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Mrz 31 2019

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Rezension: Begegnung mit Toki – Band 2 (Manga)

Entstehende Gruppenbindungen und gefährliche Herausforderungen erwarten Toki und Mitsuharu in Begegnung mit Toki Band 2.

Toki hat Mitsuharus Leben gewaltig auf den Kopf gestellt. Seit der Schüler dem geschlechtslosen Außerirdischen begegnet ist, hat er seine Kindheitsfreunde verloren, eine Liebeserklärung erhalten und allerlei verrückte Sachen erlebt. Mittlerweile ist er mit Toki und der zurückhaltenden Lehrerin Frau Hagi auch noch Mitglied des Biologieklubs. Außerdem soll er weiterhin entscheiden, ob Toki ein Mann oder eine Frau wird. Während die Suche nach Materialien für Tokis Geschlechtsannahme weitergeht, vertieft sich nicht nur die Beziehung von Mitsuharu und Toki, sondern auch Mitschülerin Adachi und Frau Hagi spielen eine immer größere Rolle im Leben des Schülers. Wäre das nicht genug, erwarten die Gruppe neue Herausforderungen, die nicht alle ohne Gefahr sind.

Zusammenfindung

Nach der überraschenden und in gewisser Weise witzigen Auflösung des offenen Endes des Vorgängers, verfolgt Begegnung mit Toki Band 2 zu Beginn einen eher gemächlichen Weg. Ein schwerer Taifun sorgt dafür, dass Mitsuharu, Toki, Adachi und Frau Hagi zusammenfinden und den Abend in lustiger Runde gemeinsam verbringen. Hier stechen die Slice-of-Life- und Coming-of-Age-Elemente stark hervor. Schließlich führen die Gespräche schnell zu Liebe und was Beziehungen bedeuten. Sogar der Sinn von romantischen Bindungen in der Jugend wird hinterfragt. Hierbei spielt Mangaka Kiri Gunchi erneut mit der Selbstfindung der Figuren und verflechtet diese eng mit der langsam entstehenden Gruppendynamik des Quartetts. Nebencharaktere wie Adachis Bruder oder Mitsuharus Mutter nehmen zwar auch Einfluss auf die Geschichte, werden jedoch bewusst sehr klein gehalten. Im Mittelpunkt stehen klar Mitsuharu, Toki, Adachi und Frau Hagi.

Erst später wird der zweite Band wieder etwas ereignisreicher, spannender und sogar mit einer guten Portion Action versehen. Zumindest im Rahmen des Genre-Mixes. Dabei spricht Mangaka Kiri Gunchi interessante Themen an und liefert weitere Erklärungen zu Carminern, jenen Außerirdischen zu denen Toki gehört. Gemeinsam bauen Informationen und Handlung einen angenehmen Lesefluss auf, der von der immer stärker anziehenden Spannung sowie der interessanten und gelungenen Charakterentwicklung hervorragend unterstützt wird. Wie schon im ersten Band zeigt sich, dass die Figuren die größte Stärke von Begegnung mit Toki sind, den Manga aber nicht alleine tragen müssen. Stattdessen wird eine fesselnde Geschichte samt Gefahren und Herausforderungen erzählt.

Zugleich baut Begegnung mit Toki Band 2 unerwartet starke Emotionen auf. Mal fröhlich, mal traurig, mal bewegend. Mangaka Kiri Gunchi schafft es, Grundstimmung und Atmosphäre perfekt miteinander zu verknüpfen und exzellent auf die jeweiligen Szenen anzuwenden. Dadurch fällt es schwer nicht mit Mitsuharu, Toki und den anderen mitzufühlen oder leiden. Selbst kleinste Nuancen sind wichtig und werden gut in das Gesamtkonzept der Handlung eingebunden. Dazu zählen auch die menschlichen Macken der Figuren. Allen voran Mitsuharu sticht mit einer gelungenen Entwicklung, glaubhaften Fehlern und eigenen Ansichten hervor. Doch auch Toki, Adachi und Frau Hagi sowie einige neue Nebenfiguren können überzeugen. Lediglich ein Widersacher der Gruppe fällt etwas zu klischeehaft und stereotypisch aus. Für seine Rolle ist das jedoch in Ordnung, besonders, weil trotzdem eine grobe Charakterisierung stattfindet. Zum Abschluss schafft es Begegnung mit Toki Band 2 schließlich erneut Neugier und Spannung miteinander zu verknüpfen und einen noch packenderen Cliffhanger als der erste Band zu bieten. Das funktioniert noch besser, da Band drei das Finale der Reihe darstellt.

Fazit

Begegnung mit Toki Band 2 beginnt mit eher ruhiger, bodenständiger Slice-of-Life- und Coming-of-Age-Mischung samt Charakterdarstellung und nachdenklichen Themen und wird schnell immer spannender. Genau dieser Mix, der gleichzeitig perfekt die verschiedenen Genres nutzt und miteinander verbindet, hat mich sehr gut unterhalten. Die Geschichte von Mitsuharu und Toki ist fröhlich, traurig und bewegend; spricht ernste Themen an und verleitet mich dazu jederzeit mit den Charakteren mitzufiebern. Dabei sorgt die stärkere Einbindung von Adachi und Frau Hagi für einen enormen Mehrwert, weil beide Figuren wichtige Rollen in der Entwicklung von Mitsuharu und Toki einnehmen. Zudem liefert Mangaka Kiri Gunchi interessante Details zu Außerirdischen und bindet diese gekonnt in die Geschichte ein. Damit war mein Interesse an der Fortsetzung schon früh geweckt. Dank des offenen Endes, das eine spannende Überleitung zum finalen dritten Band darstellt, bin ich umso neugieriger, wie die Geschichte weitergeht und endet. Spätestens der zweite Band beweist, dass Genre-Fans unbedingt zugreifen sollten.

Kurzfazit: Nachdenkliche Themen und eine spannende Geschichte sorgen gemeinsam mit der hervorragenden Gruppendynamik der sympathisch-individuellen Figuren für einen packenden Genre-Mix mit angenehmen Lesefluss.

Vielen Dank an altraverse für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Begegnung mit Toki – Band 2!

Details
Titel: Begegnung mit Toki – Band 2
Originaltitel: Sentaku no Toki
Genre: Science-Fiction, Slice of Life
Verlag: altraverse
Story/Zeichnungen: Kiri Gunchi
Seiten: 196
Preis: 7,00 €
ISBN: 978-3-96358-146-5
Verlagsseite: Begegnung mit Toki – Band 2 bei altraverse
Erscheinungsdatum: 14. Februar 2019

© Kiri Gunchi / Shueisha / altraverse

Lesetipp: Rezension: Begegnung mit Toki – Band 1 (Manga)

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