Rezension: Angels of Death – Vol. 1 (Blu-ray)

Die 13-jährige Rachel und der Mörder Zack müssen in Angels of Death Volume 1 gemeinsam um ihr Leben kämpfen.

Als die 13-jährige Rachel aufwacht, weiß sie nicht, wo sie ist oder was sie hier macht. Mit klaren Erinnerungslücken, macht sie sich auf die Suche nach ihren Eltern und stößt auf allerlei Seltsames. Schon bald muss Rachel um ihr Leben fürchten. Ein sensenschwingender Mann macht Jagd auf sie, aber auch nachdem sie entkommen konnte, ist sie noch nicht sicher. Ausgerechnet der Mörder Zack mit seiner großen Sense wird nach grausigen Erkenntnissen zu ihrer letzten Hoffnung. Schließlich wünscht sie sich nun nichts sehnlicher, als getötet zu werden. Dafür muss Rachel Zack aber erst aus dem Gebäude, dessen Stockwerke stets neue Gefahren und scheinbar wahnsinnige Mörder bereithält, helfen.

Ungewöhnlicher Pakt

Angels of Death basiert auf dem gleichnamigen RPG-Maker-Videospiel, das erstmals 2016 für den PC erschienen ist und mittlerweile für Nintendo Switch portiert wurde. J.C. Staff hat die Geschichte der 13-jährigen Rachel und des sensenschwingenden Zack in einer zwölfteiligen Fernsehserie, die von vier Webepisoden abgeschlossen wird, umgesetzt. Volume eins beinhaltet die ersten acht der insgesamt sechzehn Folgen der Thriller-Mystery-Horror-Serie. Zu Beginn erwacht Rachel alleine in einem ungewöhnlichen Raum. Ihre Umgebung gleicht nicht mehr dem Krankenhaus aus ihrer letzten Erinnerung. Stattdessen sind überall Zellen. Bereits kurz darauf wird verkündet, dass das Mädchen auf der untersten Ebene zum Opfer erklärt wird und Rachel trifft im Stockwerk über ihr auf einen ersten Menschen, der ihr nach dem Leben trachtet. Bereits hier ist grob das Konzept von Angels of Death inklusive der Videospiel-Herkunft zu erkennen.

Bevor die Struktur mit immer neuen Stockwerken, die mit neuen Umgebungen, Herausforderungen, Rätseln und Widersachern aufwarten, sich festigt, wird jedoch das grundlegende Bündnis, das die Hauptfiguren zueinander bringt geschlossen. Dem Sensenmann entkommen, trifft Rachel auf der nächsten Ebene wieder jemanden. Die Ereignisse spitzen sich zu und letztlich ist es Zack, so der Name des sensenschwingenden Mörders, der Rachel rettet. Aufgrund der Erkenntnisse, die sie erlangt hat, bitte Rachel ihn, sie zu töten. Hier wird die ungewöhnliche Prämisse deutlich. Schließlich wünscht sich Rachel nichts mehr, als getötet zu werden. Zack hingegen, der nur allzu bereitwillig mordet, verspürt aufgrund von Rachels leerem, emotionslosem Gesicht kein Interesse daran. Außerdem muss er, nun selbst zum Ziel erklärt, einen Weg aus dem Gebäude finden. Dabei soll ihm Rachel helfen und dann würde er sie auch töten. Wenig überraschend entwickelt sich im Laufe der ersten Serienhälfte langsam eine seltsame Bindung zwischen Rachel und Zack, die sogar soweit geht, dass sie sich nicht nur notgedrungen helfen, sondern bereit sind, füreinander einzutreten und Gefahren einzugehen.

Blutiger Überlebenskampf

Eine klassische Horror-Serie ist Angels of Death, wie vielleicht schon deutlich wurde, nicht. Stattdessen konzentrieren sich die acht Episoden auf einen sehr blutigen und gnadenlosen Überlebenskampf von Rachel und Zack. Eingeflochtene Rätsel und Herausforderungen, tödliche Spiele und brutale Morde inklusive, versuchen die beiden ungewöhnlichen Protagonisten voranzuschreiten und ein Stockwerk nach dem anderen hinter sich zu bringen. Das mag simpel klingen, ist aber spannend genug inszeniert, um zu fesseln. Immerhin bricht Angels of Death zwischenzeitlich mit den Erwartungen, gibt manchen Ereignissen unerwartet mehr Zeit und löst das grundlegende Konzept zum Ende sogar etwas auf. Die Vergangenheit von Zack, aber auch Andeutungen zu Rachels Vergangenheit bringen spannende, interessante Verwicklungen, die in der zweiten Serienhälfte potenzielle Wendungen bereithalten könnten. Besonders Rachel scheint einiges zu verbergen und könnte noch packende Enthüllungen bereithalten. Schließlich ist über die 13-jährige bisher nur wenig bekannt. Was hat sie erlebt? Weshalb agiert sie so emotionslos? Allerlei Fragen über die Hauptfigur tragen gemeinsam mit dem offenen Ende des ersten Volumes zum großen Interesse am weiteren Verlauf der Serie bei.

Optisch überzeugt Angels of Death vor allem mit skurrilen Charaktermodellen und den schicken, abwechslungsreichen Umgebungen der Stockwerke sowie flüssigen Animationen. Abweichende Zeichenstile, ein hervorragender Farbeinsatz und die gelungene Musikuntermalung unterstreichen die gelungene Umsetzung der Videospiel-Vorlage als Anime-Serie. Obwohl Angels of Death zeitweise recht blutig, brutal und gnadenlos wird, bleiben zu explizite Szenen oder Gewalt zum Selbstzweck aus. Stattdessen passt alles zur Geschichte, den handelnden Figuren und der aktuellen Situation. Die sehr gute deutsche Synchronisation sorgt für lebendige Charaktere, deren Eigenheiten genau richtig umgesetzt sind.

Fazit

Angels of Death ist etwas anders als ich erwartet habe. Statt klarer Grusel- und Horror-Elemente folgt die Serie eher einem blutigen Thriller-Überlebenskampf. Dennoch haben mich die ersten acht Episoden schnell gefesselt und trotz einer etwas seichten Erzählweise nicht mehr losgelassen. Stets wollte ich wissen, was Rachel und Zack als nächstes erwartet und welchen Herausforderungen sie sich auf den Stockwerken stellen müssen. Natürlich tragen die eigenwilligen Widersacher der jeweiligen Ebenen einen maßgeblichen Teil dazu bei. Glücklicherweise bleibt das vorhandene Konzept jedoch nicht zu lange präsent und noch in der ersten Serienhälfte löst Angels of Death zumindest zeitweise die Grundlagen auf. Dass außerdem die seltsame Bindung zwischen Rachel und Zack immer enger wird, sorgt für ein ungewöhnliches, aber interessantes Duo, das die Serie zu tragen weiß. Angereichert mit der Vergangenheit der beiden, allerlei offenen Fragen, Geheimnissen und dem spannenden Ende, möchte ich am liebsten sofort wissen, wie die Serie im zweiten Volume weitergeht. Genre-Fans können einen Blick wagen.

Kurzfazit: Etwas seichter, aber spannender, fesselnder und blutiger Horror-Thriller-Überlebenskampf mit ungewöhnlichem Hauptfigurem-Duo, das die Serie zu tragen weiß.

Vielen Dank an Universum Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Angels of Death – Vol. 1!

Details
Titel: Angels of Death – Vol. 1
Originaltitel: Satsuriku no Tenshi
Genre: Thriller, Horror
Regie: Kentaro Suzuki
Studio: J.C. Staff
Produktionsjahr: 2018
Laufzeit: ca. 190 Minuten (Blu-ray), ca. 182 Minuten (DVD)
Sprachen: Deutsch, Japanisch
Untertitel: Deutsch
Herkunftsland: Japan
Altersfreigabe: ab 16
Erscheinungstermin: 06. Dezember 2019
Herstellerseite: Angels of Death – Vol. 1 bei Universum Anime

© 2018 Makoto Sanada / Vaka·DWANGO·KADOKAWA / Angels of Death Partners