Rezension: KonoSuba – Vol. 1 (Blu-ray)

AniMoon Publishing hat mit KonoSuba Volume 1 den Auftakt einer der beliebtesten Isekai-Serien der letzten Jahre veröffentlicht.

Kazuma Satou verbringt seine Tage normalerweise zu Hause am PC. Nur wegen einer Collector’s Edition hat er seine Wohnung verlassen und prompt stirbt er einen vollkommen sinnlosen Tod. Als wäre das nicht genug, begrüßt ihn im Jenseits die wohl nervigste aller Göttinnen, Aqua. Nicht nur macht sie sich über die Art von Kazumas Ableben lustig, sondern verhält sich auch sonst nicht unbedingt göttlich. Vor die Wahl gestellt, ob Kazuma sein Leben in ewiger Langeweile im Himmel verbringen will oder in eine Fantasywelt, die von einem Dämonenkönig bedroht wird, wiedergeboren werden möchte, entscheidet er sich für Option zwei. Kurzerhand wählt er als Wunsch-Item, das er mit in sein neues Leben nehmen darf, Aqua selbst. Schließlich kann eine Göttin nicht schaden. Allerdings stellt sich Aqua als überraschend nutzlos heraus. Als später noch die explosionsliebende Erzmagierin Megumin und die lüsterne Kreuzritterin Darkness zu ihnen stoßen, scheint Kazumas neues Chaos-Leben perfekt.

Verrücktes neues Leben

Auf den ersten Blick wirkt KonoSuba wie eine recht typische Isekai-Fantasy-Serie mit Comedy- und Ecchi-Elementen. Das mag nicht völlig falsch sein, aber bereits nach kurzer Zeit stellt sich die Produktion von Studio Deen aus dem Jahr 2016 als weitaus verrückter, abgedrehter und witziger heraus als vielleicht erwartet. KonoSuba nimmt sich keineswegs ernst und schon Kazumas Tod wird für komödiantische Anwandlungen genutzt. Vor allem Aqua sorgt dafür, dass deutlich wird, wie exzentrisch die Charaktere sind. Aqua zieht Kazuma mit seiner Todesart auf, macht sich über sein Nerddasein lustig und drängt ihn wie ein Klischee Verkäufer mit Nachdruck dazu, in einer anderen Welt wiedergeboren zu werden. Als es Kazuma zu viel wird, wählt er Aqua als sein Wunsch-Item, womit beide gemeinsam in der Fantasy-Welt wiedergeboren werden. Schon hier wird das Potenzial der beiden als witziges Hauptfiguren-Duo deutlich. Aber dabei bleibt es nicht.

Statt wie so manch anderer Isekai-Held mit großen Kräften anzufangen, ist Kazuma vorwiegend durchschnittlich, während Aqua im Gegenzug direkt die Klasse der Hohepriesterin erhält. Wirklich hilfreich ist das nicht, da die Göttin mit ihrer niedrigen Intelligenz entsprechend handelt und ihre Fähigkeitspunkte auch für nutzlose Partytricks ausgibt. Allerdings fehlt den beiden Geld und somit stehen keine klischeehaften, erwarteten Abenteuer an, sondern Arbeiten. Hierbei entwickelt KonoSuba tatsächlich leichte Slice-of-Life-Elemente, was gut zur starken Comedy-Ausrichtung der Serie passt. Schließlich steht der Humor im Mittelpunkt. Sei es das Zusammenspiel der Figuren, die abgedrehten Charaktere selbst, die slapstickartigen Vorkommnisse oder einfach nur blöde Sprüche, regelmäßig verleitet KonoSuba zum Lachen. Wie sollte es auch anders sein, wenn Aqua wiederholt beim Versuch, ihre Stärke zu beweisen, fast von einer Riesenkröte verspeist wird.

Abgedrehte Abenteurergruppe

Vielleicht fällt auf, dass KonoSuba stark von den Figuren profitiert und getragen wird. Eine tiefgründige Geschichte ist in den ersten vier Episoden nicht vorhanden. Vielmehr befasst sich Volume eins mit dem neuen Leben von Kazuma und Aqua in der Fantasywelt. Alleine bleiben sie dabei nicht. Auf ein Gesuch hin, wächst die Abenteurergruppe langsam an. Weniger verrückt fallen die beiden weiteren Hauptfiguren allerdings nicht aus. Megumin gehört als Erzmagierin einer fortgeschrittenen Klasse an, konzentriert sich aber ausschließlich auf ihre geliebte Explosionsmagie. Dass sie außerdem Anwandlungen des Achklässler-Syndroms, auch bekannt als Chunibyo hat, unterstreicht perfekt ihren oft überdramatisierten Auftritt. Komplettiert wird das Quartett von der wunderschönen Kreuzritterin Darkness, die bereitwillig Angriffe einsteckt. Natürlich nur, um ihre Kameraden zu schützen. Das hat rein gar nichts mit ihrer masochistischen Veranlagung zu tun.

Die für eine Isekai- und Fantasy-Serie eher bodenständige Geschichte, passt ausgezeichnet zu KonoSuba. Es macht einfach Spaß Kazuma, Aqua, Megumin und Darkness in ihrem nicht ganz normalen Alltag zu begleiten. Sei es beim Training, Essen oder im Kampf gegen etwas andere Widersacher. Regelmäßig verleitet KonoSuba zum Lachen. Dazu tragen auch die seichten Ecchi-Elemente, bei denen komplett auf nackte Haut verzichtet wird, bei. KonoSuba ist in den ersten vier Episoden schlicht witziger Fantasy-Schwachsinn, der großartig unterhält. Selbst das bedrohlichere Ende, das ein Anziehen der Handlung verspricht, wird vorwiegend für komödiantische Einlagen genutzt. Dass die Animationen manchmal nur oberer Durchschnitt sind, stört angesichts des hohen Unterhaltungswerts der Geschichte zu keiner Zeit. Zu verdanken ist das auch den gelungenen Charaktermodellen, Effekten sowie der passenden Sound- und Musikuntermalung. Abgerundet wird die Serie von einer sehr guten deutschen Synchronisation, bei der gerade die vier Hauptfiguren mehr als überzeugen können. Isekai- und Comedy-Fans sollten sich KonoSuba nicht entgehen lassen.

Fazit

Endlich habe ich dank AniMoon die Gelegenheit KonoSuba zu sehen. Seit die Isekai-Comedy-Serie in der Wintersaison 2016 im japanischen Fernsehen gelaufen ist, bin ich neugierig, weshalb Kazuma, Aqua und die anderen so beliebt sind. Schon nach der ersten Episode, habe ich verstanden, was KonoSuba auszeichnet. Die abgedrehte Verrücktheit hat im Laufe der vier Folgen noch mehr angezogen und gerade Megumin und Darkness bereichern Kazuma und Aqua exzellent. Das Hauptfiguren-Quartett ist einfach durchgeknallt. Wobei das für Kazuma eigentlich nicht direkt gilt. Vielmehr muss er unter seinen exzentrischen Begleiterinnen leiden. Das ist meist so witzig, dass vor Lachen kaum ein Auge trocken bleibt. Sogar die Auseinandersetzungen mit Monstern und anderen Bedrohungen werden immer auf herrliche Weise für komödiantische Einlagen genutzt. KonoSuba nimmt sich zu keiner Zeit ernst. Gerade deshalb haben mir die ersten vier Episoden so gut gefallen. Die Serie sticht aus der Masse an Isekai-Serien deutlich hervor. Genre-Fans sollten sich KonoSuba nicht entgehen lassen.

Kurzfazit: Abgedrehte, überaus witzige Isekai-Comedy-Serie rund um ein verrückt-exzentrisches Hauptfiguren-Quartett, die sich selbst nicht ernst nimmt und vor Lachen kaum ein Auge trocken lässt.

Vielen Dank an AniMoon Publishing für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von KonoSuba – Vol. 1!

Details
Titel: KonoSuba – Vol. 1
Originaltitel: Kono Subarashii Sekai ni Shukufuku o!
Genre: Fantasy, Comedy, Ecchi
Regie: Takaomi Kanasaki
Studio: Studio Deen
Produktionsjahr: 2016
Laufzeit: ca. 98 Minuten
Sprachen: Deutsch, Japanisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Fächer, Schuber, Clean Opening, Clean Ending, Interview Clip
Herkunftsland: Japan
Altersfreigabe: ab 12
Erscheinungstermin: 18. Oktober 2019
Herstellerseite: AniMoon Publishing

© 2016 Natsume Akatsuki – Kurome Mishima/Published by Kadokawa/KonoSuba Partners
© 2019 AniMoon Publishing GmbH