Rezension: Two Car – Vol. 1 (Blu-ray)

Oberschülerinnen treten in Two Car Volume 1 auf einer Insel in der Racing-Kneeler-Meisterschaft an.

Auf der Insel Miyakejima wird alles vom Rennsport bestimmt. In dem Sonderbezirk gelten keine Geschwindigkeitsbegrenzungen und für Trainingsabläufe und Rennen werden stundenlang öffentliche Straßen abgesperrt. Eines der größten Ereignisse des Sommers ist die Racing-Kneeler-Meisterschaft der Oberschülerinnen. Die Rennen mit schnellen Seitenwagen-Motorrädern sind halsbrecherisch und gefährlich. Vertrauen zwischen Fahrer und Beifahrer ist wichtig. Ausgerechnet die Lokal-Favoriten Yuri und Megumi vom Team Ashitabamaru haben jedoch Probleme miteinander. Damit sind sie jedoch nicht alleine. Auch bei der Konkurrenz um den Sieg der Meisterschaft gibt es Streit. Dabei winkt in diesem Jahr dem Sieger-Team ein besonderer Preis.

Rennen, Freunde und Streit

Die Originalanimeserie Two Car entstand 2017 zum zehnjährigen Jubiläum des Studios Silver Link unter der Regie von Masafumi Tamura. Mit der Thematik der Racing Kneeler oder auch Sidecar-Rennen, ist Two Car ein klassischer Ganbatte-Sport- oder auch Wettbewerbs-Anime. Die Hauptfiguren treten als eines von sieben Oberschülerinnen-Teams bei der großen Meisterschaft auf ihrer Heimatinsel Miyakejima an und stellen sich zugleich persönlichen Problemen der verschiedenen Fahrerinnen und Beifahrerinnen. Episode eins dient dabei vorwiegend als Vorstellung von Setting und den wichtigsten Figuren. So beginnt die Serie direkt mit einer Art Freundschaftsrennen, bei dem neben Yuri und Megumi auch die sechs anderen Teams teilnehmen. Eingestreute Bemerkungen der Betreuerin des Sidcar-Klubs Hatsune Wada und der Mechanikerin Mutsuki Shimazu deuten früh auf Probleme der beiden Protagonistinnen miteinander hin. In Rückblicken vermittelt Two Car schließlich ein Verständnis für die Rennleidenschaft sowie Beziehung von Yuri und Megumi, die seit ihrer Kindheit nebeneinander wohnen, befreundet sind und gemeinsam in Kontakt mit zahlreichen Rennfahrern gekommen sind.

Früh zeichnet sich ab, dass die Schwierigkeiten von Yuri und Megumi auf ihrer jeweiligen Liebe zu ihrem mittlerweile nach England umgezogenen Trainer Tanahashi beruhen. Die Oberschülerinnen sehen sich dadurch nicht nur als Team-Kameradinnen, sondern auch als Konkurrentinnen. Trotzdem oder gerade deshalb harmonieren Yuri und Megumi in vielen Szenen gut miteinander. Ab der zweiten Episode verlagert sich die Aufmerksamkeit zusätzlich auf die anderen Oberschülerinnen-Teams, von denen zumindest einige ebenfalls mit Problemen zu kämpfen haben. Obwohl die Sidecar-Rennen stets präsent bleiben und die Verbindung innerhalb der Geschichte darstellen, nehmen auch die Beziehungen der Schülerinnen und Teams eine wichtige Rolle in der Serie ein. Dabei legt sich der Fokus immer stärker auf Chiyuki und ihre Beifahrerin Misaki und ein Vertrauensproblem zwischen den beiden. Das verleiht den sonst einfach gestalteten, aber grundsätzlich sympathischen Figuren, zumindest ein wenig Tiefe und sorgt für etwas mehr Handlung abseits des Rennsports. Aus der Mischung ergibt sich recht ordentliche Genre-Unterhaltung, die jedoch eher kurzweilig bleibt und am besten für zwischendurch geeignet ist. Die auflockernden Slice-of-Life- und Comedy-Elemente tragen noch ein wenig zum Unterhaltungswert bei. Mehr als eine durchschnittliche, aber keineswegs schlechte Ganbatte-Serie ist Two Car in den ersten drei Episoden von Volume eins aber nicht.

Bei den Animationen bleibt Two Car im oberen Durchschnitt und kann sich durchaus sehen lassen. Flüssig und mit schicken Effekten, gelungenen Charaktermodellen sowie gut inszenierter Rennaction überzeugt die Serie optisch. Ähnliches gilt für die gut umgesetzte Sounduntermalung sowie die gelungene deutsche Synchronisation. Als Bonus liegt neben einem Booklet ein Mikrofaster-Tuch im Two-Car-Design bei. Auf der Disc finden sich unter anderem ein Interview und ICG-Sidecarcut-Videos zum realen Rennsport.

Fazit

Two Car präsentiert sich im ersten Volume vielleicht nicht als herausstechende oder anspruchsvolle Serie, hat mich mit den vielleicht einfachen, aber sympathischen Figuren sowie den gelungenen Renn-Szenen aber trotzdem gut unterhalten. Die drei Episoden haben es geschafft, mir einen ersten Eindruck von Szenario und den wichtigsten Charakteren zu vermitteln und gleichzeitig mein Interesse bezüglich der Geschichte zu wecken. Egal wie einfach diese auch sein mag, Yuri, Megumi und die anderen Fahrerinnen beziehungsweise Beifahrerinnen schaffen es, die Handlung rund um die Racing-Kneeler-Meisterschaft ausreichend zu tragen und mit Leben zu füllen. Natürlich sollte nicht zu viel erwartet werden. Wer aber eine leichte, kurzweilige Ganbatte-Serie mit Rennsport-Thematik sucht und sich nicht an Slice-of-Life- und leichten Comedy-Elementen stört, sollte Two Car zumindest eine Chance geben.

Kurzfazit: Ordentlicher Serien-Auftakt, der eine kurzweilige, einfache Ganbatte-Geschichte rund um Sidecar-Rennen mit simplen, aber sympathischen Schülerinnen erzählt und zumindest seichte Unterhaltung für zwischendurch bietet.

Vielen Dank an Anime House für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Two Car – Vol. 1!

Details
Titel: Two Car – Vol. 1
Originaltitel: Two Car
Genre: Ganbatte, Slice of Life, Comedy, Sport
Regie: Masafumi Tamura
Studio: Silver Link
Produktionsjahr: 2017
Laufzeit: ca. 95 Minuten
Sprachen: Deutsch, Japanisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Karaoke, Clean Ending, Interview, ICG-Sidecarcut, TV-Spot, Trailer
Extras (Limited Collector’s Edition): O-Card, Mikrofast-Tuch
Herkunftsland: Japan
Altersfreigabe: ab 12
Erscheinungstermin: 28. Juni 2019
Herstellerseite: Two Car bei Anime House
Partner-Online-Shop des Herstellers: Two Car – Vol. 1 (Blu-ray) bei Anime-Sugoi / Two Car – Vol. 1 (DVD) bei Anime-Sugoi

© Nicoichi / twocar Project / Anime House