Rezension: Ponyo: Das große Abenteuer am Meer

Der fünfjährige Sousuke rettet in Ponyo: Das große Abenteuer am Meer einen Goldfisch mit menschen-ähnlichem Gesicht, was unerwartete Folgen hat.

In einer kleinen Stadt am japanischen Binnenmeer, in einem Haus auf der Klippe, lebt der fünfjährige Sousuke mit seiner fürsorglichen Mutter Lisa. Sousukes Vater ist Schiffskapitän, weshalb er nur selten zuhause ist. Eines Tages entdeckt Sousuke im Meer am Fuß der Klippe einen seltsamen Goldfisch, der in einem Glas feststeckt. Nachdem Sousuke den Goldfisch befreit hat, zeigt dieser sich weitaus menschlicher als erwartet – was bereits bei dem kleinen Gesicht anfängt. Von Sousuke Ponyo getauft, schließt das Goldfisch-Mädchen den Fünfjährigen in ihr Herz und setzt, nachdem sie wieder getrennt wurden, alles daran, um zu Sousuke zurückzukehren. Allerdings hat das ungeahnte Folgen und plötzlich wird die kleine Hafenstadt von schweren Regenfällen und Tsunami-artigen Wellen heimgesucht.

Kindliches Märchen

Nach den großen Erfolgen Prinzessin Mononoke, Chihiros Reise ins Zauberland und Das wandelnde Schloss, widmete sich Regisseur Hayao Miyazaki wieder einem niedlichen Film für die ganze Familie. Ponyo: Das große Abenteuer am Meer, erstmals in Japan erschienen im Juli 2008, erzählt eine kindgerechte Geschichte über ein Goldfisch-Mädchen und einen fünfjährigen Jungen, die eine enge Verbindung zueinander finden. Dabei setzt der Fantasy-Abenteuer-Film auf übernatürliche Elemente. So flüchtet Ponyo zu Beginn des Films aus dem Haus ihres menschlich wirkenden Vaters am Grund des Meeres, um in ihrer Neugier die Welt der Menschen kennenzulernen. Durch ein Missgeschick steckt sie bald in einem Glas fest und wird von Sousuke, der ihr den Namen Ponyo gibt, gerettet. Ein schicksalhaftes Treffen, das großen Einfluss auf die kleine Hafenstadt und sogar die gesamte Welt hat.

Ponyo: Das große Abenteuer am Meer steckt voller Magie. Schon die Darstellung der Hauptfiguren strotzt vor liebevollem Charme und beweist, dass der von Hayao Miyazaki selbst geschriebene Film überaus märchenhaft und fantasievoll ist. Dadurch werden Erinnerungen an Studio-Ghibli-Werke wie Kikis kleiner Lieferservice oder Mein Nachbar Totoro geweckt. Allerdings ist Ponyo: Das große Abenteuer am Meer noch etwas kindlicher, verspielter und familienfreundlicher gestaltet. Auf wirklich ernste oder dramatische Elemente wird verzichtet. Das bedeutet allerdings nicht, dass keine Spannung aufgebaut wird. Im Gegenteil. Sousuke und Ponyo erleben ein auf kindliche Weise aufregendes Abenteuer und müssen sich auch einem Widersacher, der sie trennen möchte, entgegenstellen.

Magisches Abenteuer

Gleichzeitig ist eine leicht verständliche, schöne Botschaft in die Handlung eingebaut. Diese wird zwar sehr offensichtlich erzählt, das ist aber eher positiv, um jeden Aspekt der Geschichte verständlich zu halten. Manche Situationen und Verhaltensweisen von Nebenfiguren mögen nicht immer realistisch erscheinen, passen aber sehr gut zur Geschichte und spiegeln zugleich die leichte Abgedrehtheit vieler Werke von Hayao Miyazaki wider. So sind die Charaktere zwar alles Originale, dennoch gibt es ein paar Eigenschaften, die typisch für den Regisseur sind und sich sehr gut einfügen und den Figuren noch mehr Charme verleihen. Allgemein ist Ponyo: Das große Abenteuer am Meer ein wirklich schöner Film für die ganze Familie, der eine jüngere Zielgruppe anpeilt als etwa Chihiros Reise ins Zauberland.

Visuell begeistert Ponyo: Das große Abenteuer am Meer auch achtzehn Jahre nach der Erstveröffentlichung noch mit wunderschönen, lebendigen Animationen. Einmal mehr beweist ein Studio-Ghibli-Film, wie faszinierend handgezeichnete 2D-Animationen sein können. Vom Charakterdesign über Umgebungen bis hin zu den zahlreichen märchenhaften Elementen, ist der Fantasy-Abenteuer-Film ein optischer Hochgenuss. Dabei tragen Animationen und Zeichnungen viel zur verspielten, märchenhaften Atmosphäre bei. Zudem glänzt der Film mit einem zauberhaften Soundtrack, dessen Lieder einen enorm hohen Wiedererkennungswert haben und für eine ganz besondere Stimmung sorgen. Abgerundet wird Ponyo: Das große Abenteuer am Meer von der hochwertigen deutschen Synchronisation, die sämtlichen Figuren glaubhaft Leben einhaucht und ihren Teil zum großen Spaß des Fantasy-Abenteuer-Films beiträgt.

Fazit

Ponyo: Das große Abenteuer am Meer ist eindeutig ein Familienfilm, der sich auch an ein jüngeres Publikum richtet. Damit hat Regisseur und Autor Hayao Miyazaki nach seinen eher ernsten, tiefgründigen Meisterwerken Prinzessin Mononoke, Chihiros Reise ins Zauberland und Das wandelnde Schloss wieder eine andere Richtung eingeschlagen. Verspielt und märchenhaft wird eine wunderschöne Geschichte über das kindliche Abenteuer eines Fünfjährigen und eines Goldfisch-Mädchens erzählt. Überaus niedlich, überaus charmant und mit einer besonderen Magie, fasziniert Ponyo: Das große Abenteuer am Meer mit seiner kindlichen Art. Das mag vielleicht nicht jedem Fan von Studio Ghibli oder Hayao Miyazaki gefallen, ein Meisterwerk ist Ponyo: Das große Abenteuer am Meer aber definitiv.

Kurzfazit: Verspielter, märchenhafter Fantasy-Abenteuer-Anime-Film, der eine magische Geschichte mit liebenswerten Charakteren erzählt und familienfreundliche sowie faszinierende Unterhaltung garantiert.

Details
Titel: Ponyo: Das große Abenteuer am Meer
Originaltitel: Gake no Ue no Ponyo
Genre: Abenteuer, Fantasy
Regie: Hayao Miyazaki
Studio: Studio Ghibli Inc.
Produktionsjahr: 2008
Laufzeit: ca. 101 Minuten
Sprachen: Deutsch, Japanisch, Englisch, Französisch und weitere
Untertitel: Deutsch, Japanisch, Englisch, Französisch und weitere
Herkunftsland: Japan
Altersfreigabe: ab 0
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Stream: Ponyo: Das große Abenteuer am Meer bei Netflix

© Studio Ghibli / Hayao Miyazaki