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Apr 04 2016

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Rezension: Seraph of the End: Vampire Reign – Band 1 (Manga)

seraph-of-the-end-vampire-reign-band-1-coverAm 07. April erscheint der erste Band von Owari no Seraph unter dem Titel Seraph of the End: Vampire Reign bei Kazé Manga auf deutsch.

Ein verheerender Virus hat fast alle Erwachsenen getötet. Die kurz darauf erschienenen Vampire haben sich der überlebenden Kinder angenommen und sie in ihr unterirdisches Reich entführt. Dort dienen sie als Blutspender. Unter ihnen sind auch Yuichiro und Mikael sowie die anderen Waisenkinder des Hyakuya-Waisenhauses. Als sich vier Jahre nach ihrer Gefangennahme endlich eine Fluchtmöglichkeit ergibt, schafft es nur Yuichiro zu entkommen. Dafür zahlt er allerdings einen hohen Preis.

Vampire in der Endzeit

Seraph of the End: Vampire Reign stammt von Light-Novel-Autor Takaya Kagami, aus dessen Texten Daisuke Furuya Storyboards anfertigt, die schließlich als Grundlage für die Zeichnungen von Yamato Yamamoto dienen. Der Auftakt des Mangas in Kapitel eins zeigt die gefangenen Kinder in der Vampirstadt Sanguinem. Dort fristen sie ein einfaches, schweres Leben als Nutzvieh für die Vampire. Von Anfang an liegt die Konzentration klar auf den beiden Ältesten der Waisenkinder, Yuichiro und Mikael. Beide sind zwölf Jahre alt und unterscheiden sich maßgeblich voneinander. Allgemein dient Kapitel eins des Bandes in erster Linie dazu Yuichiro, den Protagonisten von Seraph of the End, vorzustellen und zugleich Einblicke in sein bisheriges Leben zu liefern. So wird in einem Rückblick seine Ankunft im Waisenhaus und der Moment des Virusausbruchs gezeigt.

Das grundlegende Setting von Seraph of the End mischt Vampire mit Endzeit. Die Gesellschaft der Menschen scheint untergegangen zu sein und nur Kinder haben überlebt. Allerdings wandelt sich die Atmosphäre nach den dramatischen und für Yuichiro prägenden Ereignissen am Ende des ersten Kapitels. Erneut wird ein Zeitsprung über vier Jahre vollzogen, womit die Handlung im zweiten Kapitel erst richtig beginnt. Yuichiro ist mittlerweile 16 und hat sich nach seiner Flucht der kaiserlichen Dämonenarmee Japans unter dem Kommando von Oberleutnant Guren Ichinose angeschlossen. Statt nun aber eine zerstörte Welt mit wenigen Überlebenden und im stetigen Kampf gegen Vampire, Dämonen und Monster zu zeigen, wird Yuichiro in die Schule verfrachtet. Dabei geht durch die kaum vorhandene Zerstörung und den scheinbar normalen Alltag das zu Anfang vorhandene Endzeit-Gefühl fast gänzlich verloren.

Hier verschenkt Seraph of the End vorerst viel von dem noch immer ersichtlichen Potenzial. Allerdings werden zumindest Gründe für Yuichiros Schulpflicht gegeben. Immerhin gelingt es die vorhandene Bedrohung durch Vampire, Dämonen und andere seit dem Ausbruch des Virus erschienenen Wesen aufrecht zu erhalten. Außerdem gelingt es auf diese Weise zu motivieren und neugierig auf die weiteren Ereignisse zu machen. Besonders das offene Ende und die angedeuteten Dämonenwaffen bergen einiges an Potenzial für die weiteren Bände und lassen darauf hoffen, dass Seraph of the End mehr aus dem endzeitartigen Setting heraus holt. Doch trotz aller Kritik versteht es der Manga zu unterhalten, wodurch einige der vorhandenen Schwächen etwas relativiert werden.

Wenig Sympathie

Störend fallen gelegentlich die stereotypen Charaktere auf. Besonders Yuichiro schafft es nur bedingt Sympathien zu wecken. Man entwickelt so etwas wie Verständnis und Mitgefühl für seine Situation und das was er erlebt hat, doch seine fast schon einfältigen, fanatischen Rachegelüste sorgen immer wieder dafür, dass man Abneigung für sein Verhalten empfindet. Allerdings scheint es so, dass dies von dem Team hinter Seraph of the End beabsichtigt ist. Yuichiro ist ein von Hass erfüllter Jugendlicher, dessen einziger Antrieb es ist alle Vampire auszulöschen. Da er zugleich überaus begabt im Kampf ist, verfügt er über ein nachvollziehbares Selbstbewusstsein, das deutliche Anzeichen von Selbstüberschätzung zeigt und ihn immer wieder unüberlegt handeln lässt. Sein Verhalten und die charakterlichen Schwächen von Yuichiro sind thematisch in die Handlung eingebaut, weshalb eine Entwicklung des Protagonisten zu erwarten ist. Alleine schon deshalb ist Yuichiro, trotz der teilweisen Abneigung die man gegen ihn entwickelt, ein gelungener Charakter.

Neben Yuichiro bleiben leider die meisten anderen Figuren von Seraph of the End bisher etwas blass. Oberstleutnant Guren Ichinose hat genauso wie die möglichen Antagonisten zu wenige Auftritte um ein richtiges Profil zu entwickeln. Anders ist das bei Yuichiros Schulkameraden und Irgendwie-Freunden Shinoa und Yoichi. Besonders die junge Observatorin der Armee zeigt bereits etwas charakterliche Tiefe und schafft es dabei zumindest etwas mehr Sympathien zu wecken als Yuichiro. Ihre leicht besserwisserische und überhebliche Art kann allerdings auch nerven, ist so aber klar beabsichtigt. Außerdem zeigen sich bei ihr auch liebenswürdigere Facetten. Yoichi hingegen nimmt bisher die Rolle des etwas weinerlichen, hilflosen Sidekicks von Yuichiro ein. Damit fällt er aufgrund seiner nur im Hintergrund erfolgenden Auftritte nicht störend auf. Allgemein zeigen fast alle bisher mit größeren Auftritten versehene Charaktere Entwicklungspotenzial, ein wirklicher Sympathieträger fehlt allerdings noch, was dem Lesevergnügen nur bedingt schadet.

Die Zeichnungen von Yamato Yamamoto zeigen gewohnte Kost auf gutem Niveau. Besonders einige Charaktermodelle sind schön umgesetzt und strotzen in einigen Panels vor Details. Zugleich zeigt die Mimik häufig auf gelungene Weise die Gefühle und Gedanken der handelnden Figuren und unterstützen damit die Persönlichkeit des jeweiligen Charakters. Die wenigen Auftritte von Dämonen und Monstern lassen auf ein erstklassiges und fantasievolles Design in den zukünftigen Bänden hoffen. Allerdings fallen die Hintergründe häufig eher marginal aus oder es wird komplett auf sie verzichtet. In anderen Szenen sind sie dafür um so schöner gestaltet und präsentieren beispielsweise die Vampirstadt Sanguinem mit interessanter, klassischer Architektur.

Fazit

Seraph of the End: Vampire Reign Band eins ist ein typischer Auftaktmanga. Es wird eine Grundlage geschaffen, Setting und Charaktere werden vorgestellt. Die bisher noch ausbleibenden Kämpfe und die Konzentration auf Yuichiros Werdegang sind interessant genug, um bis zum offenen Ende an den Manga zu fesseln. Gleichzeitig zeigt sich in vielen Szenen das vorhandene Potenzial der Reihe. Dass bisher ein wirklicher Sympathieträger unter den Charakteren fehlt, liegt an ihren jeweiligen Persönlichkeiten, die sich in den späteren Mangas mit Sicherheit noch entwickeln dürften. Alleine dadurch, dass Yuichiros charakterliche Schwächen durch Shinoa immer wieder angesprochen werden und somit zu einem zentralen Teil der Handlung sind, lässt darauf schließen. Ein wenig bedauerlich ist es, dass die Endzeitstimmung und das angedeutete Setting im zweiten Kapitel etwas nachlässt. Dennoch weckt der erste Band das Interesse an Seraph of the End: Vampire Reign und macht neugierig auf die weiteren Entwicklungen der Geschichte. Das Potenzial für eine gute Action-Manga-Reihe, die Endzeit-Science-Fiction-, Horror-, Fantasy- und Mystery-Elemente nutzt, ist definitiv gegeben.

Kurzfazit: Ordentlicher Auftakt für eine Manga-Reihe mit sichtlichem Potenzial bei Geschichte und Charakteren.

Vielen Dank an Kazé Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Seaprh of the End: Vampire Reign – Band 1!

Details
Titel: Seraph of the End: Vampire Reign – Band 1
Genre: Mystery, Action
Verlag: Kazé Manga
Autor; Takaya Kagami
Zeichnungen: Yamato Yamamoto
Storyboards: Daisuke Furuya
Seiten: 202
Preis: 6,95 €
ISBN: 978-2-88921-784-7
Verlagsseite: Seraph of the End: Vampire Reign – Band 1 bei Kazé Manga
Erscheinungsdatum: 07. April 2016

Bilder Copyright Kazé Manga / Shueisha

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