Rezension: Star Fox (Switch 2)

Fox McCloud und sein Team müssen im Lylat-Wars-Remake Star Fox das Lylat-System vor Andross Invasion beschützen.
Star Fox beziehungsweise in Europa Starwing legt 1993 auf dem SNES die Grundlage für Nintendos Raumschiff-Shoot-’em-Up-Reihe. Vier Jahre später brachte Star Fox 64 beziehungsweise Lylat Wars den Kampf um das Lylat System in besserer Grafik und mit verbessertem Gameplay zurück. Seitdem wurde die ursprüngliche Geschichte des Kampfes von Fox McCloud und seinem Team gegen Andross mehrmals neu erzählt. Nun hat Nintendo Star Fox 64 beziehungsweise Lylat Wars ein Remake für die Nintendo Switch 2 spendiert. Dabei setzt die erneute Neuauflage des Nintendo-64-Klassikers vor allem auf bessere Grafik und Technik sowie eine mit Zwischensequenzen ausgearbeitete Geschichte. Das Gameplay wurde für das Remake weitgehend beibehalten, weshalb sich das schlicht Star Fox betitelte Remake, das auch einen kleinen Neustart der Reihe darstellen kann, mit den für die Nintendo Switch und Nintendo Switch 2 erhältlichen N64-Controller spielen lässt. Notwendig ist ein solcher aber nicht, da die Steuerung sehr gut für die Switch 2 adaptiert wurde.
Klassische Weltraum-Action
Die Geschichte von Star Fox ist trotz neuer und aufwendiger Zwischensequenzen noch immer unverändert: Fox McCloud führt seit dem Tod seines Vaters vor fünf Jahren bei einer Erkundungsmission auf dem Planeten Venom die Söldnergruppe Star Fox an. Gemeinsam mit Peppy Hare, Falco Lombardi und Slippy Toad tritt er in seinem Arwing zum Kampf an. Als Andross, ein einst nach Venom verbannter Wissenschaftler, der auch für den Tod von Fox’ Vater verantwortlich ist, das Lylat-System angreift und kurz vor der Eroberung des Kernplaneten Corneria steht, werden Fox und sein Team von General Pepper beauftragt, gegen Andross’ Streitmacht in den Kampf zu ziehen. Das ist simpel, aber gerade aufgrund der neuen Zwischensequenzen kurzweilig erzählt. Zumal die Charaktere besser ausgearbeitet sind als noch im Original, was auch der hochwertigen deutschen Synchronisation zu verdanken ist.
Beim Gameplay bleibt Star Fox der Reihe und vor allem dem Original treu. Als Fox heißt es im Arwing an verschiedenen Schauplätzen im Lylat-System, Andross’ Flotte zu bekämpfen. Die meisten Level sind dabei strikt linear gestaltet, weshalb Star Fox auch ein Rail-Shooter ist. Bedeutet: ihr fliegt durchgehend geradeaus, lenkt euer Raumschiff und schießt Gegner ab. Dabei weicht ihr feindlichem Beschuss aus, setzt neben Laser und aufgeladenem, zielsuchendem Schuss Bomben ein und versucht euren Kameraden zu helfen, wenn sie verfolgt werden. Power-Ups verbessern den Laser, während silberne Ringe die Schildenergie wieder auffüllen. Sammelt ihr drei goldene Ringe, vergrößert sich eure maximale Schildenergie, die eure Lebenspunkte darstellen. Einige offene Missionen, in denen ihr in einem abgegrenzten Bereich frei fliegt, bringen genauso wie Level, in denen ihr auf U-Boot oder Panzer zurückgreift, genau das richtige Maß an Abwechslung. Außerdem punktet Star Fox mit brachialen Bosskämpfen.
Verschiedene Routen, zusätzliche Motivation
Während eurem Weg von Corneria nach Venom werdet ihr allerdings nicht alle der sechzehn Level sehen. Vielmehr besteht ein Durchgang aus sieben Missionen. Welche ihr absolviert, hängt davon ab, welche Ereignisse ihr im vorherigen Level auslöst beziehungsweise ob ihr alternative Routen entdeckt. Teilweise wird euch dadurch die Wahl zwischen mehreren Leveln gegeben, teilweise ändert sich euer Weg durch das Lylat-System fix. Dabei unterscheiden sich sowohl Routen als auch Missionen im Schwierigkeitsgrad. Da ein Durchgang nur etwa ein bis zwei Stunden dauert, sind die alternativen Wegen trotz bereits bekannter Geschichte motivierend genug, um weitere Anläufe zu starten. Zudem gibt es je nach Route verschiedene oder leicht abweichende Zwischensequenzen sowie zwei Enden. Zusätzlichen Wiederspielwert bringen Highscore und Medaillen, die ihr bekommt, wenn eure Kameraden einen Level überleben. Für Star-Fox-Neulinge steht vor Beginn der Kampagne die Wahl zwischen leichtem und normalem Schwierigkeitsgrad zur Verfügung. Wer noch größere Herausforderungen sucht, kann einen dritten Schwierigkeitsgrad freischalten.
Abseits der Kampagne dürft ihr im Training die Steuerung üben oder euch in den Modi „Herausforderungen“ und „Schlacht“ beweisen. Dabei ist erster recht selbsterklärend. Im Herausforderungen-Modus warten für jeden bereits in der Kampagne abgeschlossenen Level verschiedene Aufgaben, die es während ihr euch der Mission stellt zu erfüllen gilt. Darunter fallen etwa der Abschluss in einer gewissen Zeit oder mit einer Mindestpunktzahl. Habt ihr alle normalen Herausforderungen eines Levels geschafft, warten weitere im Extremschwierigkeitsgrad auf euch. Der Schlacht-Modus wiederum schickt euch in Vier-gegen-Vier-Kämpfe zwischen den Teams Star Fox und Star Wolf. Welchen Charakter ihr spielt, dürft ihr wählen, zudem lassen sich einige Einstellungen vornehmen. Allerdings sind bisher lediglich drei Level für den Schlacht-Modus verfügbar. Jedes davon setzt auf eine eigene Spielvariante. Nintendo hat zwar ein Update, das neben Bot-, Online- und GameShare-Schlachten eine Splitscreen-Variante sowie drei neue Karten hinzufügt. Diese neuen Level sind jedoch wieder jeweils einem der drei Modi zugeordnet, wodurch der Umfang gering bleibt. Erscheinen soll das Update voraussichtlich Ende September 2026.
Visuell opulent, technisch sauber
Am auffälligsten am Star-Fox-64- beziehungsweise Lylat-Wars-Remake ist die grafische und technische Aufwertung. Star Fox sieht auf der Switch 2 atemberaubend aus. Eine aufwändige Optik mit zahlreichen Details, lebendigen Charakterdesign und -animationen, erstklassigen Effekten und reichlich visueller Abwechslung – und das in flüssigen sechzig Bildern pro Sekunde! Ruckler oder dergleichen sucht ihr vergeblich. Dadurch spielt sich Star Fox hervorragend, was auch der sehr guten Steuerung zu verdanken ist. Einmal verinnerlicht, lässt sich der Arwing problemlos durch die Level gleiten und ermöglicht euch die volle Kontrolle im Kampf gegen Andross’ Schergen. Abgerundet wird Star Fox vom Holoviewer. Hier lassen sich zusätzliche Informationen zu Charakteren, Organisationen, Örtlichkeiten, Gegnern und Geschichte finden.
Fazit
Star Fox ist genau das, was ich erwartet habe. Das Remake bringt den N64-Klassiker in visueller Opulenz zurück und behält die großen Stärken des Originals bei. Dadurch funktioniert das Gameplay noch genauso gut wie vor fast zwanzig Jahren oder weckt zumindest diesen Eindruck. Kleinere Macken wurden behoben, so dass Star Fox sich sogar besser spielt als einst auf dem N64. Dazu kommt die sinnvoll ausgebaute Geschichte inklusive Zwischensequenzen und deutscher Vertonung. Beides verleiht den Charakteren im begrenzten Rahmen des Shoot’em Ups zusätzliche Tiefe. Dank der verschiedenen Routen bin ich auch nach mehreren Durchgängen motiviert, immer wieder die Rettung des Lylat-Systems von vorne zu beginnen. Nicht nur will ich alle Level gespielt sondern bestenfalls jede Medaille verdient haben. Der Herausforderungs-Modus bringt zusätzliche Aufgaben. Lediglich bei den Schlachten war für mich relativ schnell die Luft raus, doch das stört mich nicht weiter. Star-Fox- und Genre-Fans sollten sich das Switch-2-Remake auf keinen Fall entgehen lassen – unabhängig davon, ob ihr das Original kennt oder nicht.
Kurzfazit: Großartiges Remake des N64-Klassikers, das flüssiges Gameplay mit opulenter Grafik verknüpft und trotz kurzer Kampagne immer wieder aufs Neue motiviert.
Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Star Fox!
Details
Titel: Star Fox
Genre: Action
Publisher: Nintendo
Entwickler: Nintendo, Velan Studios
Spieler: 1-8
Syteme: Switch 2 (getestet)
Altersfreigabe: ab 12
Erscheinungsdatum: 25. Juni 2026
© Nintendo








