Vorschau: Castlevania: Belmont’s Curse

Eine neue Belmont tritt Mitte Oktober in Castlevania: Belmont’s Curse an, um Paris vor unbekannten Schrecken zu befreien.

In knapp zwei Wochen, am 15. Oktober 2026, endet für Castlevania-Fans eine lange Wartezeit. Mit Castlevania: Belmont’s Curse erscheint der erste neue Teil der Reihe seit dem 2014 veröffentlichten Castlevania: Lords of Shadow 2. Seit dem sind zwar verschiedene ältere Teile in Collections neu aufgelegt worden und 2024 hat das Arcade-Game Haunted House aus dem Jahr 1987 im Zuge der Castlevania Dominus Collection ein Remake erhalten, einen wirklich neues Castlevania hat es aber seit rund zwölf Jahren nicht gegeben. Umso gespannter blicken Castlevania-Fans auf Belmont’s Curse, das mit Rose Belmont, Tochter von Castlevania-III-Held Trevor Belmont, eine neue Figur vorstellt. Bereits vor der Veröffentlichung des 2D-Metroidvania-Action-Adventures gewährt eine Demoversion einen ersten Eindruck von Roses Abenteuer im Paris des Jahres 1499.

Heimgesuchtes Paris

Castlevania: Belmont’s Curse ist eine längere Zeit nach den Ereignissen von Castlevania III angesiedelt. Trevor Belmont wird vom Bischof von Paris gebeten, die französische Hauptstadt von den Schrecken zu befreien, die in den Straßen umherziehen. Ein Monster, das die Seelen der Menschen verschlingt und andere Übel verbreiten Angst und Schrecken. Aber Trevor ist nicht wie angenommen der letzte des Vampirtöter-Clans Belmont. An seiner Seite ist seine mittlerweile erwachsene Tochter Rose, die alleine loszieht, um sich den Monstern zu stellen, während ihr Vater den Bischof aufsucht. Mit Rose erhält Belmont’s Curse eine neue Protagonistin, die bereits in den ersten Minuten Interesse weckt. Als Tochter von Trevor ist sie eng mit der Geschichte des dritten Teils verbunden. Zudem plagt Rose ein geheimnisvoller Fluch, der ihren rechten Arm befallen hat. Und dann sind da noch die magischen Tarotkarten ihrer bereits verstorbenen Mutter, auf die bewusst nicht näher eingegangen wird, auch wenn Castlevania-Fans ahnen können, um wen es sich handelt.

Kaum ist die erste, sehr stimmungsvolle Zwischensequenz abgeschlossen, stellt sich heraus, dass sich das 2D-Gameplay unglaublich flüssig und gut anfühlt. Das gilt sowohl für die Switch 2 als auch die PlayStation 5, deren Demoversionen für diese Vorschau vollständig durchgespielt wurden. Rose lässt sich filigran bedienen und schon nach kurzer Zeit ist es ein Leichtes, mit ihr anzugreifen, auszuweichen, nach vorne zu rutschen, zu springen und einen Feuerball zu wirken. All das wird elegant miteinander verbunden, um die bald auftauchenden Untoten zu beseitigen und möglichst keinen Schaden zu nehmen. Sollte doch einmal ein Gegner treffen, lassen sich die verlorenen Lebenspunkte mit einem Heiltrank wieder auffüllen. Das geht allerdings nicht einfach per Tastendruck. Stattdessen müsst ihr die vordere, linke Schultertaste einen kleinen Moment halten. Das kostet wichtige Sekunden und kann über Leben und Tod entscheiden – besonders beim Bosskampf fällt das auf.

Fordernd und fließend

Ein Soulslike ist Belmont’s Curse glücklicherweise nicht. Trotzdem setzt das Metroidvania auf einen durchaus fordernden, wenn auch fairen Schwierigkeitsgrad. Selbst normale Gegner teilen ordentlich Schaden aus und können bei Unachtsamkeit zum Problem werden. Wirklich knackig wird es jedoch beim Kampf gegen den früh auftretenden ersten Boss. Die Auseinandersetzung ist fantastisch umgesetzt und überaus motivierend. Zudem ist die Lernkurve deutlich spürbar. Hatte ich bei meinem ersten Versuch noch Probleme, hat sich bereits bei meinem zweiten Kampf gezeigt, dass ich den Boss besser verstanden habe, bevor ich ihn schließlich beim dritten Anlauf bezwingen konnte. Beim erneuten Durchspielen der Demoversion auf der PlayStation 5 konnte ich die Erfahrungen der Switch-2-Demo nutzen und den Boss sogar direkt besiegen. Daran zeigt sich sehr gut, wie gut der Spielablauf gestaltet ist und wie gekonnt Gameplay und Schwierigkeitsgrad ineinander greifen.

Dazu trägt Roses bereits erwähnte filigrane Bewegung viel bei. Das zeigt sich auch an der Peitsche, die relativ früh freigeschaltet wird. Allerdings handelt es sich dabei um keine Waffe, Rose kämpft mit einem Schwert, sondern um ein zusätzliches Werkzeug. Mit Hilfe der Peitsche kann sich Rose an bestimmte Punkte heranziehen oder an Ringen entlang schwingen. Sogar zu Gegnern könnt ihr euch geschwind begeben und dabei einen schnellen Angriff ausführen. Damit ist die Peitsche fast wie ein Enterhaken aus anderen Action-Adventures – und fühlt sich zudem wirklich gut an. Die geschmeidigen Bewegungen und die hervorragende Spielbarkeit lassen erahnen und hoffen, dass Rose mit weiteren Fähigkeiten und Werkezeugen noch eleganter durch die Umgebungen gleitet. Zwar lässt sich aktuell nur erahnen, was eventuell möglich ist, doch das grundlegende Gameplay und die Peitsche sind vielversprechend und bieten viel Spielspaß beim Durchstreifen von Paris.

Magische Tarotkarten

Doch Rose setzt nicht nur auf Schwert und Peitsche. Direkt zu Spielbeginn kann sie auf einen ersten Zauber, einen Feuerball, zugreifen. Dieser ist ebenfalls gut in die Steuerung eingeflochten und geht locker von der Hand. Beim Wirken von Zaubern werden Magiepunkte verbraucht, die sich etwa durch das Besiegen von Gegnern oder finden entsprechender Gegenstände wieder auffüllen. Gleichzeitig mit der Peitsche, erlangt Rose den Zauber Heiliges Kreuz, der ein wenig an eine etwas größere Variante der Kreuz-Zweitwaffe aus früheren Castlevania-Spielen erinnert. Bei diesem wirft Rose ein großes Kreuz, das Gegner durchdringt und nach einem bestimmten Weg oder sobald es eine Wand trifft, zu Rose zurückkommt.

Eine Besonderheit der Zauber ist, dass diese mit Segnungen zusätzliche Effekte erhalten könnten. Freigeschaltet werden die Verbesserungen, indem bestimmte Voraussetzungen, die jederzeit einsehbar sind, erfüllt werden. Eine simple, aber interessante und motivierende Methode, um den Einsatz der Zauber zu belohnen. Insgesamt wird es über zehn Zauber geben, womit einiges an Vielfalt geboten wird. Die Zauber sind dabei mit dem Tarotset von Roses Mutter, das eng in die Geschichte eingeflochten ist, verbunden. Auch wird Rose mit der Zeit unterschiedliche Waffen erhalten. Natürlich sammelt sie auch Erfahrungspunkte, steigt im Level auf und wird dadurch mit der Zeit stärker.

Dichte Atmosphäre

Peitschenverbesserungen, das gut eingebundene Tarotset, die Geheimnisse von Paris, der Fluch der auf Rose lastet und vieles mehr stimmen bereits früh neugierig. Zusätzlich weiß Belmont’s Curse mit einer dichten Atmosphäre zu fesseln und begeistern. Wie es sich für ein Castlevania gehört, ist das 2D-Metroidvania düster und setzt auf klassischen Gotik-Horror. Gleichzeitig ist der comichafte, etwas bunte Grafikstil überaus stimmungsvoll und wunderschön. Vorder- und Hintergrund strotzen nur so vor Details, während Paralax-Scrolling und zahlreiche Effekte dafür sorgen, dass die Atmosphäre gut zur Geltung kommt, wozu der großartige Soundtrack ebenfalls viel beiträgt. Ebenso stimmig sind die Charakter- und Gegnerdesigns. Besonders in Dialogen, die fantastisch auf englisch oder wahlweise japanisch vertont und von deutschen Untertiteln begleitet werden, wissen die Figuren zu gefallen.

 

Zudem läuft Belmont’s Curse jederzeit absolut flüssig. Auf der Switch 2 werden sogar sechzig Bilder pro Sekunde erreicht – und das obwohl es keine dedizierte Switch-2-Version gibt. Stattdessen erscheint Belmont’s Curse ausschließlich für die erste Switch, profitiert auf der Switch 2 aber von den Möglichkeiten der Konsole. Nur bei der Grafik sind im direkten Vergleich mit der PlayStation 5 Abstriche hinzunehmen. So sind Kanten nicht ganz so glatt und die Auflösung am Fernseher ist offensichtlich niedriger. Im Handheld-Modus fallen die grafischen Abstriche minimal stärker auf, doch auch hier sieht das Action-Adventure wirklich gut aus und läuft jederzeit flüssig ohne Einbußen bei der Bildwiederholrate. An der Atmosphäre und der wunderschönen Grafik ändert das aber wenig. Kann Belmont’s Curse den technischen Ersteindruck halten, wartet auf Fans am 15. Oktober ein Genre-Hit und eine fulminante Rückkehr der Castlevania-Reihe – beim Gameplay gibt es kaum Grund zur Annahme, dass es hieran scheitert.

Prognose

Lange mussten Castlevania-Fans auf einen neuen Teil warten. Da ich mich seit der Ankündigung sehr auf Castlevania: Belmont’s Curse freue und gespannt bin, wie der neue 2D-Ableger der Reihe wird, musste ich die Demoversion nach Veröffentlichung sofort spielen. Erst auf der Switch 2 und dann aus Neugier angesichts der Unterschiede auch auf der PlayStation 5. Abgesehen von kleineren grafischen Unterschieden, sieht das 2D-Metroidvania auf beiden Konsolen wunderschön aus, strotzt vor dichter Atmosphäre und läuft absolut flüssig. Bleibt zu hoffen, dass das auch für die Vollversion gilt. Beim Gameplay hat mich Belmont’s Curse schon nach wenigen Minuten gepackt. Es fühlt sich fantastisch an, mit Rose die 2D-Umgebungen zu durchstreifen und Gegner zu bezwingen. Besonders beim durchaus knackigen Bosskampf fallen die vielen Feinheiten, die Steuerung und Gameplay ermöglichen, auf. Diese werden durch die Peitsche dann auch noch weiter verfeinert. Angesichts dessen bin ich bereits gespannt, welche Möglichkeiten Rose im Zuge ihres Abenteuers noch erhält – und selbst wenn es bei den bisherigen Fähigkeiten bleibt, kann das Leveldesign so manche filigrane Bewegung ermöglichen. Zusätzlich motiviert mich Belmont’s Curse mit dem knackigen, aber fairen Schwierigkeitsgrad bei dem es eine gute Lernkurve gibt – und das Metroidvania ist in der Demo bei weitem nicht so fordernd, wie ich im Vorfeld befürchtet habe. Die Geschichte fängt ebenfalls spannend an und nach der Demo hätte ich am liebsten sofort weitergespielt, weshalb ich die Veröffentlichung am 15. Oktober kaum noch erwarten kann. Castlevania- und Genre-Fans sollten Belmont’s Curse unbedingt im Blick behalten.

Kurzprognose: Geschmeidig, fordernd, motivierend und atmosphärisch präsentiert sich das neue 2D-Castlevania bereits im Vorfeld der Veröffentlichung und hinterlässt damit einen fantastischen Ersteindruck. Das Potential für einen Genre- und Reihen-Hit ist vorhanden!

Details
Titel: Castlevania: Belmont’s Curse
Genre: Metroidvania, Action-Adventure
Publisher: Konami
Entwickler: Evil Empire
Spieler: 1
Syteme: Switch, PlayStation 5, Xbox Series X|S, PC
Altersfreigabe: 16
Erscheinungsdatum: 15. Oktober 2026

© Konami Digital Entertainment

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