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Jun 24 2016

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Rezension: The Rolling Girls – Vol. 1 (Blu-ray)

the-rolling-girls-vol-1-coverIn The Rolling Girls wartet auf die vier Protagonistinnen ein bunter Road-Trip in einer skurrilen Zukunftsversion von Japan.

Nach dem Ende des „Großen Kriegs von Tokyo“ hat sich Japan in zehn unabhängige Nationen aufgeteilt. Beschützt werden diese von Bürgerwehren, deren Mitglieder als Mob bezeichnet werden, während die Anführer als Mosa bekannt sind. Zu diesen Mosas gehören auch Kuniko Shigyo und Matcha Green, hinter deren Maske sich Masami Utoku verbirgt. Die junge Nozomi Moritomo möchte ihrer Freundin Masami unbedingt helfen und schließt sich deshalb deren Mob an. Dadurch gerät sie aber, wie auch ihre Kameraden, in Gefahr. Bedroht von Kuniko Shigyo und ihrem Mob, ist Masami gezwungen erneut gegen die verfeindete Mosa zu kämpfen. Dabei werden beide Frauen schwer verletzt und müssen ins Krankenhaus. Ausgeschaltet und nicht mehr in der Lage zu kämpfen, beschließt Nozomi als Vertretung von Matcha Green Aufträge auszuführen und bricht deshalb mit dem Motorrad ihres Vaters zu einer Reise auf. Dabei erhält sie unerwartete Begleitung von Yukina Kosaka, Ai Hibiki und der ersten Auftraggeberin Chiaya Misono. Gemeinsam machen sich die vier daran den Menschen zu helfen und die mysteriösen Steine des Mondlichts zu finden.

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Bunte Zukunftsvision

Die zwölfteilige Serie The Rolling Girls, deren ersten vier Episoden den Auftakt in Volume eins bilden, ist angesiedelt in einer farbenfrohen, abgedrehten Zukunftsvariante von Japan. Das Land hat sich nach einem Krieg in zehn Nationen aufgeteilt, die von Bürgerwehren beschützt werden. Schon zu Beginn der Serie wird der Konflikt zwischen Matcha Green und Kuniko Shigyo gezeigt. Dabei tritt die in einem Kostüm steckende und ihre wahre Identität verbergende Masami Utoku als Superheldin Matcha Green für Frieden ein. Dennoch zeigt sich schnell, dass The Rolling Girls keineswegs versucht realistisch zu sein. Stattdessen verfügen die Mosas über Superkräfte und während ihrer Kämpfe kracht es gewaltig. Kraftvolle Schläge, die Gegner Meter hoch in die Luft schleudern oder riesige Krater gehören genauso dazu wie Druckwellen, die die Mobs durch die Gegend wirbeln. Dass dabei auch die einfachen Mitglieder nicht ernsthaft verletzt werden, zeigt zusätzlich die Art wie The Rolling Girls mit Realismus umgeht.

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Das stört aber nicht, da die bunte und actionreiche Inszenierung der Kämpfe überaus gelungen ist und perfekt zur restlichen Serie passt. The Rolling Girls präsentiert keine düstere, ernste Version eines zerstörten Japans. Statt dessen ist die Welt farbenfroh und voller fröhlicher Menschen. Selbst die als mögliche Bösewichte und Gegenspieler aufgebauten Figuren, zeigen schnell andere Seiten und wirken dadurch weit weniger bedrohlich oder finster. Das sorgt in den ersten vier Episoden für eine lockere, fröhliche Atmosphäre, die durch Skurrilität und einen großen Sympathie-Bonus unterhält. Für letzteren sorgen die agierenden Charaktere. Egal ob Masami Utoku, andere Nebenfiguren oder die vier Protagonistinnen Nozomi Moritomo, Yukina Kosaka, Ai Hibiki und Chiaya Misono, alle haben ihre Eigenarten und sind auf die eine oder andere Art liebevoll. Selbst wenn sie sich zum Teil erst unfair oder hart verhalten, sind es die versteckten Seiten, die Verständnis wecken.

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Abgedrehtes Japan

Interessant ist, dass die vier eigentlichen Protagonistinnen erst mit der Zeit langsam in den Mittelpunkt rücken. So spielt Nozomi zwar bereits in der ersten Episode eine wichtige Rolle, doch richtig los geht es erst am Ende von Episode zwei. Zuvor nutzen die Macher die Zeit, um das zukünftige Japan sowie einige relevante Nebencharaktere und die Heldinnen selbst vorzustellen und einzuführen. Das geschieht – wie beispielsweise bei Ai – eher nebenbei. Dennoch ist auch ohne einen Blick auf das Cover recht schnell klar, welche Mädchen aufbrechen, um gemeinsam mit ihren Motorrädern und Rollern anderen Menschen zu helfen.

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Zum Teil liegt das am Charakterdesign, aber auch an der Art wie sie auftreten und aus der Masse hervorstechen, ohne die Nebenfiguren zu sehr zu überstrahlen. Denn auch bei diesen gibt es einige Highlights. Wo sonst findet sich ein Kerl, der die ganze Zeit eine Krokodils-Kopf-Maske trägt und von allen nur Krokodil genannt wird. Sogar ganze Nationen fallen unter bestimmte Themen, so treten in Tokyo viele in Cosplay-Kostümen auf und auch Nozomi, Yukina, Ai und Chiaya erhalten bei ihrer Ankunft dort Umhänge, um sich entsprechend kleiden zu können. Es ist diese abgedrehte Andersartigkeit, die als Szenario von The Rolling Girls hervorsticht und einen überaus amüsanten Rahmen für die Abenteuer der vier Mädchen bietet. Alleine dadurch wird es interessant zu beobachten wie skurril der Roadtrip letztlich ausfällt.

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Das die vier Mädchen bei so viel Abgedrehtheit nicht hervorstechen, liegt wohl auch an ihren Persönlichkeiten, die zwar zum Teil Klischees entsprechen, aber perfekt zu ihnen passen und zu einer interessanten Gruppe führen. Nozomi ist beispielsweise Gewissenhaft und möchte unbedingt ihrer Freundin Masami helfen, während Ai recht wild und draufgängerisch ist. Alle vier Protagonistinnen verfügen über liebenswerte Eigenheiten, die für witzige Momente sorgen. Zudem wird glaubhaft vermittelt dass sie, obwohl sie sich noch nicht lange kennen, trotzdem zusammenhalten und langsam als Gruppe zusammenwachsen.

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Besondere Steine

Interessant sind auch die von Nozomi als Steine des Mondlichts bezeichneten Juwelen, die Chiaya suchen möchte, weil sie, diese so schön findet. Auffällig ist, dass auch die Präsidentin von Tokorozawa hinter den Steinen her ist. Im Verlauf des ersten Abenteuers von Nozomi, Yukina, Ai und Chiaya in Tokyo wird deren Bedeutung immer deutlicher und es zeichnet sich ab, dass sie eine wichtige Rolle innerhalb der weiteren Handlung von The Rolling Girls einnehmen werden. Dabei stört nicht, dass Volume eins zwar mit offenen Fragen aber ohne richtigen Cliffhanger endet, da alleine die Reise von Nozomi, Yukina, Ai und Chiaya das Interesse am weiteren Verlauf der Serie weckt.

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Optisch stechen bei The Rolling Girls immer wieder die farbenfrohen, knalligen Effekte hervor, die genauso wie das bunte Gesamtbild der Serie durch das 1080p-Bild der Blu-ray gut zur Geltung kommen. Besonders die actionreichen Kämpfe sind schön in Szene gesetzt und präsentieren sich angenehm übertrieben. Amüsant ist dabei, dass die Gewalt durch die effektvolle Darstellung deutlich an Ernsthaftigkeit verliert und zum Teil schon etwas lächerlich wirkt. Zudem liefert Studio Wit hervorragende Animationen, die den Charakteren und ihrem tollen Design zu Gute kommen. Immer wieder gibt es amüsante Einsätze von Mimik und Gestik, die perfekt zur Abgedrehtheit der Serie passen. Auffällig sind außerdem die schönen Hintergründe, die teilweise wie Aquarell-Gemälde erscheinen. Unterstützt wird das alles von einem tollen Soundtrack, bei dem besonders Intro und Outro zu gefallen wissen. In Sachen Synchronisation kann The Rolling Girls ebenfalls überzeugen. Die Stimmen sind weitgehend gut gewählt und alle Sprecher wirken professionell.

Fazit

The Rolling Girls ist in manchen Punkten vielleicht nichts Besonderes und kann sich nicht mit jeder anderen Anime-Serie messen, doch das was die Serie sein möchte, setzt sie nahezu perfekt um: Skurrile, leichtgängige Unterhaltung. Die dabei aufgezeigte Zukunftsvision ist abgedreht und farbenfroh, wodurch selbst die Kämpfe zwischen den Mosas an Ernsthaftigkeit verlieren. Das passt perfekt zur übertriebenen Art jener Konfrontationen und der Aktionen, die darin zum Einsatz kommen. Es ist angenehm, dass statt irgendeiner übermächtigen Kämpferin vier junge Mädchen im Mittelpunkt stehen, die noch ihren Weg suchen und deshalb zu einem Roadtrip aufbrechen. Jede hat ihre eigenen Beweggründe für die Reise, doch schnell ist klar, dass Nozomi, Yukina, Ai und Chiaya ein tolles Protagonistenensemble ergeben, das nicht nur liebevoll und sympathisch ist, sondern das man gerne begleitet. Sie sind eine der größten Stärken von The Rolling Girls und fügen sich hervorragend in das skurrile Japan ein, das sie auf ihren Motorrädern befahren wollen. Anime-Fans die sich an farbenfroher Skurrilität nicht stören und fröhlich-leichte Action-Science-Fiction-Unterhaltung suchen, sind bei The Rolling Girls richtig.

Kurzfazit: Hevorragender Auftakt einer sympathischen Geschichte, die vier liebenswerte Mädchen auf eine Abenteuerreise durch ein abgedrehtes und buntes Japan führt.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Rolling Girls – Vol. 1!

Details
Titel:  The Rolling Girls – Vol. 1
Genre: Action, Fantasy/Science-Fiction
Regie: Kotomi Deai
Studio: Studio Wit
Produktionsjahr: 2015
Laufzeit: ca. 100 Minuten
Sprachen: Deutsch, Japanisch (DTS-HD MA 2.0)
Untertitel: Deutsch
Herkunftsland: Japan
Altersfreigabe: ab 12
Erscheinungstermin: 29. April 2016
Herstellerseite: The Rolling Girls – Vol. 1 bei Kazé Anime

Bilder Copyright Studio Wit / Kazé Anime

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