Rezension: Star Wars: Jedi der Republik: Mace Windu (Comic)

Jedi der Republik: Mace Windu schickt den bekannten Film-Charakter mit neuen Figuren auf eine geheime Kundschaftermission.

Die Klonkriege haben begonnen und für die Jedi bedeutet das eine neue Rolle in der Galaxis. Aus den Hütern des Friedens werden Soldaten und Generäle, die sich den Truppen der Separatisten entgegen stellen. In dieser Zeit wird Jedi-Meister Mace Windu vom Jei-Rat beauftragt, die Pläne des Feindes auf dem abgelegenen Planeten Hissrich auszukundschaften und in Erfahrung zu bringen. Begleitet wird er dabei von den Jedi-Meistern Kit Fisto und Prosset Dibs sowie der jungen Jedi-Ritterin Rissa Mano. Die Mission weckt jedoch Zweifel, die unerwartete Folgen haben.

Aufgewärmt & Unschlüssig

Der Sammelband Jedi der Republik: Mace Windu umfasst die fünfteilige Marvel-Miniserie rund um den titelgebenden Jedi-Meister aus der Prequel-Trilogie. Mace Windu begibt sich mit drei anderen Jedi auf eine Erkundungsmission auf einen neuen Planeten. Allerdings steht dabei nicht rein das recht simple und relativ schnell zu durchschauende Vorhaben der Separatisten im Vordergrund, sondern weitaus mehr die Rolle der Jedi in den gerade erst begonnenen Klonkriegen. Statt Hüter des Friedens, sind sie Soldaten und Generäle. Ist diese neue Aufgabe noch mit den Lehren des Ordens vereinbar? Diese Frage wird zumindest zeitweise behandelt, doch wie bei der restlichen Geschichte, bleibt das Thema eher oberflächlich und bringt für Star-Wars-Fans wenig neue Erkenntnisse. Irgendwie hat man das schon in Comics, Romanen oder Serien gesehen und auch die Handlung rund um die Separatisten ist nur bedingt neu. Ein unbekannter Planet, geheime Pläne und ein Stoßtrupp der mehr herausfinden soll. Gerade in der Animationsserie Star Wars: The Clone Wars kam entsprechendes bereits vor.

Trotzdem ist der Ansatz nicht zwingend uninteressant oder langweilig. Die Struktur und Erzählweise funktioniert und es gelingt, Spannung aufzubauen. Bedauerlich ist allerdings, dass die Separatisten, die von einem Söldnerdroiden befehligt werden, genauso wie die Einheimischen, von Hissrich eher Beiwerk und Statisten sind. Weder wirken sie wie große Bedrohungen, noch versucht die Geschichte sich an großer Darstellung oder langer Inszenierung der Auseinandersetzungen. Hier zeigt sich dann auch ein Widerspruch. Obwohl Mace Windu und die anderen Jedi auf einer Kundschaftsmission, bei der sie verdeckt agieren sollen, sind, greifen sie bereits die ersten Droiden an – und das ohne entdeckt worden zu sein. Damit wird die Grundlage des Auftrags sehr früh zunichte gemacht, was unlogisch und wenig sinnvoll wirkt. Das schadet weiter der Geschichte, die eigentlich genug Potenzial zu einem unterhaltsamen, kurzweiligen Star-Wars-Comic gehabt hätte. Mace Windu, Kit Fisto, Prosset Dibs und Rissa Mano funktionieren als Hauptfiguren und die grundsätzliche Handlung ist, trotz bekannter Elemente, spannend und interessant genug, um zu unterhalten. Leider wurde zu wenig daraus gemacht.

Der mittelmäßige Eindruck wird von den durchschnittlichen Zeichnungen noch verstärkt. Große zeichnerische Höhepunkte bleiben aus, dafür ist die Inszenierung durchaus gelungen. Schade ist aber, dass manche Darstellung, gerade bei den Figuren, sehr grob und gelegentlich sogar unschön wirken. Da hilft auch die passende Farbgebung nur noch wenig. Damit ist Jedi der Republik: Mace Windu ein durchwachsener Star-Wars-Comic, der viel Potenzial verschenkt, Fans, die nicht zu viel erwarten, aber immerhin brauchbare Unterhaltung bieten kann.

Fazit

Eigentlich habe ich mir von einem Comic um Mace Windu einiges erwartet. Der Prequel-Trilogie-Charakter hat durchaus Potenzial für interessante Geschichten aus dem Leben des Jedi-Meisters. Kurz zeigt Jedi der Republik: Mace Windu auch das Potenzial, über das der Protagonist verfügt. Doch obwohl sich die Geschichte nicht auf die Vergangenheit sondern die Klonkriege konzentriert, hätte eine bessere Geschichte herauskommen können. Dass die vorhandenen Handlungselemente nicht wirklich neu sind, hat mich weniger gestört, dafür aber die inkonsequente und teilweise unschlüssige Umsetzung. Die Feinde sind zu blass, die Jedi-Rollen-Frage zu oberflächlich behandelt und die Geschichte insgesamt etwas vorhersehbar. Dazu kommen die an sich ordentlichen Zeichnungen, die sich jedoch einige Fehler erlauben. Schade, da Jedi der Republik: Mace Windu durchaus Potenzial für etwas besseres gehabt hätte. So bleibt nur ein durchwachsener Comic für Star-Wars-Fans, die unbedingt mehr über den Jedi-Meister erfahren wollen und sich an den Schwächen nicht stören.

Kurzfazit: Durchwachsenes Star-Wars-Comic, das viel Potenzial verschenkt, zeichnerische Fehler aufweist, aber immerhin bei den Figuren meist funktioniert.

Vielen Dank an Panini für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Star Wars: Jedi der Republik: Mace Windu!

Details
Titel: Star Wars: Jedi der Republik: Mace Windu
Originaltitel: Star Wars: Jedi of the Republic – Mace Windu TPB
Genre: Science-Fiction
Verlag: Panini
Autor: Matt Owens
Zeichner: Denys Cowan, Edgar Salazar
Seiten: 120
Preis: 15,00 € (Softcover) / 29,00 € (Hardcover)
Verlagsseite: Star Wars: Jedi der Republik: Mace Windu (Softcover) bei Panini Comics
Star Wars: Jedi der Republik: Mace Windu (Hardcover) bei Panini Comics
Erscheinungsdatum: 28. August 2018

© Panini/Marvel/Disney/Lucasfilm