Rezension: Atrail – Mein normales Leben in einer abnormalen Welt – Band 2 (Manga)

Iori versucht in Atrail – Mein normales Leben in einer abnormalen Welt Band 2 seinen Alltag zurückzugewinnen und muss erkennen wie schwierig das ist.

Einst so friedlich und durchgeplant, ist Iori Shijimas Alltag nach dem Auftauchen von Atrail vollkommen durcheinander. Konkurrierende Organisationen, Menschen, die ihn ausnutzen wollen, ein bisher komplett inszeniertes Leben und die Welt nach einer lange zurückliegenden Katastrophe am Rande ihrer Vernichtung. Dennoch hält Iori daran fest, seinen gewohnten Alltag und sein durchgeplantes Leben zurückzugewinnen. Das ist jedoch nicht so einfach. Schnell muss er feststellen, dass er als einziger Mensch, der mit dem geheimnisvollen Wesen Atrail kommunizieren kann, die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Und das auf ganz verschiedene Art. Viele haben Angst vor ihm, andere wiederum versuchen ihn auszunutzen. Hilfe erhält er dabei von seiner Beschützerin Phy, seinem nach eigener Aussage kleinen Bruder Ruri, seiner Kindheitsfreundin Minato und seiner Szenario-Mutter Kozue. Allerdings wächst im Hintergrund die Gefahr und neue Feinde treten langsam in Aktion.

Versuchte Normalität

Atrail – Mein normales Leben in einer abnormalen Welt Band 2 beginnt mit Ioris Versuch in seinen ganz normalen Alltag zurückzukehren. Minato und er machen sich auf den Weg zur Schule. Doch bereits auf dem Weg dorthin muss Iori erkennen, dass sich die Menschen ihm gegenüber anders verhalten. Schon bald zeigt sich, dass viele Angst vor ihm haben, andere jedoch seine Fähigkeit mit Atrail kommunizieren zu können ausnutzen wollen. Hier zeigt sich bereits der Weg des zweiten Bandes, der sich vorwiegend auf die Darstellung der veränderte Situation und des ungewöhnlichen Zusammenlebens von Iori, seiner Szenario-Mutter Kozue und seinen Beschützern konzentriert. Gerade für den pedantischen, alles planenden und wenig spontanen Iori sind viele Situationen unerträglich. Wie verrückt manche Menschen auf ihn reagieren, wird besonders in den ersten beiden Kapiteln des Manga deutlich. Autor Goro Taniguchi verknüpft die individuellen Charaktere sehr gut mit dem interessanten Science-Fiction-Setting, auflockerndem Humor und allerlei verrückten, aber stets passenden Ereignissen.

Dabei greift Atrail Band 2 erneut die Möglichkeiten des titelgebenden, geheimnisvollen Kubus auf und zeigt ebenso, wie schwierig Ioris Kommunikation mit dem außerirdischen Objekt ist. Gleichzeitig baut der Manga vermeintlich alltägliche Situationen perfekt in die Geschichte ein, verknüpft sie mit einem leicht abgedrehten Stil und führt so zu unerwarteten Entwicklungen. Große Wendungen bleiben zwar vorerst aus, doch das stört angesichts der starken Konzentration auf die Figuren, ihre Entwicklung sowie die Darstellung des veränderten Alltags nicht. Wie bereits erwähnt, liegt der Fokus dabei auch auf der Interaktion von Iori, Phy, Ruri, Amadeus, Kozue und Minato.

Mit einer guten Portion Witz, ordentlicher Action und etwas Emotionen bietet Atrail Band 2 ausreichend Abwechslung und schafft zugleich eine Bindung an die Charaktere. Erreicht wird das zusätzlich mit ruhigeren und sanfteren Szenen, die der Beziehung bestimmter Akteure gewidmet sind. Zudem sorgen Rückblicke und Erklärungen für die nötigen Informationen, fallen aber nicht so ausschweifend aus wie im Vorgänger. Das letzte Kapitel des Manga bringt die Geschichte in vielerlei Hinsicht voran und liefert schließlich ein vielleicht etwas zu standardisiertes Ende, das trotzdem als kleiner Zusatz zum bereits durch die Geschichte bestehenden Interesse ausreicht, um zum Weiterlesen der Reihe zu animieren.

Fazit

Ohne die Richtung oder Erzählweise wirklich zu ändern, macht Atrail – Mein normales Leben in einer abnormalen Welt Band 2 einiges besser als der Vorgänger. Vor allem ist das der bereits bestehenden Grundlage aus dem Vorgänger zu verdanken. Große Erklärungen zu Setting, Welt, Charakteren, Atrail und anderen Elementen des Manga ist nicht mehr notwendig. Dadurch ist eine stärkere Konzentration auf den Ausbau der Geschichte, der allgemeinen Situation in der sich Iori befindet und der Entwicklung der Charaktere und ihrer Beziehungen zueinander möglich. Gerade das hat mir am zweiten Band gefallen, da so nicht nur mehr Abwechslung und Spannung aufkommt, sondern auch viel auflockernder Witz, ruhigere Alltags- und Figurenmomente sowie eine bessere Charakterdarstellung möglich sind. Auf diese Weise hat mich Band zwei schnell gefesselt und das, obwohl der Manga in der großen Geschichte von Atrail eher kleine Schritte voran macht. Das ist aber gut so, da das Aufzeigen der vorhandenen Details meiner Meinung nach wichtig ist, um sowohl eine Bindung an die Figuren zu erzeugen als auch die Geschichte weiterzuentwickeln. Vorhandene Genre-Standards sind mir geringer aufgefallen und haben mich nie gestört. Selbst das etwas klischeehafte Ende fügt sich gut ein und unterstreicht mein Interesse an der Fortsetzung. Ich möchte einfach wissen, wie es mit Iori und den anderen weitergeht und wie die Geschichte endet.

Kurzfazit: Atrail Band 2 legt den Fokus auf Charakter- und Storyentwicklung und bleibt dabei unerwartet alltäglich, ohne die Handlung zu sehr in den Hintergrund zu rücken und baut eine auflockernde Mischung aus Action und Humor ein.

Vielen Dank an altraverse für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Atrail – Mein normales Leben in einer abnormalen Welt – Band 2!

Details
Titel: Atrail – Mein normales Leben in einer abnormalen Welt – Band 2
Originaltitel: Atrail – Nisekaiteki Nichijo to Senmetsu Element
Genre: Science-Fiction
Verlag: altraverse
Story: Goro Taniguchi
Zeichnungen:  Akihiko Higuchi
Seiten: 200
Preis: 7,00 €
ISBN: 978-3-96358-087-1
Verlagsseite: Atrail – Mein normales Leben in einer abnormalen Welt – Band 2 bei altraverse
Erscheinungsdatum: 17. Januar 2019

© Goro Taniguchi / Akihiko Higuchi / Kadokawa / altraverse

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