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Nov 16 2016

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Rezension: Yosuga no Sora – Vol. 1: Das Kazuha Kapitel (Blu-ray)

yosuga-no-sora-vol-1-coverMit Yosuga no Sora Volume 1 erscheint am 18. November die erste Veröffentlichung von AniMoon Publishing.

Nach dem tragischen Tod ihrer Eltern bei einem Autounfall, ziehen die Zwillinge Haruka und Sora Kasugano in die Residenz ihrer verstorbenen Großeltern, um sich dort ein neues Leben aufzubauen. Dort haben die beiden bereits in Kindheitstagen viel Zeit verbracht, dennoch zeigt sich Sora wenig begeistert von der ländlichen Umgebung und weigert sich anfangs auch zur Schule zu gehen. Ihr Bruder Haruka hingegen möchte ihr so gut es geht zur Seite stehen, beginnt aber gleichzeitig auch das neue Leben in dem kleinen Ort. So begegnet er in seiner neuen Schule alten Bekannten aus seiner Kindheit und lernt auch neue Freunde kennen. Darunter die Nachbarstochter Nao Yorihime, das Schreinmädchen Akira Amatsume, die Tochter aus gutem Hause Kazuha Migiwa und der etwas draufgängerische Ryouhei Nakazato. Durch die gemeinsame Zeit lernt Haruka die verschiedenen Personen besser kennen und kommt Kazuha näher, wodurch er auch von ihren familiären Problemen sowie der engen Bindung des Mädchens zu Akira erfährt.

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Verschiedene Routen

Die auf einem gleichnamigen Visual-Novel-Spiel basierende Serie Yosuga no Sora erzählt in unterschiedlichen Routen mehrere alternativ ablaufende Liebesgeschichten in deren Mittelpunkt stets Haruka Kasugano steht. AniMoon Publishing hat sich bei der Erstveröffentlichung für einen ungewöhnlichen Weg entschieden und bringt die 12 Episoden auf vier Volumes, die sich jeweils einer kompletten Route der Geschichte widmen. So erzählt Volume 1 das Kazuha-Kapitel und trägt deshalb auch den entsprechenden Untertitel. Dadurch ist klar, wer neben Haruka und Sora im Mittelpunkt der vier Auftaktepisoden von Yosuga no Sora steht.

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Dabei dient die erste Episode als Einstieg in die Serie. Passend dazu werden die beiden wichtigsten Protagonisten – Haruka und Sora – sowie die Ausgangslage der Geschichte vorgestellt. Auch die wichtigen Nebenfiguren, allen voran die alternativen Liebschaften von Haruka, werden eingeführt. Erst danach beginnt sich die Geschichte langsam zu teilen, bis sie sich in den Episoden drei und vier schließlich auf die Beziehung von Haruka zu Kazuha Migiwa konzentriert. Durch diese Vorgehensweise rücken zahlreiche andere Figuren deutlich in den Hintergrund und nur für die Handlung relevante Charaktere wie Sora oder Akira bleiben größere Rollen vorbehalten.

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Holpriger Weg

Gänzlich neu ist das Konzept nicht und sicherlich den verschiedenen Möglichkeiten der Vorlage geschuldet. Grundsätzlich ist der Ansatz interessant und ermöglicht in mehreren Kurzgeschichten kleine, aber schöne Liebesgeschichten zu erzählen. Leider funktioniert das nicht so gut, wie es mit ein oder zwei Episoden mehr pro Route hätte werden können. Die Erzählweise ist holprig und die Beziehung zwischen Haruka und Kazuha scheint sehr schnell und plötzlich intensiver zu werden. Das schadet ein wenig der Glaubwürdigkeit, ist aber auch der nicht immer gelungenen Vermittlung vom Fortschreiten der Zeit geschuldet. So wird beispielsweise nur nebenbei erwähnt, dass zwischen zwei Ereignissen bereits eine Woche vergangen ist.

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Dennoch kann Yosuga no Sora zum Auftakt durchaus unterhalten. Das liegt zu einem gewissen Teil an den zwar etwas stereotypischen, aber dennoch sympathischen Figuren. Besonders Akira und Kazuha – die im Zusammenspiel für amüsante Szenen, aber auch leichte Andeutungen von Yuri-Elementen sorgen – können überzeugen. Wie wichtig das ist, zeigt sich daran, dass man Interesse am Schicksal beider Mädchen entwickelt und die problematische Verbindung der beiden sowie Kazuhas angespannte Beziehung zu ihrem Vater gerne verfolgt. Hierbei entsteht weitaus mehr Spannung als bei der vorhersehbaren Liebesgeschichte zwischen Haruka und Kazuha.

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Leichte Kontroverse

AniMoon Publishing bezeichnet Yosura no Sora selbst als den „wahrscheinlich umstrittensten Anime aller Zeiten“. Die Gründe dafür sind offensichtlich, da die Serie auf erotische und sexuelle Elemente setzt, ohne dabei dem Ecchi- oder Hentai-Genre zugeordnet zu werden. Neben einigen wenigen natürlich wirkenden und meist gut eingebundenen Momenten, in denen Charaktere wie Akira, Kazuha oder Nao nackt zu sehen sind, dürften es gerade die etwas intensiveren Szenen sein, die den Werbespruch unterstützen. So gibt es nicht nur in einer der Bonus-Episoden, die als Zugabe nach jeder Folge einen Teil der Geschichte rund um die Dienstmagd Motoka erzählen, eindeutig sexuelle Anspielungen, auch in der Serie selbst sind entsprechende Elemente zu sehen. Diese werden nie zu explizit oder pornografisch, so dass eine wirkliche Kontroverse ausbleibt. Weit mehr ist das bei der Beziehung von Haruka und Sora zu erkennen. Die Zwillinge haben eine eindeutig enge Bindung zueinander, die über Geschwisterliebe hinaus geht. Deshalb überrascht es wenig, dass die finale und längste Storyline der Serie sich genau darum dreht. In wie weit die Inzest-Thematik dabei ausgebaut wird, zeigt sich allerdings erst in den finalen Episoden auf Volume 4.

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Yosuga no Sora kann optisch durchaus überzeugen. Die Animationen sind gelungen, detailreich und flüssig und setzen die schön designten Charaktere gut um. Allgemein gefällt das Aussehen der Figuren, da diese bodenständig und natürlich wirken und dennoch genug Eigenheit besitzen, um mögliche Verwechslungen zu verhindern. Dem schließt sich die ordentliche und ohne Patzer daherkommende musikalische Untermalung an. Das gilt leider nicht vollständig für die deutsche Synchronisation. Insgesamt ist diese gelungen und bei keinem wichtigen Charakter zeigen sich große Schwächen. Dennoch überzeugen die Sprecher nicht immer und einige Dialoge wirken etwas emotionslos. Zum Glück fällt das im Gesamten nur minimal auf, so dass die Serie dadurch nicht getrübt wird.

Fazit

Yosuga no Sora gehört in die Kategorie der Romance-Drama-Serien und verbindet das mit erotischen Elementen. Wirklich sentimental oder bewegend ist die Geschichte rund um Haruka, Sora und seine erste Liebschaft Kazuha allerdings nicht. Dennoch konnten mich die ersten vier Episoden unterhalten, aber nicht begeistern. Die Geschichte von Akira und Kazuha sowie die damit verbundenen Familienprobleme sind weitaus interessanter, als die vorhersehbare Beziehung von Haruka und dem Mädchen aus gutem Haus. Zugleich lernt man jedoch auch die zentralen Figuren der kommenden Storylines kennen, wodurch das Interesse geweckt ist, da sich hier scheinbar weitere interessante Verwicklungen und Problematiken verbergen könnten. Dadurch ergibt sich das Potenzial, dass Yosuga no Sora in den verschiedenen Routen diverse Themen anspricht und aufdeckt und erst alle Episoden zusammen zeigen alle vorhandenen Verbindungen. Ob die Serie diese Möglichkeit nutzt, bleibt jedoch abzuwarten. Dass auch auf Erotik gesetzt wird, stört mich persönlich nicht, auch wenn die leichten sexuellen Szenen in dieser Form nicht nötig gewesen wären. Immerhin schaden sie der Serie auch nicht. Alles in allem ist Yosuga no Sora Volume 1 ein grundsolider Auftakt einer durchaus interessanten Serie, die sich Genre-Fans ruhig einmal näher ansehen können.

Kurzfazit: Solider Auftakt einer Drama-Romance-Serie, die eine interessante, aber vorhersehbare erste Liebesgeschichte erzählt, zugleich aber auch Potenzial zeigt und kurzweilige Unterhaltung bietet.

Vielen Dank an AniMoon Publishing für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Yosuga no Sora – Vol. 1!

Details
Titel: Yosuga no Sora – Vol. 1
Genre: Drama, Romantik
Regie: Takeo Takahashi
Studio: feel.
Produktionsjahr: 2010
Laufzeit: ca. 103 Minuten
Sprachen: Deutsch, Japanisch (DTS HD Master Audio 2.0)
Untertitel: Deutsch
Herkunftsland: Japan
Altersfreigabe: ab 16
Erscheinungstermin: 18. November 2016
Herstellerseite: AniMoon Publishing

Bilder Copyright feel. / AniMoon Publishing

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