Rezension: Rise of the Tomb Raider: 20 Year Celebration (Switch 2)

Lara Croft begibt sich in Rise of the Tomb Raider auf die Suche nach einem mächtigen Artefakt, das eng mit ihrem verstorbenen Vater verbunden ist.
Ursprünglich im November 2015 erschien Rise of the Tomb Raider als Nachfolger des Reihen-Reboots von 2013 exklusiv für die Microsoft-Konsolen Xbox 360 und Xbox One. Erst im Januar 2016 folgte eine PC- und im Oktober 2016 eine PlayStation-4-Veröffentlichung. Nachdem Aspyr bereits Tomb Raider von 2013 für Switch und Switch 2 umgesetzt hat, portierte das Studio auch Rise of the Tomb Raider, dieses Mal allerdings nur für Nintendos zweite Hybrid-Konsole. Seit Anfang Juni ist Lara Crofts Abenteuer in den Bergen Sibiriens für die Switch 2 erhältlich. Darin begibt sich die bekannte Abenteurerin nach den Ereignissen des Vorgängers auf die Suche nach einem mächtigen Artefakt, das Unsterblichkeit verspricht und den zerstörten Ruf ihres verstorbenen Vaters wiederherstellen könnte. Allerdings ist auch die zwielichtige Geheimorganisation Trinity auf der Suche nach dem Artefakt.
Eisige Suche
Nicht nur die Geschichte von Rise of the Tomb Raider lässt erkennen, dass es sich bei dem Action-Adventure um eine Fortsetzung des Tomb-Raider-Reboots von 2013 handelt. Auch beim Gameplay setzt das von Crystal Dynamics entwickelte zweite Abenteuer der Survival-Trilogie auf bekannte Elemente. So ist Rise of the Tomb Raider wie der Vorgänger von Sonys Uncharted-Reihe inspiriert. Als Lara Croft erkundet ihr einige weitläufige Gebiete, die mit schlauchartigen, überschaubaren Abschnitten verbunden sind. Um die zahlreichen Hindernisse zu überwinden, klettert, springt, hangelt, rennt oder schwimmt, kämpft gegen zahlreiche Feinde und versucht, am Leben zu bleiben. Dabei stellen sich euch nicht nur menschliche Feinde, sondern auch die tierischen Bewohner der sibirischen Landschaft gegen euch.
Schnell entwickelt sich ein spannender wie fesselnden Spielfluss, der deutlich von der regelmäßigen Abwechslung profitiert. Fast nie geht ein Abschnitt zu lang und häufig habt ihr sogar die Möglichkeit, Kämpfen aus dem Weg zu gehen. Rätsel bringen das richtige Maß an Vielfalt ins Gameplay, während verschiedene Sammelobjekte dazu einladen, die Umgebungen genau zu erkunden. Zumal Dokumente und Artefakte zusätzliche Hintergründe zur Geschichte enthüllen. Diese sind zwar oft eher belanglos, tragen aber ihren Teil zur Atmosphäre des Action-Adventures bei.
Zusätzliche Abenteuer
Zusätzlich dürft ihr euch wie schon im Vorgänger optionalen Gräbern, die ein klassisches Tomb-Raider-Gefühl vermitteln, stellen. Hier warten Rätsel mit teilweise nützlichen und wertvollen Belohnungen. Da ihr im Laufe des Abenteuers immer neue Werkzeuge, Waffen und Fähigkeiten erhaltet, dürft ihr mit der Zeit auch neue Abschnitte betreten. Das ist zwar grundsätzlich eher linear, trägt aber trotzdem zur Motivation bei. Zudem wird Lara dank erlangter Fähigkeitspunkte, die ihr in drei verschiedene Talentbäume investieren dürft, immer stärker. Außerdem dürft ihr eure Waffen mit gesammelten Ressourcen verbessern. Die Vielfalt an Waffen ist trotz nur vier verschiedenen Arten hoch. Verschiedene Outfits, die zum Teil besondere Effekte auslösen, bringen weitere Individualisierungsmöglichkeiten eures Spielstils.
Ebenfalls in der Switch-2-Version enthalten sind bereits alle DLCs. Entsprechend dürft ihr euch dem Rätsel um die Hexe Baba Yaga stellen, weitere Herausforderungen im entsprechenden Modus absolvieren und den rein story- und rätsellastigen Prolog in Anwesen der Familie Croft angehen. Letzterer erzählt eine Geschichte über Lara, die beim Erkundungen von Croft Manor an ihre Kindheit erinnert wird und den Spuren ihrer Eltern folgt. Eine wirklich gelungene Erweiterung, die Laras hervorragende Entwicklung im Verlauf von Rise of the Tomb Raider sinnvoll ergänzt.
Gelungen mit kleinen Abstrichen
Grafisch ist Rise of the Tomb Raider das Alter wenig überraschend anzusehen. Das Action-Adventure ist kein modernes Spiel, sieht aber trotzdem noch immer schick aus. Lediglich in manchen Zwischensequenzen fallen hölzerne Animationen einiger Figuren sowie aus heutiger Sicht nicht mehr so hübsche Charaktermodelle auf. Beim Spielen fällt das aber kaum ins Gewicht, zumal Rise of the Tomb Raider durchgehend flüssig, wenn auch nur mit dreißig Bildern pro Sekunde, läuft. Soundtrack und deutsche Sprachausgabe runden das Action-Adventure stimmungsvoll ab.
Fazit
Nach der Veröffentlichung von Tomb Raider für die beiden Switch-Konsolen, habe ich fest damit gerechnet, dass Aspyr auch Rise of the Tomb Raider auf die Hybrid-Konsolen bringt. Dass die Switch aussetzen muss und nur die Switch 2 bedacht wird, ist eine logisch Entscheidung. Etwas unverständlich ist, dass keine sechzig Bilder pro Sekunde erreicht werden, obwohl das auf der PlayStation 4 möglich war. Ungeachtet dessen, hatte ich mit Rise of the Tomb Raider auf der Switch 2 wieder sehr viel Spaß. Gameplay, Geschichte und Laras Werdegang fesseln für Stunden, wozu auch die zahlreichen Nebenaufgaben beitragen. Auch über zehn Jahre nach der Erstveröffentlichung ist Rise of the Tomb Raider ein fantastisches Spiel, das vielleicht eine etwas bessere Switch-2-Portierung verdient hätte. Doch auch im aktuellen Zustand ist das Action-Adventure für jeden Fan der Reihe einen Blick wert.
Kurzfazit: Trotz kleiner technischer Abstriche, fantastisches Action-Adventure, das mit Gameplay und Geschichte für Stunden fesselt.
Vielen Dank an Aspyr Media für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Rise of the Tomb Raider: 20 Year Celebration!
Details
Titel: Rise of the Tomb Raider: 20 Year Celebration
Genre: Action-Adventure
Publisher: Aspyr Media
Entwickler: Crystal Dynamics, Aspyr Media
Spieler: 1-8
Syteme: Switch 2 (getestet), PlayStation 4, Xbox One, PC, PlayStation 3, Xbox 360, Mac, Linux
Altersfreigabe: ab 18
Erscheinungsdatum: 09. Juni 2026
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