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Sep 20 2017

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Rezension: Overlord – Band 2 (Manga)

Ainz Ooal Gown ist zurück. In Overlord Band 2 erkundet er getarnt als Abenteurer die unbekannte Welt.

Nachdem das DMMO-RPG Yggdrasil abgeschaltet wurde, hat sich der langjährige Spieler Momonga plötzlich in einer neuen Welt befunden. Statt einfach ausgeloggt zu werden, sind die NPCs um ihn zum Leben erwacht und ein Verlassen des Spiels ist ihm nicht mehr möglich. In der Rolle seines Charakters, der den Namen der mächtigen Gilde der er vorsteht angenommen hat, hat Momonga alias Ainz Ooal, erste Schritte in der neuen Welt gemacht. Um diese noch besser kennenzulernen, begibt sich Fürst Ainz als Krieger in schwarzer Rüstung mit dem Namen Momon in die Stadt E-Rantel um dort als Abenteurer Kontakte zu knüpfen und Informationen zu sammeln. Gemeinsam mit seiner Dienerin und Leibwächterin Naberal erhält Momon gleich zwei Aufträge und begibt sich nun daran einen jungen Alchemist mit besonderen Fähigkeiten zu beschützen. Begleitet werden sie von einer Gruppe Abenteurer, die unterwegs Monster töten möchten. Allerdings verfolgen gleichzeitig finstere Gestalten ihre Ziele in E-Rantel.

Abenteurer Quest

Nach der mehr als gelungenen Einführung von Figuren, Geschichte und wichtigen Grundlagen im ersten Band, steigt der zweite Manga direkt ein. Lediglich ein kurzer Rückblick weist auf die vorherigen Ereignisse in der Großgruft von Nazarick, der Heimstatt von Protagonist Ainz Ooal Gown, hin. Gemeinsam mit Naberal ist Ainz als Abenteurer Momon nach E-Rantel gereist um mehr über die Welt zu erfahren. Schnell treten dabei wieder die überraschend gut eingeflochtenen MMORPG-Elemente auf. Egal ob Abenteurer-Einstufungen nach Rangordnung durch eine Edelmetallplakette oder das Vorhandensein von Heiltränken verschiedenster Art, immer wieder erinnert Overlord an die zugrundeliegende MMO-Thematik. Allerdings bleibt es dann auch bei solchen Anspielungen. Auf Ainz Gefangenschaft und das noch immer rätselhafte Vorgehen nach dem eigentlichen Ende von Yggdrasil wird nur bedingt eingegangen. Wesentlich stärker steht die authentisch und lebendig wirkende Fantasy-Welt und die Versuche des Protagonisten in ihr Fuß zu fassen im Mittelpunkt.

Dadurch passt es auch, dass sich Ainz alias Momonga nur wenige Gedanken darüber macht, wie er wieder nach Hause kommt. Viel mehr wirkt es so, als sehe er keinerlei Grund dafür und ist mehr an einem Leben in der Fantasy-Welt interessiert als an der Realität. Lediglich mögliche andere Spieler, die sich ebenfalls in einem der Reiche befinden könnten, sind als eine Art großes Ziel des Protagonisten erkennbar. Zuvor aber folgt Overlord Band 2 den ersten Schritten von Ainz, getarnt als Krieger Momon, der versucht sich als Abenteurer einen Namen zu machen. Hierbei setzt die Reihe ebenfalls auf klassische Rollenspiel-Elemente – inklusive Quest-Brett und Aufträgen, die nicht für jede Abenteurer-Stufe geeignet sind. Das sorgt gerade bei Rollenspiel-affinen Lesern für ein vertrautes Gefühl.

Dass zusätzlich auch die Geschichte selbst spannend und interessant ist, trägt ein weiteres zur Qualität von Overlord bei. Es ist unterhaltsam Ainz alias Momon auf seinem Abenteuer zu begleiten und gleichzeitig neue Bewohner und Aspekte der Welt kennenzulernen. Auch hier setzt Overlord schön in die Funktionsweise des Lebens der Menschen und anderen Geschöpfe eingeflochten auf Rollenspiel-Elemente, so dass diese vollkommen natürlich wirken. Es gelingt zudem auch abseits von Ainz und seinem Gefolge interessante Charaktere aufzubauen. Untersetzt mit einer guten Prise Humor, etwas Action und einer finsteren Bedrohung, die gerade gegen Ende des Mangas immer bedrückender wird und schließlich zu einer unerwarteten, harten, aber konsequenten Wendung führt, ergibt sich ein hervorragendes Gesamtbild, das von der ersten bis zur letzten Seite unterhält.

Fazit

Die Mischung aus spannender Geschichte, gut geschriebenen Figuren und interessanter Fantasy-Welt mit gut integrierten Rollenspiel-Elementen, ist es, die Overlord so unterhaltsam macht. Es fasziniert mich, wie gut Light-Novel-Autor Kugane Maruyama die MMO-Thematik in eine einfache Fantasy-Welt eingeflochten hat, so dass diese nicht Fehl am Platz wirkt. Statt dessen ist die Umgebung in der sich Ainz bewegt lebendig und glaubhaft. Alles gehört einfach dort hin. Seien es Quests, Abenteuerer-Ränge oder die Einordnung von Magie in verschiedene Stufen. Dadurch bleibt die MMO-Hintergrundgeschichte stets etwas präsent, auch wenn sie in der Handlung selbst kaum eine Rolle spielt. Theoretisch könnte Overlord zum jetzigen Zeitpunkt fast sogar darauf verzichten und würde genauso gut funktionieren und nichts von seiner Faszination verlieren. Abgerundet wird der positive Eindruck von auflockerndem Humor, ein wenig Action und überraschend konsequenten Wendungen, die den Cliffhanger düster und spannend gestalten.

Kurzfazit: Packender Fantasy-Manga, der besonders durch die lebendige Welt mit Rollenspiel-Elementen, die gut geschriebenen Figuren und die spannende Geschichte überzeugt.

Details
Titel: Overlord – Band 2
Genre: Fantasy
Verlag: Carlsen Manga
Original Story: Kugane Murayama
Zeichnungen: Hugin Miyama
Charakter Design: so-bin
Szenario: Satoshi Oshio
Seiten: 148
Preis: 6,99 €
ISBN: 978-3-551-74078-6
Verlagsseite: Overlord – Band 2 bei Carlsen Manga
Erscheinungsdatum: 29. August 2017

Bilder Copyright Carlsen Manga

Lesetipp: Rezension von Overlord – Band 1 (Manga)
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