Rezension: Discounty (Switch)

Tante Tellar braucht in Discounty Unterstützung beim Aufbau eines Supermarktes in der Kleinstadt Blomkest, die einige skurrile Bewohner und Geheimnis hat.

Klone von Stardew Valley gibt es einige. Das erfolgreiche Indie-Spiel hat nicht nur Farming-Simulationen und Cozy-Games zu neuer Größe verholfen, sondern auch eine Gameplayausrichtung sowie den Pixelart-Grafikstil mitgeprägt. Discounty schlägt ebenfalls in diese Kerbe, schickt euch aber nicht auf einen Bauernhof, sondern lässt euch einen Supermarkt in einer kriselnden Kleinstadt aufbauen. Anders als in Stardew Valley oder anderen vergleichbaren Spielen, erbt ihr den Standort jedoch nicht, sondern werdet von eurer Tante Tellar um Hilfe gebeten. Dennoch ist es vor allem an euch, den Supermarkt zu führen und für Gewinn zu sorgen. Tellar mischt sich wiederum gehörig in andere Angelegenheiten ein, was euch so manche Probleme einbringt.

Entspannte Wirtschafts-Simulation

Im Kern ist Discounty eine Wirtschafts-Simulation. Schließlich müsst ihr euren Supermarkt nicht nur mit Regalen und Kühltruhen für Äpfel, Pommes, Milch und andere Produkte ausstatten, ihr müsst die Ware auch bestellen und selbst an der Kasse stehen. An sechs Tagen in eurer virtuellen Woche ist es an euch, während der Öffnungszeiten die Kundenzufriedenheit hochzuhalten, damit euer Geschäft floriert. Entsprechend sollte Ware nicht ausgehen und im Zweifelsfall nachgefüllt werden. Verschmutzter Boden verlangsamt die Kundschaft und sollte schnell gesäubert werden. Obwohl Discounty ein Cozy-Spiel ist, kann das Zusammenspiel aus Kasse, Waren auffüllen und Putzen manchmal durchaus stressig sein. Umso besser, dass der Schwierigkeitsgrad eher moderat und verzeihend ist.

Trotzdem motiviert das Gameplay, zumal ihr mit Aktionen wie beispielsweise einer bestimmten Anzahl an verkauftem Gemüse und Obst oder ausreichend glücklichen Kunden am Tag Punkte verdient. Jeweils zwei Tages- und eine Wochenaufgabe stehen gleichzeitig zur Verfügung. Die Punkte benötigt ihr wiederum, um neue Ware sowie Verbesserungen wie mehr Platz für euer Inventar oder einen verbesserten Putzeimer freizuschalten. Mit der Zeit erhaltet ihr auch Hilfe im Supermarkt, so dass einige Abläufe leichter werden. Angesichts der wachsenden Größe eures Geschäfts ist das unverzichtbar.

Kleinstädtisches Leben

Aber Discounty ist nicht ausschließlich eine Wirtschafts-Simulation und konzentriert sich nicht nur auf euren Alltag im Supermarkt. Mit der Zeit lernt ihr die skurrilen Bewohner des Städtchens Blomkest besser kennen, erfahrt von ihren Problemen und werdet mit den Herausforderungen für eure neue Heimat konfrontiert. So herrscht im Wald von Blomkest bei eurer Ankunft ein seltsamer Nebel und weitere unerklärliche Phänomene treten auf. Natürlich werdet ihr komplett in die Angelegenheit gezogen. Zudem setzt Discounty auf reichlich Kleinstadt-Klischees inklusive Nachbarschaftsstreits, fragwürdigen Stadthelden, unschöner Beziehungsprobleme und gegenseitige Beschuldigungen. Das garantiert eine vielleicht nicht klassisch spannende, aber interessante Geschichte, die gemeinsam mit dem Gameplay einen motivierenden Spielfluss erschafft.

Tatsächlich fesselt die Mischung aus Verwaltung des Supermarkts inklusive Abschluss von Handelsverträgen mit örtlichen Unternehmen und Produzenten und abwechslungsreicher Geschichte. Der charmante Pixelart-Grafikstil trägt seinen Teil zur angenehmen Atmosphäre und zum Spielspaß bei. Trotz der Nähe zu anderen Cozy-Games, verfügt Discounty optisch über ausreichend Eigenständigkeit. Das gilt besonders bei den Charakteren. Ein kleiner Wermutstropfen ist die eigentlich gute, aber insgesamt etwas zu unspektakuläre Musikuntermalung. Wirklichen Einfluss hat das aber nicht, zumal die deutschen Texte charmant und witzig geschrieben sind. Kleinere Probleme wie die manchmal etwas schwammige Steuerung wirken sich ebenfalls nicht spürbar aus, so dass Discounty ein spaßiges und angenehm kurzweiliges Wirtschafts-Simulations-Abenteuer ist.

Fazit

Genau betrachtet erinnert Discounty schon auf den ersten Blick an die zahlreichen Stardew-Valley-Klone, die in den letzten Jahren erschienen sind. Wie das große Vorbild verknüpft Discounty einen Wirtschafts-Aspekt mit dem alltäglichen Leben meines Spielcharakters. Die Verwaltung eines Supermarktes verleiht Discounty bereits etwas Eigenständigkeit, der Spielablauf und die Geschichte tragen zusätzlich dazu bei, dass die cozy Wirtschafts-Simulation individuell ist. Das Führen des Supermarktes ist motivierend und spaßig und die Geschichte bringt genau das richtige Maß an Abwechslung mit ein. Es ist interessant, die Bewohner von Blomkest neuer kennenzulernen und langsam die Geheimnisse und Probleme der Kleinstadt aufzulösen. Cozy-Game-Fans mit einem Hang zu Wirtschafts-Simulationen beziehungsweise Stardew Valley und vergleichbaren Spielen sollten sich Discounty unbedingt näher anschauen.

Kurzfazit: Entspanntes und charmantes Wirtschafts-Simulations-Abenteuer, das mit spaßigem Gameplay und interessanter Geschichte sowie den skurillen Charakteren motiviert.

Vielen Dank an PQube für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Discounty!

Details
Titel: Discounty
Genre: Wirtschafts-Simulation, Lebenssimulation, Abenteuer
Publisher: PQube
Entwickler: Crinkle Cut Games
Spieler: 1
Syteme: Switch (getestet), PlayStation 5, PlayStation 4, Xbox Series X|S, Xbox One, PC
Altersfreigabe: ab 0
Erscheinungsdatum: 21. August 2025