Rezension: Harahara Sensei: Die tickende Zeitbombe – Band 1 (Manga)

Auf der Suche nach ihrer Schwester muss sich Chemielehrerin Azusa in Harahara Sensei: Die tickende Zeitbombe Band 1 mit Yakzuas verbünden.

Azusa Tsukumo ist zurückhaltend und überaus schüchtern. Als Chemielehrerin kämpft sie sich Tag für Tag durch den Unterricht, ohne sich gegen ihre Schüler oder Kollegen durchsetzen zu können. Nur ihre jüngere Schwester Ruka gibt Azusa Halt. Bei einem ihrer seltenen Besuche, kommen Erinnerungen an Azusas Professor hoch, der sie um ihre Forschungen betrogen hat. Als Ruka kurz darauf verschwindet, setzt Azusa alles daran, sie zu finden. Dafür ist sie sogar bereit nach Tokyo zu fahren und in einem Nachtklub, in dem Ruka gearbeitet hat, nach Informationen zu suchen. Allerdings kommt es zu einer Konfrontation mit einigen Yakuza. Besonders der gnadenlose Yoroizuka scheint mehr über Ruka zu wissen. Um seine Unterstützung bei der Suche zu bekommen, muss Azusa ihre Chemiekenntnisse einsetzen und ihm helfen.

Chemische Unterwelt

Bereits das Cover von Harahara Sensei: Die tickende Zeitbombe Band 1 lässt erahnen, dass der Action-Manga von Yanagi Takakuchi nicht zimperlich ist und reichlich Action bietet. Dabei beginnt die Geschichte von Chemielehrerin Azusa Tsukumo an der Oberschule, an der sie unterrichtet. Sofort wird deutlich, dass die Protagonistin zurückhaltend und schüchtern ist. Nicht einmal ihren Schülern gegenüber kann sie sich durchsetzen und auch ihre Kollegen können sie manipulieren und ausnutzen. Auch einem gemobbten Schüler kann sie nicht helfen. Dabei hat sich Azusa ihr Leben komplett anders vorgestellt. Sie hatte einen Traum, wurde aber betrogen und hat alles verloren, was sie sich während des Studiums aufgebaut hat. Immerhin hat sie ihre kleine Schwester Ruka, die weitaus lebhafter ist und als Hostess in einem Nachtclub arbeitet. All diese Informationen streut der Manga ein, während Azusa vorgestellt wird. Es fällt leicht mit ihr zu fühlen und sie ins Herz zu schließen.

Besonders nach Rukas Verschwinden, wächst Azusas Verzweiflung, die regelrecht zu spüren ist. Hier profitiert Harahara Sensei Band 1 spürbar von den detailreichen Zeichnungen, bei denen besonders die Charaktere gut zur Geltung kommen. Doch auch die Erzählweise und Dialoge tragen ihren Teil zur Vermittlung von Azusas Gefühlen und Sorgen bei. Dass sie zu allem bereit ist, um Ruka zu finden, zeigt sich spätestens bei ihrer Ankunft im Nachtklub, in dem Ruka gearbeitet hat. Hier zieht die Geschichte noch einmal spürbar an und es wird deutlich, dass der Manga auf eine düstere Atmosphäre und raue Töne setzt. So muss Azusa Schläge einstecken, weiß sich aber auf ihre Weise zu helfen. Gerade der daraus entstehende Kontrast zwischen ihr und Yakuza Yoroizuka, trägt viel zur Handlung bei und sorgt dafür, dass die beiden Hauptfiguren Anzeichen einer interessanten Dynamik zeigen.

Allerdings fällt auch auf, dass der erste Band zwar bereits einiges erzählt, aber vor allem die Grundlagen für die Suche nach Ruka legt. So wird Azusa in die Geschäfte des Yakuza-Clans Ryuo-Kogyo hineingezogen und erfährt, was es bedeutet, mit Yoroizuka zusammenzuarbeiten. Zugleich gelingt im letzten Viertel eine Wendung, die in dieser Form nicht vorhersehbar ist und maßgeblichen Einfluss auf den weiteren Verlauf der Geschichte hat. Das erhöht die sowieso bereits vorhandene Spannung und gipfelt schließlich in einem gelungenen Ende, das sehr gut zum nächsten Band überleitet und entsprechend Interesse an der Fortsetzung weckt.

Fazit

Vor der Ankündigung von Panini Manga, hatte ich von der vierteiligen Action-Reihe Harahara Sensei: Die tickende Zeitbombe nichts gehört. Cover und Handlung haben jedoch meine Neugier geweckt und der Auftaktband hat mich fast von Anfang an gefesselt. Spannend und abwechslungsreich erzählt, versteht es Harahara Sensei Band 1 mit einer sympathischen Protagonistin eine düstere Yakuza-Geschichte zu inszenieren, die genau das richtige Maß an Action umfasst und zudem die wichtigsten Charaktere gekonnt vorstellt. Das gilt neben Azusa auch für Yoroizuka, der als zweite Hauptfigur einen schönen Kontrast zu Azusa darstellt. Gerade das letzte Drittel des Bandes wartet mit einer gelungenen Wendung sowie einem packenden Ende auf. Ich bin bereits gespannt darauf, zu erfahren wie die Geschichte weitergeht. Action-Manga-Fans sollten Harahara Sensei: Die tickende Zeitbombe Band 1 unbedingt eine Chance geben.

Kurzfazit: Spannend inszenierter, düstere Action-Manga der mit sympathischer Protagonistin, packender Geschichte und gelungenen Wendungen fesselt.

Vielen Dank an Panini für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Harahara Sensei: Die tickende Zeitbombe – Band 1!

Details
Titel: Harahara Sensei: Die tickende Zeitbombe – Band 1
Originaltitel: Harahara-sensei
Genre: Action
Verlag: Panini Manga
Mangaka: Yanagi Takakuchi
Seiten: 244
Preis: 8,99 €
ISBN: 978-3-7416-3472-7
Verlagsseite: Harahara Sensei: Die tickende Zeitbombe – Band 1 bei Panini Manga
Erscheinungsdatum: 21. November 2023

© 2021 by Yanagi Takakuchi / Shueisha Inc.
© 2023 Panini Verlags-GmbH