr in den Entdeckungen und der niedlichen Präsentation Spielspaß als im Anspruch, der sowieso kaum vorhanden ist. Lediglich einige der Geheimnisse sind so gut versteckt, dass es ein wenig Knobeln braucht, um sie zu entdecken. Glücklicherweise bleibe ich an solchen Stellen aber nicht hängen, da ich jederzeit in ein anderes Level gehen kann, ohne Fortschritt zu verlieren. Und neue Welten schalte ich ebenfalls recht schnell und einfach frei. Damit ist der Abspann zwar schnell erreicht, doch anschließend wartet noch einiges zu entdecken auf mich. Das Konzept von Yoshi and the Mysterious Book wird allerdings nicht allen Yoshi-Fans gefallen. Wer ein klassisches Jump & Run beziehungsweise einen typischen Platformer erwartet, könnte enttäuscht sein. Trotzdem solltet ihr Yoshi and the Mysterious Book eine Chance geben und euch auf die ungewohnte Gameplay-Ausrichtung einlassen – es lohnt sich, auch wenn das neue Yoshi-Abenteuer sicherlich kein absoluter Switch-2-Hit ist.

Kurzfazit: Charmantes und niedliches Yoshi-Abenteuer, das mit Kreativität und Erkundung motiviert, aber ohne echten Anspruch nicht jedem Fan gefallen wird.

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Yoshi and the Mysterious Book!

Details
Titel: Yoshi and the Mysterious Book
Genre: Adventure, Jump & Run
Publisher: Nintendo
Entwickler: Good-Feel
Spieler: 1
Syteme: Switch 2 (getestet)
Altersfreigabe: ab 0
Erscheinungsdatum: 21. Mai 2026

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