Rezension: Cat’s Eye: Ein Supertrio – Band 1 (Manga)

Die Schwestern Hitomi, Rui und Aoi stehlen in Cat’s Eye: Ein Supertrio Band 1 wertvolle Kunstgegenstände und tricksen die Polizei aus.
Schon einige Male hat der Kunstdieb Katzenauge zugeschlagen und jedes Mal die Polizei schlecht da stehen lassen. Schließlich kündigt Katzenauge seine Diebstähle vorher mit Datum, Uhrzeit und anvisiertem Ziel an. Dennoch waren die Versuche der Polizei, die Kunstwerke zu schützen und den Dieb zu schnappen, bisher nicht erfolgreich. Doch Inspektor Toshio Utsumi scheint dem Dieb dich auf den Fersen zu sein. Tatsächlich ist er Katzenauge täglich näher als er denkt. Die Schwestern Hitomi, Rui und Ai führen Toshios Lieblingscafé Cat’s Eye und sind zugleich das Diebestrio Katzenauge. Noch heikler ist, dass Toshio, der mit seiner geschwätzigen Art gegenüber seiner Freundin immer wieder polizeilich Interna und Informationen über die Schutzmaßnahmen für die Kunstwerke ausplaudert, und Hitomi ein Paar sind. Aber kann Katzenauge der Polizei weiterhin entgehen? Und ist das Geheimnis der Schwestern wirklich sicher?
Diebische Schwestern
Obwohl Cat’s Eye in Japan bereits von 1981 bis 1985 erschienen ist, ist die Geschichte der Schwestern Hitomi, Rui und Ai, die unter dem Namen Kunstgegenstände stehlen, in Deutschland eher durch die Anime-Adaption von 1983 bekannt. Tokyopop veröffentlicht die achtzehnteilige Manga-Reihe in fünfzehn Bänden seit Februar 2026 erstmals auf deutsch. Cat’s Eye: Ein Supertrio Band 1 beginnt mit einem spektakulären Kunstraub durch Katzenauge. Mit einem Trick wurden Inspektor Toshio und die anderen Polizisten ausgeschaltet, so dass Hitomi, Rui und Aoi freie Bahn beim Diebstahl ihres Zielobjektes haben. Erst im Anschluss wird deutlich, wer die Schwestern sind und welche Verbindung sie zum trotteligen, aber entschlossenen Inspektor Toshio Utsumi haben.
Kapitel für Kapitel erzählt Cat’s Eye: ein Supertrio Band 1 von neuen Diebstählen der drei Protagonistinnen. Dabei sind ihre Raubzüge stets eng mit ihrem Alltag verbunden. So ist es trotz seiner Misserfolge immer Toshio, der Katzenauge aufhalten soll. Das mag nicht immer logisch wirken, trägt aber zur kurzweiligen und amüsanten Handlung bei. Allgemein setzt der Krimi-Manga weniger auf eine hohe Spannungskurve und weitaus mehr auf Abenteuer und Humor. Es ist wesentlich spannender mitzuerleben, wie Hitomi, Rui und Ai vorgehen und welche Maßnahmen Toshio und die Polizei ergreifen, als wirklich mitzufiebern, ob die Schwestern in Gefahr sind. Langweilig wird der Manga trotzdem zu keiner Zeit.
Charmante Diebinnen, trotteliger Polizist
Zu verdanken ist das neben den kurzweiligen und unterhaltsam inszenierten Diebstählen und der angenehm erzählten Geschichte vor allem den Charakteren. Hitomi, Rui, Ai und Toshio sind sympathisch und wachsen mit ihren Eigenarten bald ans Herz. Dabei erhalten Hitomi und Toshio weitaus mehr Aufmerksamkeit. Erst mit der Zeit wird Ai zeitweise etwas präsenter in die Handlung eingebaut, während Rui in vielen Punkten nur bedingt ausgearbeitet ist. Hier bleibt also noch viel Potential für die Nachfolger. Doch nicht nur die Hauptfiguren, auch wiederkehrende Nebencharaktere wissen zu überzeugen. Nach etwa der Hälfte des ersten Bandes wird mit Inspektorin Mitsuko Asatani eine neue Kollegin von Toshio vorgestellt, die gerade anfangs weitaus fähiger wirkt als Toshio.
Genauso wie der Gentleman-Dieb Die Ratte, der zum Ende ebenfalls für Frust bei der Polizei und auch bei dem Katzenauge-Trio weckt, dient Mitsuko zugleich als möglicher Störfaktor in der Beziehung von Hitomi und Toshio. Hier wird deutlich, dass die Reihe auch auf präsente, wenn auch vor allem komödiantische Romantik setzt. Ansonsten weiß Cat’s Eye: Ein Supertrio Band 1 mit dem leichtgängigen, wenn auch teilweise etwas veraltet wirkenden Humor genauso wie mit der kurzweiligen Geschichte gut zu unterhalten. Die angesichts des Alters wenig verwunderlich in einem klassischen Stil gehaltenen Zeichnungen tragen ihren Teil zur charmanten Stimmung und dem angenehmen Lesespaß bei und wissen sowohl Charaktere als auch Umgebungen ansprechend sowie detailreich darzustellen.
Fazit
Abgesehen von der neuen Anime-Adaption, die zwischen September 2025 und Januar 2026 ausgestrahlt wurde, kannte ich Cat’s Eye: Ein Supertrio bisher lediglich durch einige Episoden der ursprünglichen Anime-Serie. Umso gespannter war ich auf die erstmalige deutsche Veröffentlichung der Manga-Vorlage. Cat’s Eye: Ein Supertrio Band 1 hat mich hervorragend unterhalten. Es ist spaßig, Hitomi, Rui und Ai bei ihren Raubzügen zu folgen und mitzuerleben, wie sie immer wieder Toshio und die Polizei austricksen. Dass der Inspektor nicht ahnt, wer Katzenauge wirklich ist, trägt zum leichtgängigen, wenn auch nicht immer zeitgemäßen, für mich aber funktionierenden Humor bei. Dank Inspektorin Mitsuko Asatani und Gentleman-Dieb Die Ratte, wird zudem ausreichend Gefahr, Abwechslung und Spannung geboten. Der Krimi-Abenteuer-Romantik-Comedy-Mix setzt allerdings weitaus weniger auf ausgefeilte und fesselnde Kriminalfälle und Ermittlungen, sondern mehr auf die amüsante Verbindung der Charaktere. Gleichzeitig birgt die Geschichte noch reichlich Potential für mehr, weshalb ich bereits gespannt auf den zweiten Band warte. Fans kurzweiliger Krimi-Geschichten sollten Cat’s Eye: Ein Supertrio Band 1 unbedingt eine Chance geben. Trotz des Alters funktioniert der Manga auch heute noch wunderbar.
Kurzfazit: Kurzweiliger Krimi-Comedy-Manga, der mit sympathischen Charakteren, abwechslungsreicher Geschichte und lockerem Humor unterhält.
Details
Titel: Cat’s Eye: Ein Supertrio – Band 1
Originaltitel: Cat’s Eye
Genre: Krimi, Abenteuer, Drama, Romantik, Comedy
Verlag: Tokyopop
Mangaka: Tsukasa Hojo
Seiten: 248
Preis: 12,00 €
ISBN: 978-3-7593-1545-8
Verlagsseite: Cat’s Eye: Ein Supertrio – Band 1 bei Tokyopop
Erscheinungsdatum: 11. Februar 2026
© 1981 Tsukasa Hojo / COAMIX Inc.
© 2026 Tokyopop GmbH
