Rezension: Sora wo Matotte: In Himmel gehüllt – Band 1 (Manga)

Haro zeichnet mit Begeisterung Aktbilder und hofft, ein echtes Modell zu finden als eine besondere Begegnung in Sora wo Matotte Band 1 seinen Blick auf die Kunst verändert.

Seit Haro Ogawa als Kind bei einer Mutprobe in einem leerstehenden Haus die Aktmalerei einer wunderschönen Frau gesehen hat, ist er hin und weg. Ohne etwas von Kunst zu verstehen, bringt er sich selbst die Aktmalerei bei und zeichnet Tag für Tag. Allerdings kann er nur Fotos als Vorlagen verwenden, da ihm ein Modell fehlt. Auf der Suche hat er in der Schule bereits zahlreiche Mitschülerinnen gefragt, ob er sie nackt malen darf, weshalb er einen zweifelhaften Ruf genießt. Besessen von dem Aktbild aus dem Geisterhaus, zieht es ihn immer wieder dorthin. Schließlich liegt sie ausgerechnet in dem Raum, in dem er seiner Kunst freien Lauf lässt vor ihm: die nackte Hexe, wie er das Modell nennt. Sofort bittet er sie, für ihn nackt zu posieren, doch er erhält aufgrund seines mangelnden Könnens eine Abfuhr. Erstmals beginnt Haro über seine Kunst und die Seele seiner Werke nachzudenken. Um seinen Traum zu erfüllen, scheint ihn der Weg zur Tokyo Geidai, einer renommierten Kunsthochschule, zu führen.

Von Aktmalerei besessen

Obwohl sich Sora wo Matotte stark auf Aktmalerei und somit Nackheit bezieht, sollte kein Ecchi- oder Erotik-Manga erwartet werden. Vielmehr befasst sich die Geschichte ernsthaft mit Kunst und dem Wunsch von Protagonist Haro Ogawa Aktgemälde zu malen – und das vollkommen ohne Hintergedanken, wie früh in Sora wo Matotte Band 1 deutlich wird. So beginnt der Manga nach einem schön gezeichneten, doppelseitigen Kapitelcover direkt mit Haros Frage an eine Oberschul-Erstklässlerin, ob sie für ihn nackt Modell stehen würde. Natürlich kassiert er eine Abfuhr und die Geschichte geht darauf ein, dass Haro von seinen Mitschülerinnen als Perversling betrachtet wird. Dabei geht es ihm tatsächlich ausschließlich um die Aktmalerei. Seit er bei einer Mutprobe als Kind das Gemälde „Die nackte Hexe“ gesehen hat, ist er wie besessen davon. Doch sind seine Kunstwerke wirklich schön? Offenbar nicht, denn als er der nackten Hexe wirklich begegnet, übt sie trotz einer Anerkennung seines grundlegenden Talents schwere Kritik an seinen Bildern.

Haro muss sich mit seinem Verständnis von Kunst auseinandersetzen. Daran zeigt sich bereits früh, dass Sora wo Matotte Band 1 auf eine präsente Charakterentwicklung und zentrale Coming-of-Age-Elemente setzt. So dient der Auftakt der bisher mit neun Bänden noch nicht abgeschlossenen Slice-of-Life-Reihe auch als eine Art Wegfindung für Haro. Was möchte er wirklich malen? Wie kann er seine Kunst weiterentwickeln? Und welchen Weg sieht er für sich in der Zukunft? All das ist eng verbunden mit seinem Wunsch, Aktbilder zu malen. Dabei wird er auch mit den Problemen von Jugendlichen konfrontiert. So wird ihm ein mögliches Modell vorgestellt, doch dabei läuft nicht alles, wie er es erwartet hat. Ernst thematisiert Sora wo Matotte Band 1 hierbei auch mögliches Mobbing sowie Haros unerwarteten Einfluss auf andere. Dabei wird zudem ein weiterer, wahrscheinlich für die Zukunft wichtiger Charakter etabliert.

Allgemein setzt Sora wo Matotte Band 1 darauf, die Grundlagen für die Reihe zu legen. Das gilt sowohl bei den Charakteren als auch in der Geschichte. Neben Haro nehmen vor allem zwei Figuren wichtige Rollen ein, wobei eine von ihnen die nackte Hexe ist, deren Aktgemälde Haro so verführerisch anzieht. Erst zum Ende tritt ein weiterer potentiell zentraler Charakter auf. Zuvor fesselt Sora wo Matotte Band 1 aber mit einer durchdachten Geschichten, die sich dem Thema der Aktmalerei ernsthaft widmet und nachdenklich das Verständnis von Kunst aufgreift. Angereichert mit leichten Mystery-Elementen, baut sich eine genauso fesselnde wie geheimnisvolle Atmosphäre auf, die gemeinsam mit der sehr individuellen Geschichte ein einzigartiges Leseerlebnis erschafft. Zudem weckt das offene Ende Neugier bezüglich der Fortsetzung der Reihe.

Fazit

Sora wo Matotte Band 1 hat zwar mit der Geschichte und dem ungewöhnlichen Thema mein Interesse geweckt, trotzdem habe ich mich lange schwer mit dem Slice-of-Life-Manga getan. Nachdem ich jedoch endlich angefangen habe zu lesen, konnte ich den Manga nicht mehr aus der Hand legen. Eine durchdachte, überraschend spannende und wendungsreiche Geschichte geht Hand in Hand mit gut geschriebenen Charakteren und einem ernsthaften Umgang mit den Themen Kunst und Aktmalerei. Gleichzeitig wird Erotik gekonnt damit verbunden, während leichte Mystery-Elemente eine geheimnisvolle Stimmung wecken. Allgemein brilliert Sora wo Matotte mit einer dichten Atmosphäre und einer faszinierenden Erzählweise, die auch den Figuren und ihrem Zusammenspiel zu verdanken ist. Dazu gesellen sich die detailreichen Zeichnungen, die zwischen detailreichen Figuren und Umgebungen sowie bildgewaltigen Gemälden wandeln und perfekt zum zentralen Kunst-Thema passen. Nach dem offenen Ende bin ich bereits gespannt, wie Sora wo Matotte im zweiten Band weitergeht. Fans ungewöhnlicher Slice-of-Life-Geschichten oder mit einem Hang zur Malerei sollten Sora wo Matotte Band 1 eine Chance geben.

Kurzfazit: Sora wo Matotte Band 1 fesselt mit einer faszinierenden Geschichte rund um Kunst und Aktmalerei und brilliert dabei mit gut geschriebenen Charakteren, detailreichen Zeichnungen und einer dichten Atmosphäre.

Vielen Dank an Panini für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Sora wo Matotte: In Himmel gehüllt – Band 1!

Details
Titel: Sora wo Matotte: In Himmel gehüllt – Band 1
Originaltitel: Sora wo Matotte
Genre: Slice of Life, Drama
Verlag: Panini Manga
Mangaka: Shin-ya Komi
Seiten: 208
Preis: 8,99 €
ISBN: 978-3-7416-4784-0
Verlagsseite: Sora wo Matotte: In Himmel gehüllt – Band 1 bei Panini Manga
Erscheinungsdatum: 17. Februar 2026

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