Rezension: Masters of the Universe

Fünfzehn Jahre nach seiner Flucht von Eternia, kehrt Prinz Adam in Masters of the Universe auf seinen Heimatplaneten zurück und muss sich Skeletor stellen.

In den 1980er-Jahren wurde die Zeichentrickserie Masters of the Universe entworfen, um das von Hasbro produzierte Spielzeug rund um den muskulösen He-Man und seine Gefährten zu vermarkten. Schnell erlangten die Helden von Eternia und ihr Widersacher Skeletor eine große Fanbasis und genießen bis heute Kultstatus. Zwar war es eine Zeit lang still um die Masters of the Universe, doch vergessen waren He-Man, Skeletor und die anderen nie. Weitere Zeichentrickserien, auch zu Prinz Adams Cousine Adora, die als She-Ra ihren eigenen Kampf bestreiten musste, sowie moderne Umsetzungen der beiden, erhielten den Bekanntheitsgrad. Nachdem bereits 1987 eine Live-Action-Film-Umsetzung mit Dolph Lundgren als He-Man erschienen ist, war lange ein weiterer Film geplant. Doch das Projekt zog sich und erst 2026 war es endlich soweit und Prinz Adam alias He-Man kehrte für seinen Kampf gegen Skeletor auf die Kinoleinwand und kurz darauf als Streamversion bei Amazon Prime Video in einem weiteren Live-Action-Film zurück. Nicholas Galitzine schlüpfte dafür in die Rolle von Adam beziehungsweise He-Man und Jared Leto verkörperte Skeletor. In weiteren Rollen sind Camila Mendes als Teela, Idris Elba als Man-at-Arms Duncan, Alison Brie als Evil-Lyn, Morena Bacarin als die Zauberin und Kristen Wiig als Stimme von Roboto beteiligt. Bumblebee-Regisseur Travis Knight war für die Umsetzung des Drehbuchs von Christ Butler, Aaron Nee und Adam Nee verantwortlich.

Auserwählter Held

Eternia, eine Welt, die dank starker Helden, die sich der Macht von Grayskull bedienen konnten, Frieden genießt. Der junge Prinz Adam ist jedoch kein großer Kämpfer, sondern ein sanfter, schmächtiger Junge, der im Training der Soldaten kaum eine Chance hat. Als der finstere Skeletor und seine Truppen angreifen, gelingt Adam dank seiner Mutter und der Zauberin die Flucht in eine andere Welt. Bei sich trägt er das Schwert der Macht, in dem die Kraft von Grayskull versiegelt ist. Doch Adam verliert das Schwert und lebt fünfzehn Jahre auf der Erde. Eine Zeit, in der er seine Heimat und ihre Bewohner im Herzen trägt. Aufgrund seiner Erzählungen von seiner Herkunft, wird er als Spinner abgetan. Doch dann findet er endlich das Schwert wieder und plötzlich wird er von einem Biest angegriffen und seine Kindheitsfreundin Teela taucht auf. Mit ihrer Hilfe kann Adam endlich nach Eternia zurückkehren, doch Skeletor hat die Herrschaft über den Planeten übernommen und Eternia ist nicht mehr die schöne, friedliche Welt, die Adam kennt. Es ist an ihm, Skeletor zu bekämpfen und dafür die Macht von Grayskull zu nutzen.

Die Geschichte von Masters of the Universe erzählt den Ursprung He-Mans neu und offenbart in einer eigenständigen Interpretation wie aus dem sanften Prinz Adam, der muskulöse Krieger wird. Dabei nimmt sich der Film nicht ernst und nutzt zahlreiche Klischees des Originals genauso wie die zeitgenössische Betrachtung von He-Man für den herrlichen Humor. Witzige Dialoge, überzeichnete Charaktere, epische Momente, die amüsant aufgelöst werden und mehr sorgen dafür, dass Masters of the Universe immer wieder zum Lachen einlädt. Gleichzeitig wirkt der Film dadurch nicht albern und die Vorlage wird trotzdem respektvoll und mit viel Nostalgie behandelt. Vielmehr trägt der Humor maßgeblich dazu bei, dass Masters of the Universe so gut funktioniert. Schließlich sind die Figuren sehr stark von ihren 1980er-Jahre Designs und den damaligen Spielzeugen inspiriert. Das bedeutet bei He-Man Lendenschurz und knappe, bauchfreie Rüstung während Skeletor in seinem klassischen Blau mit lila Umhang und Totenkopf statt Gesicht auftritt.

Nostalgisch-humorvoll

Aber Masters of the Universe ist trotz des sehr präsenten Humors keine reine Komödie. Vielmehr verknüpft der Film den Witz mit reichlich brachialer, effektreicher und erstklassig inszenierter Action. Dabei sind die Kämpfe alles andere als zimperlich und setzen auf einige brutale, wenn auch nicht unbedingt blutige, Szenen. Entsprechend düster und ernst ist die Geschichte manchmal, wird aber auch stets im richtigen Moment von der überzeichneten Darstellung der Figuren perfekt aufgelockert. Zusätzlich ist Masters of the Universe ein fantasievoller Science-Fiction-Fantasy-Film, der mit Eternia eine faszinierende und wunderschön gestaltete Welt präsentiert. Allgemein setzt Masters of the Universe auf reichlich Special Effects, die sich wunderbar einfügen und viel zu Atmosphäre und Geschichte beitragen. Getragen wird der Film aber vor allem von den großartigen Charakteren und ihrer jeweils stimmigen Darstellung.

Zugleich erzählt Masters of the Universe abseits von Abenteuer, Science-Fiction, Fantasy und Action eine Coming-of-Age-Geschichte. Schließlich ist Adam als Junge auf die Erde geschickt worden und hat stets nur daran gedacht, wieder nach Hause zu können. Entsprechend kindlich und unreif wirkt er auch als Erwachsener noch. Auffällig ist jedoch, dass auch Skeletor als Bösewicht zwar tyrannisch und eindeutig böse, aber irgendwie verspielt ist. Das passt hervorragend und bereitet einige herrliche Möglichkeiten, um Skeletor und Adam alias He-Man zu inszenieren sowie die Beweggründe und Entscheidungen der beiden zu tragen. Begleitet wird die Geschichte von einem fantastischen Soundtrack, der nicht nur auf Lieder der 1980er-Jahre, sondern auch reichlich rockige Klänge setzt. Queen-Gitarrist Brian May war an der Musik beteiligt. Das Ende von Masters of the Universe setzt schließlich auf mehrere Mid- und Nachabspann-Szenen, die sich niemand entgehen lassen sollte. Bleibt zu hoffen, dass die angedeutete Fortsetzung trotz des ausbleibenden Kinoerfolgs trotzdem noch umgesetzt wird. Hilfreich dabei könnte die Streaming-Auswertung sein. Auf Amazon Prime Video lag Masters of the Universe mehrere Wochen an der Spitze der meistgesehenen Filme und hält sich noch immer mit einer guten Platzierung in den besten Listen des Streamingdienstes.

Fazit

Als Kind habe ich He-Man geliebt. Das gilt für die Zeichentrickserie und das Spielzeug. Auch den ersten Live-Action-Film mit Dolph Lundgren fand ich trotz der ernsten und düsteren Ausrichtung sehr gut und auch heute kann die Verfilmung noch überzeugen. Entsprechend gespannt, wenn auch ein wenig skeptisch, war ich, als erstmals von einem neuen He-Man-Film die Rede war. Allerdings hat es lange gedauert, bis das Projekt wirklich umgesetzt wurde – und vielleicht ist das gut so. Masters of the Universe ist eine großartige Verfilmung, die der Vorlage treu bleibt, auf Nostalgie setzt und gleichzeitig die Klischees der 1980er-Jahre großartig auf die Schippe nimmt. Es ist herrlich, wie gut Abenteuer, Action und Humor ineinandergreifen, ohne dass Figuren oder Geschichte albern oder lächerlich wirken. Vielmehr dürfte der Film nicht anders sein, da die komödiantische Ausrichtung inklusive zahlreicher Überzeichnungen erst dafür sorgen, dass Masters of the Universe so gut funktioniert. Gleichzeitig ist der Film trotzdem angemessen, ernst, abenteuerlich, actionreich und brutal. Die Mischung aus Science-Fiction, Fantasy und Coming of Age ist ebenfalls mehr als gelungen und bis zum Ende bleibt Masters of the Universe großartige Unterhaltung – nicht nur für Fans von He-Man, Skeletor und den anderen. Hoffentlich produzieren die Amazon MGM Studios aufgrund des Streamingerfolgs die offensichtlich geplante Fortsetzung. Verdient hat es der Film und eine Nachabspannszene trägt dazu bei, dass ich um so mehr wissen will, was das Team hinter Masters of the Universe noch geplant hat.

Kurzfazit: Großartige Neuumsetzung des 1980er-Jahre Kultklassikers, die mit Spannung, Humor und Action gleichermaßen witzigen wie fesselnden Filmspaß garantiert.

Details
Titel: Masters of the Universe
Originaltitel: Masters of the Universe
Genre: Science-Fiction, Fantasy, Abenteuer, Action
Regie: Travis Knight
Studio: Metro-Goldwyn Mayer, Amazon MGM Studios, Mattel Studios, Escape Artists
Produktionsjahr: 2026
Laufzeit: ca. 143 Minuten
Sprachen: Deutsch, Englisch und weitere
Untertitel: Deutsch, Englisch und weitere
Herkunftsland: USA
Altersfreigabe: ab 12
Erscheinungstermin (Kino): 04. Juni 2026
Erscheinungstermin (Prime Video): 22. Juli 2026
Erscheinungstermin (Retail): 22. Oktober 2026
Stream: Masters of the Universe bei Prime Video

© Amazon MGM Studios / Mattel