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Sep 02 2016

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Rezension: Invisible Joe – Band 2 (Manga)

invisible-joe-band-2-coverTitelheld Joe muss sich in Invisible Joe Band 2 mit moralischen Fragen und mächtigen Gegnern auseinandersetzen.

Der Highschool-Schüler Joe ist weniger unscheinbar und langweilig, als es auf den ersten Blick scheint. Als sogenannter Psyker verfügt er über eine besondere Kraft, die es ihm ermöglicht für seine Mitmenschen unsichtbar zu sein. Um seine Klassenkameradin und heimliche Liebe Katase zu schützen, führt er im Auftrag der mysteriösen Mizuno, die ebenfalls Schülerin in seiner Klasse ist, Missionen durch. Die Ziele sind andere Psyker, die Joe töten soll. Konnte er sich bisher stets als guten Helden betrachten, der die Bösen vernichtet, bekommt er bei seinem neusten Auftrag jedoch moralische Bedenken. Später sieht er sich bei einem Rettungseinsatz mit einem besonders mächtigen Psyker mit Elektrokräften konfrontiert. Kurzerhand entführen dessen Anhänger Mizuno und Joe bricht gemeinsam mit Imaichi, der ebenfalls für die Schülerin arbeitet, auf um sie zu retten.

Geheimnisse

Invisible Joe Band 1 war ein durchaus unterhaltsamer Manga, der das nicht ganz neue Setting gut umgesetzt hat. Daran knüpft der zweite Band gekonnt an und offenbart zunächst, was Joe für Katase macht und wie er sie genau beschützt. Außerdem zeigen sich einige Geheimnisse, die sowohl die heimliche Liebe des Protagonisten als auch diesen selbst betreffen. Besonders in der zweiten Hälfte des Mangas werden immer mehr Andeutungen gemacht, die darauf schließen lassen, dass Mizuno und Imaichi etwas vor Joe verbergen wollen – und dafür fast alle ihnen zur Verfügung stehenden Mittel nutzen.

Bereits zuvor nutzt Autor Muneyuki Kaneshiro die Möglichkeit der verschiedenen Psyker und Joes Mission diese für Mizuno zu töten, um moralische Fragen aufzuwerfen. Kann ein Mörder gut sein? Gar ein Held? Und wann ist das Töten eines anderen Menschen gerechtfertigt? Alleine dadurch erhält der im ersten Band noch etwas blasse Joe etwas mehr Tiefe und Charakterisierung, bleibt aber der eigentlich normale und etwas langweilige Highschool-Schüler. Zumindest wenn man von seinen Kräften absieht. Trotz weiterer moralischer Thematiken und der Entführung eines kleinen Kindes, deren Tränen als Droge gebraucht werden können, wird Invisible Joe Band 2 nicht zu düster oder ernst, sondern bewegt sich weiterhin im unterhaltsamen Mystery-Action-Bereich.

Das verdankt der Manga auch den gut inszenierten Kämpfen, die Joe austragen muss. Dienen seine ersten Gegner nur als kleine Hindernisse, um einen genaueren und wichtigen Blick auf Katase zu werfen, ist die Konfrontation mit Nayuta eine richtige Herausforderung. Schon das Charakterdesign des Antagonisten erweckt wenig Sympathien und sein Verhalten unterstützt diesen ersten Eindruck noch. Zwar greift Kaneshiro etwas in die Klischee- und Stereotypen-Kiste, trotzdem ist Nayuta ein durchaus gelungener Gegner für Joe. Auch weil die Kräfte des Titelhelden nicht so übermächtig sind, wie es zeitweise erschien und somit zeitweise auch Gefahr für den Protagonisten und seine Kameraden aufkommt. Der Spannungsaufbau ist gelungen und sorgt dafür, dass man den Manga nur schwer aus der Hand legen kann. Zugleich wird langsam das anstehende Finale aufgebaut und erste Andeutungen zu Mizuno und Katase eingestreut. Damit und durch das offene Ende gelingt es, die Neugier auf den dritten Band zu wecken.

Fazit

Dank der gut inszenierten Kämpfe, sinnvoller Charakterentwicklung und eingestreuten Geheimnissen und Andeutungen gelingt es Invisible Joe Band 2 von der ersten bis zur letzten Seite zu unterhalten. Joes Entwicklung ist in jeglicher Hinsicht nachvollziehbar, genauso wie sein moralischer Zwiespalt angesichts seines neusten Auftrags. Damit erhält die Reihe etwas mehr Tiefe, bewegt sich aber trotzdem weiter im Bereich der guten, unterhaltsamen Durchschnittskost. Die Stärken des ersten Bandes bleiben erhalten und werden gut ausgebaut, weshalb es sich lohnt weiterhin am Ball zu bleiben. Besonders das letzte Kapitel mit dem offenen Ende macht neugierig auf die Fortsetzung, während Joes Konfrontation mit Nayuta gute Action-Superkräfte-Unterhaltung bietet, aber nicht zu viel Platz innerhalb des Bandes einnimmt.

Kurzfazit: Spannende Fortsetzung, die von gut inszenierter Action, gelungener Charakterentwicklung und einem interessanten Cliffhanger profitiert.

Vielen Dank an Panini Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Invisible Joe – Band 2!

Lesetipp: Rezension von Invisible Joe – Band 1

Details
Titel: Invisible Joe – Band 2
Genre: Mystery, Horror
Verlag: Panini Manga
Autor: Muneyuki Kaneshiro
Zeichnungen: Sera Kesera
Seiten: 196
Preis: 7,99 €
ISBN: 978-3-95798-895-9
Verlagsseite: Invisible Joe – Band 2 bei Panini Manga
Erscheinungsdatum: 23. August 2016

Bilder Copyright Panini Manga

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