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Mrz 15 2018

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Rezension: Nagi no Asukara – Vol. 1 (Blu-ray)

Nagi no Asukara Volume 1 erzählt mit sechs Episoden den Auftakt der 26-teiligen Romance-Serie in fantastischem Setting.

Das Dorf Shioshishio liegt ein Stück vor der Küste auf dem Meeresgrund. Hier leben die vom sogenannten Ena geschützten Meeresmenschen, die durch die zusätzliche Hautschicht unter Wasser atmen können. Zu ihnen gehören auch die vier Freunde Hikari, Minaka, Chisaki und Kaname. Als ihre Schule geschlossen wird müssen sie eine an Land besuchen. Bereits am ersten Tag werden die vier Meeresbewohner ausgeschlossen und erfahren die Abneigung einiger Landmenschen. Doch auch umgekehrt gibt es starke Vorurteile und Missgunst. Gemeinsam erleben die vier ihren neuen Alltag und müssen sich mit unbekannten Gesetzen ihres Dorfes, verbotener Liebe, ihren eigenen Gefühlen und der Schiffsparade auseinandersetzen. Zudem kommt Manaka, nachdem sie von ihrem Mitschüler Tsumugu gerettet wurde, ausgerechnet einem Landmenschen näher. Das belastet die Beziehung der vier Freunde, schafft aber auch unerwartete Annäherungen.

Leben unter Wasser

Bei Nagi no Asukara handelt es sich um eine dramatische Romance-Serie mit starken Slice-of-Life-Einflüssen in einem fantastischen Fantasy-Setting. Auffällig ist dabei von Anfang an die hervorragende Inszenierung. Dank der flüssigen Animationen, kommen die wunderschön gestalteten Umgebungen und Hintergründe gut zur Geltung und tragen maßgeblich zur malerischen Atmosphäre bei. Besonders die Szenen unter Wasser laden regelmäßig zum Träumen ein und zeigen gleichzeitig wie ähnlich sich die beiden menschlichen Gesellschaften sind. Vorurteile und Hass sind genauso auf beiden Seiten vorhanden wie Liebe, Zuneigung und Freundschaft. Hier spricht Nagi no Asukara realistische und aktuelle Themen, die als wichtiger Bestandteil in die Geschichte eingeflochten werden, an.

Im Mittelpunkt stehen die vier Mittelschüler Hikari, Manaka, Chisaki und Kaname, die seit ihrer Kindheit miteinander befreundet sind. Andere Meermenschen in ihrem Alter sind in den ersten sechs Episoden nicht zu sehen, was angesichts der Schulschließung und einiger anderer eingeworfener Fakten ein bitteres Bild des Erhalts der Unterwasserbevölkerung zeichnet. Nagi no Asukara verfügt in diesem Punkt über bisher nur angedeutetes Potenzial, das eng mit dem recht stark, aber nie zu präsenten, religiösen Themen verankert ist. So spielt der Meeresgott eine wichtige Rolle im Leben aller Menschen und ermöglicht den Bewohnern von Shioshishio vieles. Feuer oder Telefone unter Wasser wirken im ersten Moment seltsam, erhalten aber durch die göttliche oder zumindest spirituell-übersinnliche Seite zumindest eine oberflächliche Erklärung, so dass nicht lange darüber nachgedacht wird.

Neuer Alltag

Allzu sehr konzentriert sich Nagi no Asukara jedoch nicht darauf. Stattdessen liegt der Fokus auf dem Alltag der vier Protagonisten sowie einiger weiterer wichtiger Figuren wie Tsumugu oder Hikaris Schwester Akari. Allgemein wird recht früh in der Serie deutlich, dass über allem die Zwischenmenschlichen Gefühle der Charaktere und allem voran die Liebe schwebt. Egal ob es nun die Empfindungen der vier Freunde untereinander oder Akaris Situation angeht, stets sorgen tiefe Bindungen für Probleme und werden etwas übertrieben dramatisiert vorangetrieben. Hier zeigt Nagi no Asukara gleichzeitig eine Stärke aber auch wichtige Schwäche. Viel zu schnell verliert sich die Serie in den Liebesthematiken, lässt anderes in den Hintergrund treten und opfert sogar die Charakterdarstellung und -entwicklung in manchen Szenen dem großen Liebesdrama. Das ist überaus bedauerlich, da auf diese Weise vorhandenes Potenzial auf der Strecke bleibt.

Insgesamt betrachtet verfügt Nagi no Asukara nicht nur über ein interessantes Setting, sondern auch eine grundsätzlich spannende, gut erzählte Geschichte sowie ordentlich charakterisierte und nachvollziehbare Figuren. Zwar sind letztere nicht immer sympathisch und gerade Hikari kann mit seiner Art schnell nerven, doch dadurch zeigt sich gleichzeitig wie menschlich die Akteure zum Teil sind. Leider ist das stark von den jeweiligen Szenen abhängig und immer wieder scheint es so, dass manche Reaktionen ausschließlich erfolgen, um Konflikte zu schaffen oder auf sanfte Weise wieder aufzulösen. Dass gleichzeitig einige Charaktere schnell in Selbstmitleid und -zweifeln zu ertrinken scheinen, mag angesichts mancher Ereignisse vielleicht nachvollziehbar sein, wirkt aber viel zu übertrieben, kann anstrengend sein und sorgt für noch mehr Drama, das nicht immer notwendig ist und der Geschichte sowie den Figuren schadet. Misslungen ist Nagi no Asukara trotzdem nicht. Dafür schafft es die Romance-Serie zu gut zu faszinieren und unterhalten. Immer wieder sorgen die malerisch-schönen Umgebungen – egal ob unter Wasser oder an Land – für optischen Genuss. Gleichzeitig sind es trotz all ihrer Schwächen und teilweise etwas zu blassen Darstellung die Charaktere, die es schaffen, die Geschichte zu tragen und interessant sowie spannend zu halten. Besonders der ab Episode 2 beginnende Handlungsstrang um Akari, der parallel immer wieder mit dem Alltag der Protagonisten verflochten wird, kann überzeugen. Somit schafft es Nagi no Asukara die eigenen Schwächen ausreichend zu relativieren, um bei Laune zu halten. Ob das jedoch auch über die noch kommenden zwanzig Episoden so bleibt, muss sich erst noch zeigen.

In der deutschen Umsetzung zeigen sich leider weitere Schwachstellen, da nicht alle Synchronsprecher überzeugen können. Sind manche Stimmen wie etwa bei den erst neunjährigen Miuna und Sayu schlichtweg zu alt, wirken andere Dialoge etwas zu hölzern oder überbetont. Das gilt natürlich nicht für alle Charaktere und Sprecher und meist fallen die Schwächen nicht so sehr ins Gewicht, so dass der reine Unterhaltungswert von Nagi no Asukara nur selten getrübt wird.

Fazit

Nagi no Asukara hat mich alleine schon wegen des Settings und der wunderschönen Unterwasserwelt interessiert und schnell in die Atmosphäre hineingezogen. Das reicht leider nicht aus, um die offensichtlichen Makel hinsichtlich der Überdramatisierung, etwas blassen Charaktere und ihrer Darstellung sowie der zwar noch unbedingt vorhersehbaren, aber auch nicht überraschenden Entwicklungen gänzlich auszugleichen. Dennoch haben mich die ersten sechs Episoden von Volume 1 gut unterhalten und das Interesse an Geschichte und Figuren erhalten. Schade finde ich allerdings, dass viele Sympathiewerte durch manche nicht nachvollziehbare oder unpassende Reaktionen sowie die übertrieben dargestellten Gefühle verloren gehen. Dass Hikari, Manaka, Chisaki, Kaname, Tsumugu und andere wichtige Figuren trotzdem funktionieren und die Geschichte tragen können, liegt stark an Handlungsentwicklungen sowie dem Zusammenspiel des Ensembles. Außerdem zeigt Nagi no Asukara sowohl bei den Charaktere und der Geschichte als auch dem Fantasy-Setting noch Potenzial, das zwar teilweise bereits auf der Strecke bleibt, aber hoffentlich dabei hilft, dass die Serie auch noch bei den kommenden zwanzig Episoden interessant und unterhaltsam bleibt. Genre-Fans, die zu viel Drama nicht scheuen, sollten einen Blick wagen.

Kurzfazit: Nagi no Asukara fasziniert mit malerischen Umgebungen und einem schönen Setting, leidet aber unter überdramatisierten Romantik-Elementen und etwas blassen, aber grundsätzlich gelungenen Figuren.

Vielen Dank an KSM Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Nagi no Asukara – Vol. 1!

Details
Titel: Nagi no Asukara – Vol. 1
Originaltitel: Nagi no asukara
Genre: Romantik, Drama
Regie: Toshiya Shinohara
Studio: P.A. Works
Produktionsjahr: 2013
Laufzeit: ca. 142 Minuten
Sprachen: Deutsch (DTS-HD MA 5.1), Japanisch (DTS-HD MA 2.0)
Untertitel: Deutsch
Extras: Trailer, Bildergalerie
Herkunftsland: Japan
Altersfreigabe: ab 6
Erscheinungstermin: 15. März 2018
Herstellerseite: Nagi no Asukara – Vol. 1 bei KSM Anime

Copyright P.A. Works / KSM Anime

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