Rezension: Nichijou: Das ganz normale Leben – Band 1 (Manga)

Yuko, Mio, Mai und Nano erleben in Nichijou: Das ganz normale Leben Band 1 ihren völlig normalen, abgedrehten Alltag.

Sonne statt Regen. Die Oberschülerinnen Yuko und Mio erfreuen sich auf dem Weg zur Schule am schönen Wetter, als es plötzlich zu einem Schauer aus Spielzeug und Sushi kommt. Ausgerechnet auf Yukos Kopf landet dann auch noch Lachs. Nicht weit von ihnen entfernt sitzt ihre Mitschülerin Nano auf einem Hausdach. Das völlig normale Mädchen mit dem Aufziehschlüssel am Rücken weiß nicht, wie es dorthin gekommen ist. Außerdem fehlen ihre Tasche… und ihre Schuhe… und ihre rechte Hand! Damit beginnt ein ganz normaler Schultag. Schließlich kommt es auch mal vor, dass in der Schule ein wrestlendes Reh auftaucht oder eine Schülerin ihren Klassenkameraden mit Schusswaffen zur Ordnung ruft. Doch auch übliche Sorgen wie vergessene Hausaufgaben oder die Angst vor einer Prüfung beschäftigen Yuko, Mio, Mai und Nano.

Abgedrehter, normaler Alltag

Nichijou: Das ganz normale Leben Band 1 erzählt vom völlig normalen Alltag der Oberschülerinnen Yuko, Mio, Mai, Nano und ihrem Umfeld. Die 2006 gestartete und in Japan bisher elf Bände umfassende Slice-of-Life-Comedy-Reihe von Keiichi Arawi stellt bereits mit dem ersten Kapitel unter Beweis, was „normal“ bei Nichijou bedeutet. Robotermädchen mit riesigem Aufziehschlüssel im Rücken, Oberschülerinnen, die sich auf indonesisch begrüßen und vom Himmel fallendes Spielzeug sind in dem witzigen und oftmals vollkommen bekloppten Manga fast noch das normalste. Dabei setzt Nichijou Band 1 auf reichlich Situationskomik bei der Logik keinerlei Rolle spielt. Gerade deshalb, kann alles problemlos hingenommen werden und passt einfach zu den abgedrehten, urkomischen Alltasgeschichten, die erzählt werden.

Abgesehen vom fortschreitenden Leben der Figuren verzichtet Nichijou auf eine übergreifende Handlung. Viele Kapitel können auch problemlos für sich stehen, führen aber zumindest im Kleinen die Charaktere weiter aus. So werden Yuko, Mio, Mai, Nano und einige andere Figuren immer besser vorgestellt und ihr Verhalten ist leichter nachzuvollziehen. Das unterstreicht oftmals noch den sowieso schon grandiosen Humor. Dazu trägt auch die häufige Übertreibung einer Situation bei. Etwa wenn Misato Tachibana ihren Klassenkameraden und Schulfestkommittee-Kollegen Sasahara erst mit einer Pistole bedroht und später mit Bazooka oder noch größeren Geschützen auftaucht. An solchen Beispielen zeigt sich, wie unsinnig und bekloppt, aber gleichzeitig einfach nur herrlich, Nichijou Band 1 meistens ist.

Es fällt schwer, angesichts der zahlreichen kleinen und großen Pointen nicht regelmäßig zu lachen oder zumindest mit einem breiten Grinsen Kapitel für Kapitel zu lesen. Die angenehm leichtgängige Stimmung, der großartige Humor und die toll geschriebenen Dialoge sorgen für einen hervorragenden Lesefluss. Unterstrichen wird das von den simplen, aber passenden und gerade bei den Charakteren stets perfekt, die Situation einfangenden Zeichnungen. Dank der lebendigen Mimik kann problemlos auf Texte verzichtet und trotzdem eine witzige, verständliche und spaßige Geschichte erzählt werden. Doch die vielleicht größte Stärke neben dem Humor sind und bleiben die vielschichtigen, abgedrehten und liebenswerten Charaktere. Egal ob Nano, die trotz riesigem Aufziehschlüssel am Rücken davon überzeugt ist, dass ihre Mitschüler nicht wissen, dass sie ein Roboter ist – oder Yuko, die immer ihre Hausaufgaben vergisst und für allerlei Blödsinn verantwortlich ist. Auch die stoische, wortkarge Mai und die vermeintlich normale Mio sorgen regelmäßig für Lacher und fügen sich großartig in den Manga ein. Einfach herrliche Comedy-Unterhaltung!

Fazit

Nichijou: Das ganz normale Leben steht schon lange auf meiner Wunschliste an Manga-Reihen, die ich unbedingt noch lesen möchte. Dank Egmont Manga erhält die Slice-of-Life-Comedy-Reihe von Keiichi Arawi endlich eine deutsche Veröffentlichung. Zum Auftakt beweist Nichijou: Das ganz normale Leben Band 1 wie abgedreht, unsinnig und aberwitzig der Alltag von Yuko, Mio, Mai und Nano ist. Es ist ein großer Spaß die Oberschülerinnen und einige andere Charaktere bei allerlei bekloppten Ereignissen zu begleiten. Dabei setzt Nichijou Band 1 nicht nur auf unlogische, abgedrehte Situationskomik, sondern nutzt auch normale Alltagssituationen, um für Lachen und Grinsen zu sorgen. Oft ist das auch den großartigen, sympathischen Charakteren zu verdanken, Yuko, Mio, Mai, Nano und die anderen tragen den Manga gemeinsam mit dem herrlichen Humor. Wer verrückte Comedy-Manga mag, sollte sich Nichijou: Das ganz normale Leben Band 1 nicht entgehen lassen.

Kurzfazit: Aberwitziger Slice-of-Life-Comedy-Manga, der zum Reihenauftakt mit reichlich großartigem Humor, herrlichen Charakteren und zahlreichen abgedrehten Situationen Genre-Lesespaß mit Lachgarantie bietet.

Details
Titel: Nichijou: Das ganz normale Leben – Band 1
Originaltitel: Nichijō
Genre: Comedy, Slice of Life
Verlag: Egmont Manga
Mangaka: Keiichi Arawi
Seiten: 180
Preis: 8,00 €
ISBN: 978-3-7555-0197-8
Verlagsseite: Nichijou: Das ganz normale Leben – Band 1 bei Egmont Manga
Erscheinungsdatum: 08. Mai 2023

© Keiichi Arawi / Kadokawa Corporation / Egmont Manga