Rezension: A Tale of the Secret Saint – Band 1 (Manga)

Um Ritterin werden zu dürfen, stellt sich Fia in A Tale of the Secret Saint Band 1 einer Bewährungsprobe und erinnert sich an ihr vorheriges Leben als Heilige.
Obwohl ihre Familie es ihr nicht zutraut, möchte Fia genauso wie ihre älteren Geschwister und ihr Vater ein Ritter werden. Mit etwas Mühe gelingt es ihr, auch ihre fürsorgliche große Schwester Oria davon zu überzeugen, die Initiation der Ruud-Familie ablegen zu dürfen. Damit will sich Fia beweisen, dass sie zur Ritterin taugt, um an der Aufnahmeprüfung des königlichen Ritterordens teilnehmen zu können. Allerdings kommt es während ihrer Bewährungsprobe zu einer unerwarteten Begegnung mit einem schwarzen Drachen, bei der Fia verletzt wird. Dadurch kehren ihre Erinnerungen an ihr früheres Leben als Heilige zurück. Da Fia dem Drachen zudem das Leben gerettet hat, geht dieser mit ihr einen Pakt ein. Doch ihre wiedererlangten Kräfte als Heilige will Fia um jeden Preis verheimlichen, denn in ihrem alten Leben wurde sie nur aufgrund ihrer Stellung verraten und getötet. Dennoch ist sie entschlossen, an der Ritterprüfung teilzunehmen und ihre neuen Fähigkeiten sollten ihr dabei sehr nützlich sein.
Heimliche Heilige
A Tale of the Secret Saint, die Manga-Adaption der Light-Novel-Reihe Tenshō Shita Dai Seijo wa, Seijo de Aru Koto o Hita Kakusu, die im Oktober 2026 auch eine Anime-Umsetzung erhalten soll, wirkt schon auf den ersten Blick wie typische, leichtgängige Fantasy-Abenteuer-Kost. So stechen die Zeichnungen von Mahito Aobe im Genre nicht hervor, sind aber trotzdem schick und detailreich. Besonders Fia als Protagonistin erhält ausreichend Individualität. Das zeigt sich auch in ihrer Vorstellung. Während ihre Familie nur rudimentär und anhand einiger klarer Persönlichkeitsmerkmale Charakterisiert wird, darf Fia in verschiedenen Situationen glänzen und ihre Vielfältigkeit zur Schau stellen. Das gilt nicht nur für den Auftakt des ersten Bandes, sondern allgemein für den Manga. So konzentriert sich A Tale of the Secret Saint Band 1 stets auf die Protagonistin und ihre Erlebnisse. Das beginnt nach einem kurzen Ausblick auf einen entscheidenden Moment mit einer Diskussion der Ruud-Familie, ob Fia zur Ritterin geeignet ist und die Initiation ablegen sollte. Besonders ihre ältere Schwester Oria hängt offensichtlich an Fia und will diese schützen, weshalb ihre später ausbleibenden Auftritte, gerade in entscheidenden Szenen, etwas seltsam anmuten, aber immerhin erklärbar sind.
Wirklich negativ wirken sich solche Aspekte aber nicht auf die leichtgängig und locker erzählte Geschichte aus. Selbst Fias Initiation, in deren Verlauf sie von einem schwarzen Drachen verletzt wird, fällt wenig bedrohlich aus. Dafür erhält der Fantasy-Abenteuer-Manga durch Blicke auf Fias vorheriges Leben etwas an Tiefe und Spannung. Besonders Fias einstiges Schicksal als Heilige, die gemeinsam mit ihren Brüdern den Dämonenkönig bezwungen hat und anschließend verraten und zum Sterben zurückgelassen wurde, zeigt, dass A Tale of the Secret Saint Band 1 nicht ausschließlich auf leichte Kost setzt. Wie ernst die Manga-Reihe wirklich wird, bleibt jedoch noch abzuwarten, da die anschließenden Ereignisse wieder eher seicht ausfallen. Zwar werden einige neue Figuren etabliert und auch das Szenario erhält etwas mehr Aufmerksamkeit, wirkliche Tiefe bleibt hier jedoch noch aus. Es entsteht weitaus stärker der Eindruck als wäre es das Ziel möglichst viele, vor allem gut aussehende junge Männer in Fias Umfeld zu platzieren.
So werden etwa Fias Mitprüfling Fabian, der Ritter-Oberbefehlshaber Savis Náv sowie die Ritterkommandanten Cyril und Desmond vorgestellt. Sie alle erfüllen bekannte Stereotypen und Klischees – und sind natürlich wie erwähnt gut aussehend. Inwieweit Romantik in den kommenden Bänden eine Rolle spielen wird, bleibt noch abzuwarten, doch einige Szenen, Fias Reaktion auf die hübschen Männer und das Ende deuten zumindest mögliche romantische Verbindungen zwischen der Protagonistin und verschiedenen Charakteren an. Gleichzeitig setzt der Fantasy-Abenteuer-Manga gerade zum Ende noch auf etwas mehr Spannung und nutzt zugleich Fias Erfahrungen und Wissen aus ihrem früheren Leben. Dabei zeigt sich durchaus Potential und besonders das offene Ende sowie einige Andeutungen wecken etwas Neugier bezüglich der Fortsetzung. Ob die Reihe sich jedoch im Genre absetzen kann, bleibt noch abzuwarten. Zumindest kurzweiliger Fantasy-Abenteuer-Lesespaß mit sympathischer Protagonistin ist aber garantiert.
Fazit
A Tale of the Secret Saint Band 1 habe ich nach der Leseprobe eher spontan weiterlesen wollen. Die grundlegende Geschichte und Fia als sympathische Protagonistin haben mich angesprochen. Zwar ist schnell ersichtlich, dass der Fantasy-Abenteuer-Manga ein paar bekannte Standards bedient, wirklich negativ fallen diese jedoch nicht auf. Ähnliches gilt für die eher leichtgängige und seichte Geschichte, die mich trotzdem ausreichend unterhalten hat. Selbst die etwas stereotypischen und klischeehaften hübschen Männer, die Fia im Laufe des Mangas kennenlernt, fügen sich gut ein und versprechen etwas Abwechslung. Außerdem stimmt der lockere Humor, der immer wieder für Auflockerung sorgt. Nur die Spannungskurve könnte noch etwas weiter anziehen, auch wenn das Ende diesbezüglich Potential zeigt. Nach dem Cliffhanger bin ich ausreichend neugierig, um der Reihe eine zweite Chance zu geben. Genre-Fans können zumindest einen Blick wagen, zumal Band eins vor allem Szenario, Geschichte und Charaktere vorstellt.
Kurzfazit: Kurzweiliger Fantasy-Abenteuer-Manga, der trotz Genre-Standards eine ausreichend interessante Geschichte mit sympathischen Charakteren erzählt und leichtgängigen Lesespaß bietet.
Details
Titel: A Tale of the Secret Saint – Band 1
Originaltitel: Tensei Shita Daiseijo wa, Seijo de Aru Koto o Hitakakusu: A Tale of the Great Saint
Genre: Fantasy, Abenteuer
Verlag: Tokyopop
Original: Touya
Charakterdesign: chibi
Zeichnnungen: Mahito Aobe
Seiten: 196
Preis: 7,50 €
ISBN: 978-3-7593-1550-2
Verlagsseite: A Tale of the Secret Saint – Band 1 bei Tokyopop
Erscheinungsdatum: 11. Februar 2026
© Touya / chibi / Mahito Aobe / Earth Star Entertainment
© 2026 Tokyopop GmbH
