Anime-Simulcast-Wintersaison 2020 Teil 1

Im jungen Jahr 2020 startet die Anime-Wintersaison früh und bringt bei Crunchyroll und Wakanim erste Simulcasts mit sich.

Nur wenige Tage ist 2020 alt und schon sind die ersten Serien der Anime-Wintersaison gestartet. Natürlich auch mit ersten Simulcasts von neuen sowie in neuer Form zurückkehrender Produktionen. Wie jede Season werden ausgewählte Anime-Neustarts in der Erster-Blick-Artikel-Reihe vorgestellt.

Dabei gilt wie gewohnt, dass Fortsetzungen, Spezial- und Bonus-Episoden, OVAs, Kurzserien mit einer Laufzeit unter zehn Minuten und Filme in den meisten Fällen nicht berücksichtigt werden. Ausnahmen sind wie immer möglich.

Zum Beginn der Simulcast-Wintersaison 2020 gibt es locker-leichte Freundschaft inklusive Wissenschaften, geht es um Leben und Tod in einem gefährlichen Spiel und gilt es einzutauchen in eine märchenhafte Welt samt ungewöhnlicher Vater-Tochter-Beziehung. Den Anfang machen bei Cunrchyroll Asteroid in Love und Somali and the Forest Spirit sowie Darwin’s Game bei Wakanim.

Asteroid in Love

Studio: Doga Kobo
Genre: Slice of Life
Termin: 03. Januar 2020
Stream bei Crunchyroll

Worum geht’s?
Als Kind ist Mira bei einem Campingausflug der Stadt einem in Astronomie versierten Jungen namens Ao begegnet. Gemeinsam haben sie die Sterne betrachtet und Mira hat erfahren, dass es einen Stern gibt, der genauso heißt wie sie. Da allerdings kein Stern mit Namen existiert, haben sich die beiden versprochen einen Asteroiden zu finden und ihn Ao zu taufen. Seit jenem Tag hat Mira den Jungen von damals nicht mehr wiedergesehen. Das Versprechen hat sie aber nicht vergessen, weshalb sie sich, frisch an der Oberschule, dem Astronomieklub anschließen will. Aus Mitgliedermangel wurde dieser allerdings mit dem Geologieklub zum Erdwissenschaftenklub zusammengelegt. Dort begegnet Mira nicht nur den Mitgliedern der ehemaligen Klubs, sondern auch einem gleichaltrigen Neuzugang. Schnell stellt sich heraus, dass es sich bei der Schülerin um eben jene Ao von früher handelt, die Mira nur fälschlicherweise für einen Jungen gehalten hat. Sofort entsteht wieder eine Bindung zwischen den beiden und zusammen mit den anderen Klubmitgliedern beginnen die Aktivitäten im Erdwissenschaftenklub.

Ersteindruck
Asteroid in Love ist eine recht typische, locker-leichte Oberschülerinnen-Klub-Slice-of-Life-Serie. Ein altes Versprechen, wiedergefundene Freunde, veränderte Klubbedingungen, unterschiedliche Ziele und gemeinsame Vorhaben werden bereits in der ersten Episode angesprochen. Allgemein hält sich Asteroid in Love nicht unnötig mit einer in die Länge gezogenen Handlung auf. Nach dem Einstieg mit Miras und Aos Kindheitsbegegung springt die Serie direkt zur Einschulung in der Oberschule und noch im ersten Drittel kommt es zum Wiedersehen der beiden Hauptfiguren. Tatsächlich setzt sogar erst danach das Intro ein, so dass die Episode erst dann richtig losgeht. Im Folgenden widmet sich Asteroid in Love der Vorstellung der sympathischen Figuren, des Erdwissenschaftsklubs sowie der schnell wieder engen, aber anfangs etwas unbeholfenen Freundschaft von Mira und Ao. Aufgesetzt oder verwunderlich wirkt das aber nicht, da beide stets an das Versprechen und einander gedacht und ein Wiedersehen herbeigesehnt haben. Wirkliche Spannung kommt zwar nicht auf, dafür hat mich Asteroid in Love mit einer angenehmen, fröhlichen Stimmung überzeugt. Sicher, die wendungsreichste Serie ist nicht zu erwarten, doch das will die auf einer 4-Panel-Manga-Reihe basierende Serie auch gar nicht sein. Stattdessen stehen Freundschaft und die Klubaktivitäten im Fokus. Hier punktet Asteroid in Love mit liebenswerten Charakteren und Astronomie sowie Geologie als unverbrauchten, interessanten Themen. Damit setzt sich die Serie vielleicht nicht gegenüber ähnlichen Anime-Vertretern ab, kann aber als fröhliche, kurzweilige Slice-of-Life-Unterhaltung überzeugen. Genre-Fans dürfte Asteroid in Love gefallen.

Darwin’s Game

Studio: Nexus
Genre: Action, Drama
Termin: 03. Januar 2020
Termin (Simuldub): 24. Januar 2020
Stream bei Wakanim

Worum geht’s?
Von einem Freund erhält Kaname Sudo eine Einladung zu einem seltsamen Free-to-Play-Spiel. Doch kaum hat er die App namens Darwin’s Game gestartet, erscheint nicht nur eine Schlange aus dem Display seines Smartphones, sondern er verliert auch das Bewusstsein. Schon bald darauf muss Kaname feststellen, dass er in ein Spiel auf Leben und Tod hineingezogen wurde.

Ersteindruck
Basierend auf der gleichnamigen Manga-Reihe von Flipflops, folgt Darwin’s Game dem Überlebenskampf von Oberschüler Kaname Sudō im titelgebenden Spiel auf Leben und Tod. Die erste Episode steigt mit einer Verfolgungsjagd, der verschickten Einladung an Kaname und einem Tod ein. Erst danach wird der Protagonist im Verbund mit einigen Mitschülern und Freunden gezeigt. Allzu lange lässt sich die Serie nicht Zeit das Darwin’s Game einzuführen und Kaname damit zu konfrontieren. Noch in der ersten Hälfte der mit knapp 47 Minuten überlangen Auftaktfolge, muss Kaname in einem ersten Duell antreten. Das ist blutig und actionreich inszeniert und nutzt dennoch ausreichend Möglichkeiten, um zumindest dem Hauptcharakter ein wenig Profil zu verleihen. Allgemein baut Darwin’s Game früh Spannung auf und hat mich damit schnell an den Fernseher gefesselt. Dennoch ist sowohl der Übergang von der ersten zur zweiten Hälfte und damit eine Art Episodenwechsel genauso aufgefallen wie die Dauer der Episode. Zeitweise habe ich gedacht, ob nicht normale Episodenlänge besser wäre. Nach den 47 Minuten bin ich aber sicher, dass die bereits zum Auftakt breiter aufgestellte Geschichte dem Aufbau der Serie zu Gute kommt. Neben Kaname kann so auch Shuka, die offensichtlich eine weitere Hauptfigur werden könnte. Ausreichend vorgestellt, um interessant zu sein. Ein wenig stiehlt sie Kaname sogar die Show. Das Potenzial zu einem der Hits der Wintersaison ist vorhanden. Vorerst bleibe ich aber noch skeptisch, da nach Episode eins trotz Überlänge noch zu unklar ist, in welche Richtung sich die Serie entwickelt. Genre-Fans und Anhänger von Todesspiel- und Battle-Royal-Thematiken dürften Gefallen an Darwin’s Game finden.

Somali and the Forest Spirit

Studio: Satelight
Genre: Fantasy, Abenteuer, Drama, Slice of Life
Termin: 02. Januar 2020
Stream bei Crunchyroll

Worum geht’s?
Eines Tages findet ein Golem, der Wächter des Waldes der über sämtliche Lebewesen wacht, das Menschenmädchen Somali. Von ihr mit Papa begrüßt, beschließt er mit ihr auf Reisen zu gehen, um sie zu anderen Menschen zu bringen. In der von den verschiedensten Wesen bewohnten Welt ist das jedoch nicht einfach, da Menschen als nahezu ausgestorben gelten. Zudem ist Somali in Gefahr, sobald herauskommt, was sie wirklich ist, da viele der Bewohner der Welt nur zu gerne Menschen verspeisen.

Ersteindruck
Bereits die ersten Szenen von Somali and the Forest Spirit haben mich in die fantasievolle, detailverliebte und zauberhafte Welt der Serie gezogen. Bilder, Animationen und Musik sorgen die gesamte Auftaktepisode über für eine märchenhafte Atmosphäre, die wunderbar zur eher sanften, aber keineswegs seichten Geschichte passt. Nach dem Treffen von Somali und dem Golem macht die Serie einen kleinen Zeitsprung zur Reise der beiden. Weshalb sie unterwegs sind, wird genauso wie die Situation der Menschen erst bei einem Gespräch in der nahegelegenen Stadt, die der Haupthandlungsort der ersten Episode ist, erläutert. Das mag vielleicht ein wenig aufgesetzt wirken, dennoch sind die Erklärungen gut eingebunden und bereichern sowohl die Geschichte als auch die Charaktere. Somali und der Golem sind es, die die Serie zum Einstieg tragen. Handlungstechnisch hält sich Somali and the Forest Spirit noch etwas zurück und konzentriert sich vor allem darauf, ein Gefühl für die beiden Hauptfiguren sowie die allgegenwärtigen Gefahren zu schaffen. Dabei steht Somalis Identität als Mensch im Mittelpunkt. Schließlich könnte sie deshalb schnell auf dem Speiseplan anderer Bewohner der Welt landen. Wirklich ernst oder düster wird die erste Episode allerdings nie. Dafür überzeugt Somali als aufgewecktes, neugieriges Kind und der Golem als vermeintlich gefühlloses Wesen, das trotzdem eine enge Bindung zu dem Mädchen hat. Hier könnte eine der größten Stärken von Somali and the Forest Spirit stecken: die Vater-Tochter-Beziehung der Protagonisten. Es bleibt allerdings noch abzuwarten, ob die Reise von Somali und dem Golem ausreichend Spannung und interessante Ereignisse bietet, um auf Dauer zu unterhalten. Große Zweifel habe ich diesbezüglich aber nicht, weshalb ich mir von Somali and the Forest Spirit eine wunderschöne, sanfte Fantasy-Märchen-Serie erwarte.

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