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Jan 05 2018

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Rezension: The Place Promised In Our Early Days (Blu-ray)

Makoto Shinkais Anime-Film The Place Promised In Our Early Days erzählt eine gefühlvolle Geschichte in einer von drohendem Krieg bedrohten alternativen Welt.

Japan ist geteilt. Auf der anderen Seite der Grenze, auf der ehemaligen Insel Hokkaido, ragt ein riesiger Turm empor. Die auf dem Festland lebenden und nach der Teilung des Landes geborenen Hiroki und Takuya sind fasziniert von dem riesigen Bauwerk. Um dorthin zu gelangen bauen sie ein Flugzeug. Ihre ebenfalls von ihnen bewunderte Mitschülerin Sayuri erfährt von dem Plan und die drei geben sich das Versprechen, gemeinsam zu dem Turm zu fliegen. Allerdings verschwindet Sayuri plötzlich und das Vorhaben der Jugendfreunde schwindet. Drei Jahre später steht das geteilte Japan vor einem Krieg und das Schicksal von Hiroki, Takuya und Sayuri könnte sich offenbaren.

Verbunden im Traum

The Place Promised In Our Early Days schafft es von der ersten Minute an eine besondere, gefühlvolle und mitreißende Atmosphäre aufzubauen, ohne direkt auf große Ereignisse oder Spannung zu setzen. Gerade das erste Drittel des Films präsentiert sich sanft und von den Zielen, Wünschen und Gefühlen von Hiroki, Takuya und Sayuri getragen. Die drei Protagonisten werden erstklassig vorgestellt und schon früh versteht man sie, kann sich in sie hineinversetzen und jede ihrer Entscheidungen im Kontext ihres Lebens verstehen, während man gleichzeitig mit ihnen fiebert, hofft, bangt, lacht und trauert. Es ist das Zusammenspiel von Geschichte und Figuren, das The Place Promised In Our Early Days zu einem besonderen Film macht, der Makoto Shinkais wundervollem Voices of a Distant Star in nichts nachsteht.

Beide Werke verbindet die gefühlvolle Geschichte um Liebe und Freundschaft, die durch eine unüberwindbar erscheinende Entfernung und trotz aller Hindernisse und Unmöglichkeiten erhalten bleibt. Hoffnung, die geliebten Menschen wiederzusehen, mit ihnen erneut vereint zu sein und sie retten zu können. Hier stehen die Träume stark im Mittelpunkt und stellen ein wichtiges Element gerade für Sayuri, aber auch im Zusammenspiel des Mädchens mit Hiroki, dar. Es ist überraschend, welch tiefen Gefühle, wie bewegend und atemberaubend sich die Geschichte gestaltet. Dabei behandelt The Place Promised In Our Early Days gleichzeitig die auf den Charakteren basierende Liebesgeschichte, lässt aber das größere Weltgeschehen sowie eine philosophische und wissenschaftliche Seite nicht außer Acht. Auch hierbei sind es die Träume und ihre Bedeutung im Blick auf Parallelwelten, die zu faszinieren wissen. Doch obwohl sich die Handlung gelegentlich etwas zieht, wirkt keine Minute des Films überflüssig, so dass die Geschichte von Anfang bis zum emotionalen, wundervollen Ende fesseln kann.

Zusätzlich spielt die Komposition aus Bildern, Musik und Geschehen perfekt zusammen, so dass nicht nur Gänsehaut-Momente aufkommen, sondern wahre Augenöffner-Szenen zu bewundern sind. Diese Augenblicke im Film gehören, trotz der mittlerweile 13 Jahre die The Place Promised In Our Early Days alt ist und der dadurch nicht mehr zeitgemäßen Animationen, mit zum Besten, was es in Anime zu bewundern gibt. Sicherlich, heutige Anime trumpfen zum Teil ebenfalls mit realitätsnahen Bildern und grandiosen Lichteffekten auf, doch vor diesen braucht sich Makoto Shinkais Film trotz oder gerade wegen seines Alters kaum zu verstecken. Dem schließt sich die wunderschöne musikalische Begleitung, die es schafft Emotionen perfekt zu unterstreichen, an.

Fazit

Egal welches Werk von Makoto Shinkai ich mir ansehe, ich bin immer wieder aufs Neue fasziniert wie gefühlvoll und wunderschön die Geschichten erzählt werden. The Place Promised In Our Early Days steht weder den neueren noch den Klassikern des Regisseurs in irgendeiner Weise nach. Die Geschichte von Hiroki, Takuya und Sayuri ist bewegend, mitreißend und versteht es, von Anfang bis Ende zu fesseln. Es ist das Zusammenspiel aus Handlung und Charakteren, das in fast perfektem Einklang mit Bildern, Musik, Atmosphäre und Emotionen steht, das mich am Ende voller Erstaunen zurückgelassen hat. Da verzeihe ich dem Film minimale Längen und kleinere Schwächen in der Erzählstruktur sofort. The Place Promised In Our Early Days ist ein Film, den sich jeder Anime-Fan, der vor anspruchsvolleren und emotionalen Geschichten nicht zurückschreckt, ansehen sollte.

Kurzfazit: The Place Promised In Our Early Days ist ein Meisterwerk, das beweist wie gut es Makoto Shinkai versteht, gefühlvolle, bewegende, atemberaubende und nachdenklich stimmende Anime zu erschaffen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Place Promised In Our Early Days!

Details
Titel: The Place Promised In Our Early Days
Originaltitel: Kumo no Mukou, Yakusoku no Basho (雲のむこう、約束の場所)
Genre: Drama, Romance, Science-Fiction
Regie: Makoto Shinkai
Drehbuch: Makoto Shinkai
Studio: CoMix Wave
Produktionsjahr: 2004
Laufzeit: ca. 91 Minuten
Sprachen: Deutsch, Japanisch (DTS HD MA 5.1)
Untertitel: Deutsch
Extras: 48-seitiges Booklet
Herkunftsland: Japan
Altersfreigabe: ab 6
Erscheinungstermin: 15. September 2017
Herstellerseite: The Place Promised In Our Early Days bei Kazé Anime

© Makoto Shinkai/CoMix Wave Films / Kazé Anime

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